Die Münzkolumne 13. Okt 2021 Von Peter Piasecki

Der Wikingerschatz von Jelling fasziniert die Münzsammler

Münzen aus der Wikingerzeit wurden kürzlich in Dänemark entdeckt. Der rund 1 kg schwere Vindelev-Schatz freut Münzensammlerinnen wie -sammler und besitzt einen historischen Rang von Weltgeltung.

Die Wikinger gelten als rauhe Gesellen. Doch der Vindelev-Schatz überrascht mit fein ausgearbeiteten Münzverzierungen. Bild: John Clarke Ridpath/public domain

Ein Hobbyarchäologe hatte die 22 Stücke Anfang September in der Nähe des dänischen Ortes Jelling mithilfe eines Metalldetektors gefunden. Münzfunde stellen für die Wissenschaft eine wichtige Quelle dar, die oftmals die schriftlichen oder sonstigen archäologischen Artefakte ergänzen kann. Der Wikingergoldschatz von Jelling stammt aus der Zeit um 500 n. Chr. Er weist ausschließlich geprägte und bearbeitete Fundstücke aus Gold auf.

Die Wikinger waren vor König Blauzahn da

Das Vejle Museum, in dem der Fund lagert, schreibt voller berechtigter Euphorie: „Der riesige Fund von knapp 1 kg Gold, u. a. bestehend aus riesigen Medaillons in der Größe von Untertassen, hat nach 1500 Jahren auf dänischem Boden wieder das Licht der Welt erblickt.“ Die Region um Jelling, die seit 1994 auf der Weltkulturerbe-Liste der Unesco steht, wird heute als die im zehnten Jahrhundert geschaffene Wiege Dänemarks mit den Wikingerkönigen Gorm dem Alten und Harald „Blauzahn“ Gormson (910–987) angesehen. Die aktuellen Funde zeigen jedoch, dass es bereits vor dem zehnten Jahrhundert bedeutende Siedlungen in dieser Gegend gegeben hat.

Goldmedaillon aus dem Wikinger-Schatz.
Foto: Vejle Museum

Der Vindelev-Schatz, wie er von dem Museum genannt wird, besteht neben den verzierten Medaillons auch aus römischen Münzen, die zu Schmuck verarbeitet wurden. Die Auswertung der 22 Fundstücke wird noch einige Zeit erfordern. Bereits jetzt haben die Archäologen festgestellt, dass der Schatz vor 1500 Jahren in einem Langhaus vergraben wurde. Eine der Münzen konnte bereits als Goldmünze des römischen Kaisers Konstantin dem Großen (285–337 n. Chr.) identifiziert werden. Den Medaillons schreiben die Expertinnen und Experten eine noch nie gesehene Technik und Qualität zu. Die Objektmotive und Runeninschriften sind noch nicht im Detail verifiziert.

Wikingerschatz im Vejle-Museum anschauen

Der Vindelev-Schatz soll in einer großen Wikingerausstellung ab Februar 2022 im Vejle-Museum zu besichtigen sein. Bereits jetzt zeugen jährlich rund 150 000 Besucherinnen und Besucher vom historischen Stellenwert Jellings.

Mit König Blauzahn ist übrigens jeder Computernutzer vertraut: Das Bluetooth-Logo mit den Runen B und H erinnert an ihn.

Themen im Artikel

Ein Beitrag von:

Stellenangebote

Johann Fischer Aschaffenburg Präzisionswerk GmbH & Co. KG

Ingenieur / Konstrukteur (m/w/d) Maschinenbau

Aschaffenburg
WIKA Alexander Wiegand SE & Co. KG

Testingenieur Firmware (m/w/d)

Klingenberg am Main
WIKA Alexander Wiegand SE & Co. KG

Elektronikentwickler IIoT Firmware (m/w/d)

Klingenberg am Main
Ernst-Abbe-Hochschule Jena

Professur (W2) Virtuelle Produktentwicklung

Jena
Ernst-Abbe-Hochschule Jena

Professur (W2) Grundlagen der Elektrotechnik

Jena
Ernst-Abbe-Hochschule Jena

Professur (W2) Strömungslehre und Thermodynamik

Jena
Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

Professur (m/w/d) für das Gebiet Mathematik und Ingenieurwissenschaften

Wilhelmshaven
Bundesanstalt für Straßenwesen

Ingenieurin/Ingenieur (m/w/d) mit einem Diplom/Bachelor des Maschinenbaus, der Mechatronik oder der Elektrotechnik

Bergisch Gladbach
Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

W 2-Professur Elektronik

Lemgo
Universität Ulm

Referent/in (m/w/d) für Technologietransfer und Projektmanagement

Ulm
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Top 5 aus der Kategorie Technikgeschichte