INDUSTRIE 04. Jul 2019 Fabian Kurmann, Iestyn Hartbrich, Stefan Asche

Die perfekte Fabrik

Intralogistik, Arbeit, IT – für eine Produktion, die immer schneller wechselnden Kundenbedürfnissen gerecht wird, müssen viele Puzzleteile ineinandergefügt werden.


Foto: panthermedia.net/Anthonycz/duplass/bluecups/VDI nachrichten/Kurmann

Dicke Mauern, Stein auf Stein. Feste Fundamente, für jede Maschine eins. Dazwischen Rollwege oder Fließbänder. So sehen viele Werkhallen in Deutschland aus. Zeitgemäß ist das nicht. Das zementierte Design erschwert es, schnell variierende Kundenanforderungen bedienen zu können. Was fehlt, ist Flexibilität. Dieser Begriff taucht immer wieder auf, wenn Fachleute ihre Traumfabrik skizzieren.

Detlef Zühlke zum Beispiel. Der Automatisierungs- und IT-Experte vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) setzt auf konsequente Modularisierung: „Alle technischen Akteure – Sensoren, Aktoren und darauf aufbauend Maschinen – sollten sich wie Bausteine einfach zusammenschalten lassen.“

Ähnlich radikal denkt Michael ten Hompel, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik: „Von fest verschraubter, starrer Fördertechnik sollten wir uns verabschieden.“ Besser seien Schwärme von autonomen Transportfahrzeugen und Drohnen.

Sascha Stowasser, Direktor des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft, fordert, dass auch die Beschäftigten von der Flexibilität profitieren. „In der Produktion entstehen kleine Produktionsinseln, die idealerweise von den Mitarbeitern und einer Führungskraft selbst organisiert werden.“ Und ihre individuellen Arbeitszeiten? Die planen alle Werker per App selbst.

So weit die Theorie. Mit der Praxis kämpft der Fabrikplaner Oliver Lieske, Geschäftsführer bei Metroplan. Der Hamburger muss die sich mitunter widersprechenden Expertenvorstellungen wie Puzzleteile zusammensetzen. Er warnt davor, sich von Hype-Themen wie Industrie 4.0 verrückt machen zu lassen. Für ihn ist ausschlaggebend, „dass bereits in der ersten Gestaltung der Werksstruktur ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten in Form von Erweiterungsachsen und modularen Baustufen vorgesehen werden“. Als Beispiele nennt er geeignete Stützen- und Medienraster: Weder die Deckenträger noch die Druckluft- und Stromversorgung sollen der Wandlungsfähigkeit im Weg stehen.

Daran will sich der Pumpenhersteller Wilo halten, der aktuell sein Stammwerk neu baut. Die Dortmunder versenken beispielsweise 16 000 Säulen tief im Boden, um durchgehende Fundamente zu schaffen. Die Maschinenstandorte – so die Logik – können sich im Lauf der Jahre immer wieder ändern. „Wir können überblicken, was in fünf bis zehn Jahren passiert, die Fabrik steht aber noch die nächsten 50 Jahre“, sagt Wilo-Technikvorstand Markus Beukenberg.

Ein Beitrag von:

Stellenangebote

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Ingenieur der Elektrotechnik für Offshore-Wind (w/m/d)

Hamburg
Hochschule Biberach Biberach University of Applied Sciences

W 2-Professur Projektsteuerung und Projektmanagement Bau

Biberach
FH Aachen

Professur "Mechatronik mit Schwerpunkt Systems Engineering"

Aachen
Landtag Nordrhein-Westfalen

Stellvertretende Referatsleitung in Verbindung mit der Leitung des Sachbereichs "Technische Gebäudeausrüstung (TGA)" (m/w/d)

Düsseldorf
Technische Hochschule Deggendorf

Professur (d/m/w) für das Lehrgebiet "Digitales Baumanagement"

Pfarrkirchen
Hochschule Kempten

Professur (m/w/d) Geoinformatik

Kempten
Technische Universität Darmstadt

Gastprofessuren für Talente aus der Industrie

Darmstadt
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes

W2-Professur für Mechatronische Konstruktionen

Saarbrücken
Hochschule für angewandte Wissenschaften München

Professur für Technische Informatik - Schwerpunkt Hardware (W2)

München
Hochschule für angewandte Wissenschaften München

Professur für Digitale Signalverarbeitung (W2)

München
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Top 5 aus der Kategorie Produktion