Automatisierungstechnik 11. Aug 2022 Von Martin Ciupek

Versorgungssicherheit: Sensorhersteller Ifm steigt bei Schweizer Mikrochiphersteller ein

Mit 30 % beteiligt sich die Ifm-Unternehmensgruppe an der Microelctronik-Holding HiDensity AG. Der Sensorspezialist will weiterhin kundenspezifische integrierte Schaltkreise in seinen Produkten einsetzen.

Mit dem Einstieg beim Schweizer Mikrochipspezialisten HiDensity sichert der Sensorhersteller Ifm seine Versorgungssicherheit bei diesen wichtigen Komponenten. Das Bild zeigt einen Blick in die smarte Fabrik von Ifm in Tettnang.
Foto: ifm electronic gmbh

Nicht nur in der Automobilindustrie plagen Unternehmen Probleme mit der Lieferfähigkeit von dringend für automatisierte Prozesse benötigten Mikrochips. Auch in der Automatisierungstechnik suchen Unternehmen nach Lösungen. Dass gilt gerade dann, wenn es um individuelle Anwendungen mit im Verhältnis zur Automobil- und Unterhaltungselektronikbranche geringen Stückzahlen geht. Der Sensorspezialist Ifm mit Hauptsitz in Essen beteiligt sich deshalb jetzt an der HiDensity AG, die wiederum zur 100 % an der Bieler HMT Microelectronic AG beteiligt ist.

Welche Rolle spielt die HMT Microelectronic AG?

Eine besondere Rolle dürfte für Ifm dabei die HiDensity-Tochter HMT microelectronic AG spielen. Sie ist das älteste Unternehmen Europas, das auf Auftragsbasis ASICs entwickelt. ASICs sind anwendungsspezifische mikroelektronische Schaltkreise, die umgangssprachlich auch als Mikrochips bezeichnet werden. Gegründet wurde HMT als Spin-off der Schweizer Uhrenindustrie. Seit 1978 hat das Unternehmen weit über 500 ASIC-Entwicklungen in die Serienproduktion gebracht.

Nach Unternehmensangaben werden die von HMT entwickelten ASICs für Sensoren und Aktoren in allen Marktsegmenten eingesetzt: Das reicht von der Industrie über die Automobil- und Medizintechnik bis hin zur Luftfahrt. Spezialisiert sind die Schweizer insbesondere auf Mixed-Signal-ASICs – also Schaltkreise, die analoge und digitale Signale verarbeiten – sowie Module und mikroelektronische Systeme für Sensoren und Aktoren. Aktuell beschäftigt das Unternehmen mit Sitz in Biel 42 Mitarbeitende und erzielt einen Jahresumsatz im zweistelligen Millionenbereich. 

Ifm baut lange Zusammenarbeit durch Beteiligung aus

Für den Sensorhersteller Ifm bedeutet die Beteiligung den Ausbau der bisherigen Partnerschaft mit HMT. „Wir kennen HMT nun bereits seit über 20 Jahren und freuen uns darauf, eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft zu gestalten“, sagt Bernd Buxbaum, Geschäftsführer Technik und Mitglied der zentralen Konzerngeschäftsleitung der Ifm-Gruppe. Er zeigt sich glücklich über die Beteiligung. Konkret gehe es nun darum, gemeinsam für die HiDensity/HMT weitere Wachstumspotenziale zu erschließen. Buxbaum macht dazu den strategischen Ansatz seines Unternehmens deutlich: „Die Ifm-Gruppe wird weiterhin kundenspezifische integrierte Schaltkreise in ihren Produkten einsetzen, um damit bei der Wettbewerbsfähigkeit weiter ganz vorne mitspielen zu können.“ Die letzten Jahre hätten gezeigt, dass gerade bei so sensiblen Bauteilen eine enge Zusammenarbeit mit den Lieferanten sehr wichtig sei. Die engere Partnerschaft verschaffe seinem Unternehmen zusätzliche Innovationsmöglichkeiten und eine stabile Bauteilverfügbarkeit.

Ideen der Kunden von HMT bleiben geschützt

Laut den Beteiligten bleiben die Ideen der bisherigen HMT-Kunden auch nach der Minderheitsbeteiligung durch Ifm geschützt. Das hängt mit der Struktur der Holding zusammen. Die HiDensity AG wurde nämlich 1994 von Andreas Reber und weiteren Partnern gegründet, um die Firma HMT vom vormaligen Besitzer zu übernehmen. Die Holding-Struktur verhindert, dass Interna der HMT an die Teilhaber der HiDensity fließen. Andreas Reber, Verwaltungsratspräsident der HiDensity AG, dazu: „Um in kundenspezifischen Projekten erfolgreich tätig zu sein, braucht es neben technischem Wissen ein großes, partnerschaftliches Vertrauen des jeweiligen Kunden. Dazu gehört insbesondere auch, dass die Ideen der Kunden vollständig geschützt sind.“ Er ergänzt: „Die Aktionäre erfahren nur die finanziellen Resultate der HMT, nicht aber Detailinformationen zu Kunden, Lieferanten oder gar Problemlösungen. Diese Struktur hat sich bis heute bewährt und wird dies auch in Zukunft tun.“ Laut Günther Hoheisel, CEO der HMT Microelectronic AG, habe die Beteiligung durch Ifm dabei einen positiven Einfluss auf das operative Geschäft der HMT – insbesondere mit Blick auf aktuelle und zukünftige Projekte des gesamten Kundenkreises seines Unternehmens.

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