Mobilität 03. März 2023 Von Peter Weißenberg Lesezeit: ca. 5 Minuten

Digitale Cockpits: Unfallgefahr durch Ablenkung

Moderne Technik soll das Autofahren komfortabler und sicherer machen. Doch eine neue Studie der Allianz-Unfallforschung zeigt, dass die Bildschirme und Bedienmöglichkeiten inzwischen selbst zu einer Quelle der Gefahren werden. Die Hersteller arbeiten an Verbesserungen – und drehen manchmal sogar das Rad der Entwicklung zurück.

Moderne Golf geben den Fahrenden viele Rätsel auf. Auf einen Blick in die Bedienungsanleitung kann nicht verzichtet werden.
Foto: Volkswagen AG

Eine stürmische Winternacht auf der Autobahn. Es nieselt, die Sicht ist schlecht. Der Scheibenwischer quietscht über das Glas im Tesla Model 3. Also flugs das Intervall des Hin und Her angepasst, um den Durchblick zu optimieren. Oder auch nicht so flott …

Denn wer die Geschwindigkeit der Wischer manuell ändern möchte, kann das nicht wie gängig über ein Rädchen am entsprechenden Hebel hinter dem Lenkrad. Er muss dazu seinen Blick in die Tiefen des Riesen-Touchscreens in der Mitte des Armaturenbretts wenden. Nach einigen Klicks findet sich das passende Untermenü – und die gesuchte Einstellung. Hoffentlich im Stehen auf dem Parkplatz. Sonst sind bereits Dutzende Meter Blindfahrt vergangen. Oder gar der Abflug in den Straßengraben, wie es einem Fahrer 2019 passiert ist. Der ging danach vor Gericht. Erfolglos. Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe bestätigte in einem letztinstanzlichen Urteil (1 Rb 36 Ss 832/19) ein Fahrverbot für den abgelenkten Tesla-Lenker.

Ablenkung durch digitalisierte Cockpits ist eine meist unterschätzte Unfallursache

Stadt der Zukunft braucht Mut und sie muss schnell lernen

So sieht sie aus, die neue Welt der Fahrzeugbedienung. Und Tesla ist kein Einzelfall, auch wenn die Amerikaner klassische Hebel, Regler und Tasten besonders weitgehend verbannt haben. Immer mehr Technik, immer mehr Funktionen, immer weniger haptische Schalter: Das Verkehrsgeschehen wird da allzu oft zur Nebensache. Mit tödlichen Folgen, wie Jörg Kubitzki weiß. Der Psychologe in Diensten des Allianz-Zentrums für Technik hat gerade in einer neuen Studie die Gefahren durch technische Ablenkung untersucht – und sagt: „Ablenkung ist die am meisten unterschätzte Unfallursache auf unseren Straßen.“ Die Zahlen steigen deutlich an, mehr als 100 Tote und 8000 Verletzte sind es bereits im Jahr. Und die Dunkelziffer ist noch viel größer. Denn selten ist die vorherige Ablenkung nach einem Unfall für die Polizei klar zu belegen.

Grafik: Allianz

Digitale Auto-Cockpits: Viele Meter Blindfahrt durch Ablenkung

Hauptgrund für die große Ablenkung ist die Komplexität an Bord.

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