Digitalisierung 30. Mrz 2022 Von Susanne Donner

Platzmangel: Behördenunterlagen werden digitalisiert

Das Finnische Nationalarchiv digitalisiert das gesamte Schriftgut staatlicher Behörden in einer eigens eingerichteten Fabrik – und wirft die Papierunterlagen weg. Eine Strategie, die im Ausland für Gesprächsstoff sorgt. Das Bundesarchiv in Koblenz geht anders vor.

Stasiakten im Archiv der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR in Berlin.
Foto: imago/bonn-sequenz

Von Berlin bis nach München reichen die Dokumente in den Regalen des Bundesarchivs in Koblenz. Über 500 Regalkilometer, geschätzte 8 Milliarden Seiten. Es sind Karteikarten mit den Namen der gefallenen Soldaten im Zweiten Weltkrieg, der NSDAP-Mitglieder, Stasiakten und Redeprotokolle aus dem Kanzleramt. Historisch und mitunter persönlich bedeutsame Informationen, die wie eh und je auf Papier stehen.

Wer nachforschen will, ob ein Vorfahre im Zweiten Weltkrieg fiel oder an einer Krankheit starb, muss nach Koblenz reisen. Die großen staatlichen Archive wissen, dass das im Zeitalter des Digitalen nicht mehr zeitgemäß ist. Viele haben daher begonnen, ihre Papiere einzuscannen. Auch im Bundesarchiv in Koblenz arbeiten seit 2020 zehn Scangeräte. Bis 2024 sollen es 30 sein. 75 Millionen der geschätzten 8 Milliarden Blatt haben sie bisher digitalisiert.

Finnland geht bei der Digitalisierung einen eigenen Weg

Wie langsam es vorangeht, verdeutlicht, welch gewaltiges, jahrzehntelanges Unterfangen die Digitalisierung ist. Es ist nicht der Aufstieg zum Großglockner, sondern eine Expedition zum Mars. Finnland geht bei diesem Mammutvorhaben allerdings seit kurzem seinen eigenen Weg. Mit einem Gesetz hat das Land einen radikalen Schlussstrich für traditionelle Papierunterlagen gezogen. Das Schriftgut aller Behörden soll, sofern möglich, digitalisiert werden. In Summe sind das knapp 200 Regalkilometer von Steuerunterlagen bis zu Heiratsurkunden.

Lesen Sie hier: Behörden legen Digitalisierungsturbo ein

Für die Massendigitalisierung hat das Nationalarchiv in Helsinki eigens eine große Digitalisierungsfabrik eingerichtet.

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