Gewinner des Cloud-Wettbewerbs 30. Jun 2021 Von Regine Bönsch

Ein bunter Strauß an Ideen zu Gaia-X

Über 120 Mio. € soll es für elf Konsortien geben, die den Förderwettbewerb zur europäischen Cloud-Initiative Gaia-X gewonnen haben. Die Projekte der Gewinner beschäftigen sich mit Bauwirtschaft, Bildung, Energie, Gesundheit und mehr.


Foto: PantherMedia/Jirsak

Die Bundesnetzagentur hat heute die Gewinnerkonsortien für den vom Bundeswirtschaftsministerium ausgerichteten Gaia-X-Förderwettbewerb bekannt gegeben. Die Vorhaben sollen, so die Bonner, die wirtschaftliche Umsetzbarkeit und Nutzbarkeit digitaler Technologien und Anwendungen der europäischen Cloud-Initiative demonstrieren. Für eine erste Bewilligungstranche werden vom Bundeswirtschaftsministerium voraussichtlich Fördermittel in Höhe von ca. 122 Mio. € zur Verfügung gestellt. Dies reiche für eine Förderung von elf der 16 Gewinnerskizzen aus, erklärte die Bundesnetzagentur.

Ihr Präsident Jochen Homann zeigte sich bei der Vorstellung erfreut: Alle ausgewählten Vorhabenskizzen seien qualitativ überzeugend und innovativ. „Es gibt viele Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die den Willen und das Potenzial haben, das Projekt Gaia-X schnell und flächendeckend in die Anwendung zu bringen.“

Wesentliche Auswahlkriterien war neben dem Innovationspotenzial und der technischen Machbarkeit auch die Zusammensetzung der Konsortien hinsichtlich der Abdeckung der Wertschöpfungskette. Die elf auserwählten Vorhaben können jetzt bis Ende Juli förmliche Förderanträge auf Zuwendung bei der Bundesnetzagentur stellen. Diese müssen eine Vorhabenbeschreibung sowie eine Arbeits-, Finanzierungs- und Verwertungsplanung enthalten. Fünf weitere Vorhaben werden – vorbehaltlich der Verfügbarkeit ausreichender Haushaltsmittel – im Rahmen einer zweiten Bewilligungstranche im Jahr 2022 einen Antrag stellen können.

Gaia-X: Projekte aus allen Branchen

Die ausgewählten Ideen decken einen bunten Strauß von Anwendungsbereichen ab. Sie reichen von Gesundheit, Recht, Bildung und Finanzen über Mobilität, Geoinformationen, Energie, Luft- und Raumfahrt bis hin zum öffentlichen Sektor sowie der Agrar- und Bauwirtschaft.

Da soll beispielsweise in der „Autowerkstatt 2.0“ eine Plattform für den vertrauenswürdigen Austausch von branchenspezifischen Daten und KI-Modellen geschaffen werden, um die Digitalisierung der mittelständisch geprägten Werkstattbranche voranzutreiben. Mit „Dataloft“ sollen Bürgerinnen und Bürger in den Fokus der Bereitstellung, Nutzung und Kontrolle der eigenen Gesundheitsdaten gerückt werden. Ziel sei die Entwicklung von transparenten Cloud-basierten Anwendungen in hoch relevanten Gebieten der Gesundheitsversorgung gemäß des Gaia-X-Standards.Die Konsortialpartner reichen beispielsweise von der Bundesdruckerei über das Hasso-Plattner-Institut und Fraunhofer bis hin zum Healthcare-Unternehmen Medisana.

Auf Basis von Gaia-X möchte „iECO“, intelligent Empowerment of Construction Industry, einen gemeinsamen Datenraum für die Bauindustrie etablieren. Das Konsortium „Merlot“ tut das im Bereich Bildung. Und das Projekt „Energy data-X“ für die Energiewirtschaft hat das hochgesteckte Ziel, die souveräne Nutzung von Daten für zukünftige Prozesse und innovative Geschäftsmodelle zu ermöglichen, um so die Ziele der deutschen und europäischen Energie- und Klimapolitik zu erreichen.

Jede Menge deutscher Forschungsinstitute dabei

Die Spannbreite der Protagonisten in den verschiedenen Projekten könnte kaum größer sein. Da sind die Berliner Feuerwehr und die Stadtwerke Wolfsburg ebenso dabei wie der IT-Riese Atos oder Airbus Defence and Space und die Dekra. Und natürlich allerorten Forschungsinstitute der Fraunhofer-Gesellschaften, das DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz), Leibniz- und Helmholtz-Institute und diverse Universitäten.

Der Plan ist klar: Die Forschungsergebnisse und die hervorgebrachten Anwendungsbeispiele sollen veröffentlicht werden, um Impulse für eine deutschlandweite und internationale Nachfrage nach Gaia-X-basierten, datengetriebenen Anwendungen und Datenräumen zu geben und dem Ziel einer souveränen europäischen Dateninfrastruktur näherzukommen.

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