Exploration des Mars 18. Jan 2024 Von Iestyn Hartbrich Lesezeit: ca. 3 Minuten

ESA vermutet viel Wasser am Äquator des Mars

Die ESA-Sonde Mars Express hat entweder eine dicke Staubschicht gefunden – oder das größte bekannte Wasservorkommen des Planeten.

Der ESA-Satellit Mars Express befindet sich seit zwei Jahrzehnten im Marsorbit.
Foto: ESA, Celestia

Zweifel bleiben. Aber womöglich ist ein ESA-Satellit am Mars auf ein Wasservorkommen gestoßen, das dem Volumen des Roten Meers entspricht. Die Daten des Mars Express legen laut einer ESA-Mitteilung den Schluss nahe, dass es sich um eine mehrere Kilometer dicke Eisschicht handelt, die – vollständig geschmolzen – den Mars etwa 2 m tief unter Wasser setzen würde.

Fundort ist die Formation Medusae Fossae (MFF) in der Nähe des Marsäquators. Dort war Mars Express vor 15 Jahren auf eine 2,5 km dicke Schicht gestoßen. Neuere Beobachtungen mit Marsis, dem Radarinstrument des Satelliten, deuten nun darauf hin, dass die Schicht 3,7 km dick ist. Thomas Watters von der Smithsonian Institution in den USA hat die Daten ausgewertet: „Aufregenderweise passen die Radarsignale zu geschichtetem Eis und sie ähneln den Signalen, die wir von den bekanntermaßen eisreichen Polkappen empfangen.“

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Am Übergang vom Hochland ins Flachland

Die MFF besteht aus windzerzausten Gebilden, die teils mehrere Kilometer hoch sind und viel Staub enthalten. Sie befinden sich am Übergang der Hochlande in der südlichen Hemisphäre zum Tiefland im Norden.

Bereits die ersten Beobachtungen hatten Hinweise auf Wassereis gegeben, weil nämlich das Radar die oberen Schichten relativ einfach passieren konnte. Allerdings konnte laut ESA nicht ausgeschlossen werden, dass die oberen Schichten aus losem Staub und Vulkanasche bestehen. „Hier haben uns die neuen Radardaten einen Schritt weitergebracht“, sagt Andrea Cicchetti vom Nationalen Institut für Astrophysik in Italien. „Die Schichten der MFF sind sehr tief. Wenn es sich nur um Staub handeln würde, müsste sich das Material unter seinem eigenen Gewicht mit zunehmender Tiefe verdichten. Das Resultat wäre viel dichter als das, was wir mit Marsis beobachten. Unseren Modellen zufolge passen eisfreie Schichtungen einfach nicht zu den Beobachtungen. Da muss Eis sein.“

Wasser für Astronauten und Raketen

Das Eis der MFF wird allerdings nicht leicht zu untersuchen sein. Obenauf liegt eine Staubkruste; das Wasser ist nicht direkt zugänglich, selbst wenn es gelingt, einen Rover dorthin zu bringen.

Wasservorkommen auf dem Mars sind aus zwei Gründen relevant für die Forschung. Erstens geben sie Aufschlüsse über die Geschichte des Planeten und seines Klimas. Der Mars ist übersät mit uralten Strukturen, den Überbleibseln von Kanälen, wasserreichen Tälern und Ozeanen. Im Kern steht die Frage, wann und wohin das Wasser verschwunden ist. Noch ist es nicht gelungen, das Eis direkt zu untersuchen. „Jedes Wasserreservoir auf dem Mars wäre ein faszinierendes Ziel für eine astronautische oder robotische Mission“, sagt der ESA-Projektwissenschaftler Colin Wilson.

Zweitens würde Wasser als Ressource benötigt, sollten irgendwann Menschen dorthin fliegen. Die wasserreichen Polregionen wären von den möglichen Landepunkten zu weit entfernt.

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