Ausstellung 21. Feb 2014 Eckart Pasche/Claudia Burger

Mobilität im Wandel der Zeit

Und ab die Post: Ein Briefkasten gehört zu den Exponaten. Im Jahre 1457 erhielt das Geschlecht Taxis das Postprivileg im Habsburger Reich.
Foto: E. Pasche

„Via Regia“ bezeichnete eine der ältesten und längsten Landverbindungen zwischen Ost- und Westeuropa. Im Land an der oberen Oder kreuzte sie sich mit der sogenannten Bernsteinstraße, einem Handelsweg von Nord- nach Südeuropa.

Fahren, Gleiten, Rollen. Mobil sein im Wandel der Zeit!
– Fahren, Gleiten, Rollen. Mobil sein im Wandel der Zeit! Oberschlesisches Landesmuseum, Ratingen. Bis 5. 10. 14, Bahnhofstr. 62, Di-So 11 Uhr bis 17 Uhr.

www.oslm.de

Diese beiden, schon im Altertum beschrittenen Wege verdeutlichen, dass Mobilität ursprünglich kriegerischer, wirtschaftlicher, aber auch religiöser Natur war.

Am Beispiel Oberschlesiens begibt sich der Besucher der Ausstellung „Fahren, Gleiten, Rollen. Mobil sein im Wandel der Zeit!“ im Oberschlesischen Landesmuseum (OSLM) auf eine Zeitreise durch die Entwicklung der Verkehrs- und Kommunikationstechnik sowie der Reise- und Freizeitkultur.

Der Wunsch nach Beweglichkeit ist ein grundlegendes Bedürfnis des Menschen. Seit Ende des 18. Jahrhunderts haben sich die Geschwindigkeit und der Komfort von Fortbewegungsmitteln extrem verändert.

Neben ökonomischen Gründen wird heute die mobile Freiheit genutzt, um dem Alltag zu entfliehen und fremde Welten zu erkunden.

Fortbewegungsmittel veränderten das Verhältnis der Menschen zu Raum und Zeit nachhaltig. Pferd und Wagen hatten einen doppelten Nutzen: Als Pferdefuhrwerk und Postkutsche halfen sie beim Warentransport, der Personenbeförderung und Kommunikation. Kutschen waren bis Ende des 19. Jahrhunderts das Reisemittel für Überlandreisen schlechthin. Prunkvoll ausgestattet galten sie der Oberschicht als Statussymbole.

Erst die Entwicklung des Automobils ließ sie langsam aus dem Straßenbild verschwinden, obwohl Kaiser Wilhelm II überzeugt war: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung.“ Da hat er sich geirrt.

Die heutige Gesellschaft ist ohne Automobile nicht denkbar, und in den Schwellenländern müssen die Zulassungen bereits begrenzt werden, um dem Verkehr Herr zu werden.

Rückblick: Der Individualverkehr nahm mit der Entwicklung des Fahrrads zu. Diese führte über das Hochrad bis etwa 1890 zum heutigen Standard des Niederrads. Es war das erste erfolgreiche und preiswerte Individualverkehrsmittel nach dem Reiten auf einem Tier. Auch der „einfache Mann“ konnte nun sein Lebensumfeld ausweiten.

Auf dem Wasser stellte der Raddampfer eine Verkehrsrevolution dar, weil er aus eigener Kraft die Flüsse in beide Richtungen befahren kann. Auf dem Festland ermöglichte die Eisenbahn erstmals für alle Klassen der Bevölkerung Reisen über große Distanzen. Sie verbindet Dörfer mit Metropolen und Regionen untereinander.

Der Ausbau der Eisenbahn forcierte die Anbindung Schlesiens an die übrigen deutschen Regionen, wie Christine Pleus, Kuratorin der Ratinger Ausstellung, betont. Bereits im Jahre 1842 wurde die erste Linie eröffnet.

In Preußisch-Schlesien war 1847 die Verbindung Breslau – Kosel – Myslowitz fertig gestellt. Sie ermöglichte den Transport oberschlesischer Steinkohlen zur Oder und weiter per Schiff bis Berlin. Zeitgleich erreichte in Österreichisch-Schlesien die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn den Grenzort Oderberg. Wien bekam damit Kohle aus dem Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevier.

Aber nicht nur die Segnungen des schnellen Reisens und Warenverkehrs mit der Eisenbahn stellt das Oberschlesische Landesmuseum heraus. Christine Pleus verweist auch darauf, dass Truppentransporte ohne ein funktionierendes Schienennetz nicht möglich gewesen wären.

Die Ausstellung ist in zeitlich aufeinanderfolgende Epochen der Verkehrs- und Kommunikationsentwicklung vom Mittelalter bis hin zur digitalen Revolution der Gegenwart gegliedert. Viele Beispiele stammen aus Schlesien, lassen sich aber gut auf andere Regionen übertragen.

Ausgestellt sind Postkarten, Fotos und Dokumente, Briefkasten, Telefon, Uniformen. Modelle und Abbildungen aus der Luft(schiff)fahrt ergänzen Postkutsche, Eisenbahn, Fahrrad, Auto und Motorrad als Beispiele für wichtige Schritte der Mobilitätsentwicklung. „Damit wird Alltagsgeschichte für jeden begreifbar“, meint Hermann Schäfer, Gründungsmitglied des Bonner Hauses der Geschichte und stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender in Ratingen.

Eine Landauer Kutsche, ein Fahrrad der Marke Ebeco aus Kattowitz, ein Breslauer Ernst-Mag-Motorrad, ein liebevoll Maluch (der Kleine) genannter Fiat 126p sowie zwei in Neisse hergestellte Nutzfahrzeuge Nysa 522 sind die Highlights der Ausstellung.

Schlesi, ein Sympathieträger in Gestalt einer schlesischen Gurke, begleitet die Kinder durch Zeit und Raum: Die erste Fußetappe führt in der Zeit vom 13. bis ins 15. Jahrhundert über 190 km in neun Tagen auf der Via Regia von Krakau über Burg Tost und Sankt Annaberg nach Oppeln.

Und symbolträchtig markiert die Ausstellung mit den Exponaten eines Kinderwagens und eines Rollstuhls Anfang und Ende der Mobilität im Leben eines Menschen.

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