Wasserwirtschaft 17. Mai 2022 Von Bettina Reckter

Klimawandel: Klare Forderungen zur zukünftigen Wasserpolitik an die Bundesregierung

Dürren, Überschwemmungen, Nutzungskonflikte: Auf die Wasserwirtschaft warten hierzulande enorme Herausforderungen. Vertreter der Branche machten mit einem Politikmemorandum gestern Abend in Berlin auf ihre Belange aufmerksam.

Wasserknappheit und Überschwemmungen machen der Wasserwirtschaft zunehmend zu schaffen.
Foto: PantherMedia / rfphoto

„Die anhaltende Trockenheit in diesem Frühjahr zeigt eindrucksvoll, wie wichtig eine wasserwirtschaftliche Anpassung an den Klimawandel ist“, sagt Johannes Lohaus, Sprecher der Bundesgeschäftsführung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA). „Analog zu Hochwasser kann es keinen vollständigen Schutz vor Trockenheit und Dürre geben. Mit einem stärkeren Wasserrückhalt, dem Ausbau von Wasserspeichern und einer nachhaltigen Wasserwiederverwendung können aber viele Engpässe und daraus resultierende Nutzungskonflikte vermieden werden. Notwendig ist dafür eine konsequente Verfolgung strategischer wasserwirtschaftlicher Ziele durch die Politik, verbunden mit einer langfristigen und verlässlichen Finanzierung.“

Am Montagabend legte die DWA im Rahmen einer Konferenz mit ihrem Politikmemorandum die aktuell wichtigsten Themen der Wasserwirtschaft auf den Tisch – verbunden mit den klaren Forderungen an die umweltpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen.

Die DWA im Überblick

Die Kernbotschaften für die neue Legislaturperiode

Die Branche sieht große Anstrengungen auf sich zukommen. Ein Hauptaugenmerk legt die DWA deshalb auf die Nationale Wasserstrategie, die eine leistungsfähige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung trotz aller Extremereignisse garantieren soll. Mit Blick auf die Flutkatastrophen im vergangenen Jahr heißt es in dem Papier weiter: „Die Politik muss dem Schutz vor Überflutungen durch Hochwasser oder lokale Sturzfluten eine größere Bedeutung beimessen, einheitliche Standards für die Risikobewertung festlegen und das Risikomanagement als ein zentrales Element der Klimaanpassung verbessern.“

Dazu brauche es eine flexiblere Bewirtschaftung der Wasserressourcen, eine klare Vorrangstellung der Trinkwasserversorgung, rechtliche Regelungen für eine achtsame Nutzung, insbesondere eine Wiederverwendung von Wasser, den Ausbau von Speicherkapazitäten und die Auflösung von Nutzungskonflikten. Mit Blick auf die zunehmende Verstädterung sollte zudem eine wasserbewusste Stadtentwicklung künftig mehr gefördert werden. Zugleich gilt es, diffuse Stoffeinträge aus Landwirtschaft, Industrie und Verkehr in die Gewässer zu verringern sowie den Hochwasserschutz und generell den ökologischen Zustand der Gewässer zu verbessern.

Gemeinsames Handeln auf EU-Ebene international gefordert

Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung bereits wesentliche Kriterien für den Umweltschutz verankert. Die Globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen werden dort als Richtschnur genannt. Nun müsse die ambitionierte umweltpolitische Agenda an die europäische Umweltstrategie im Rahmen des „Green Deals“ der EU angepasst werden.

Der Klimawandel verlangt den Menschen immer mehr aktive Veränderung ab, das haben Dürreperioden und Extremwettereignisse des vergangenen Jahres deutlich gezeigt. Die aktuellen Berichte des Weltklimarats IPCC warnen auch für dieses Jahr vor verheerendem Hochwasser. Die DWA nimmt hier ihre Verantwortung für den Klimaschutz ernst, sei es mit Maßnahmen zur Anpassung der abwassertechnischen Anlagen, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren, zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Optimierung des Ressourceneinsatzes und zur offenen und transparenten Kommunikation über die Treibhausgasbilanzen.

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