Grüner Stahl 18. Okt 2022 Von Iestyn Hartbrich

Direktreduktion: SMS soll erstes klimaneutrales Stahlwerk der Welt bauen

Der Düsseldorfer Anlagenbauer SMS hat einen milliardenschweren Auftrag des schwedischen Stahl-Start-ups H2 Green Steel erhalten. Es geht um den Bau von wasserstoffbasierten Direktreduktionslagen.

Der schwedische Stahlhersteller SSAB hat den Anlagenbauer SMS beauftragt, auf der grünen Wiese ein dekarbonisiertes Stahlwerk zu bauen. Kernelement: die wasserstoffbasierte Direktreduktion. Projektvolumen: 1 Mrd. €.
Foto: SMS Group

Die Düsseldorfer SMS group hat einen Großauftrag aus Schweden erhalten: Für das Stahl-Start-up H2 Green Steel soll der Anlagenbauer Prozesstechnologie mit einem Projektvolumen von mehr als 1 Mrd. € liefern. Der Lieferumfang erstrecke sich „von der Direktreduktionsanlage bis hin zu den Bandanlagen“, teilt SMS mit.

Direktreduktion: Wie sie funktioniert und wann die Stahlkonzerne umstellen wollen

Klimaneutrales Stahlwerk auf der Grünen Wiese

H2 Green Steel verfolgt den Plan, ein klimaneutrales Hüttenwerk auf der „Grünen Wiese“, also von Grund auf neu zu bauen. Dafür hat das 2020 gegründete Unternehmen einen 300 ha großen Standort in Boden in der schwedischen Region Norbotten ausgewählt. Der erste Stahl soll dort 2025 hergestellt werden, 2026 soll die Produktion hochgefahren werden.

Kernelement in der Produktion grünen Stahls ist die wasserstoffbasierte Reduktion von Eisenerz in einer sogenannten Direktreduktionsanlage. Hier wird Wasserstoff als Prozessgas eingesetzt, anders als im Hochofen, der auf Kokskohle angewiesen ist. Auf diese Weise sinken die CO2-Emissionen drastisch. „Grüner Stahl auf Wasserstoffbasis ist die Zukunft der Primärstahlerzeugung. Wir sind sehr stolz darauf, die Technologie für das erste komplett klimaneutrale Stahlwerk der Welt zu liefern“, sagte Burkhard Dahmen, Vorstandsvorsitzender der SMS group.

Unteraufträge an Paul Wurth und Midrex

Für die Direktreduktion hat H2 Green Steel die Midrex-Technologie ausgewählt, eine von zwei wesentlichen, kommerziell verfügbaren Varianten. Der Anlagenbauer Paul Wurth, der seit 2021 zum SMS-Konzern gehört, ist Konsortialpartner von Midrex Technologies und baut bereits Direktreduktionsanlagen.

Zusätzlich umfasst der Auftrag von H2 Green Steel ein Elektrostahlwerk, in dem das direkt reduzierte Roheisen verarbeitet wird, eine Gieß- und Walzanlage sowie einen Kaltwalz- und Bandanlagenkomplex. Laut SMS sollen dort auch hochfeste Stahlgüten produziert werden, unter anderem für die Automobilindustrie. Ein Teil des Stahls ist bereits verkauft: H2 Green Steel hat Lieferungen mit mehreren Automobilherstellern vereinbart.

Themen im Artikel

Ein Beitrag von:

Stellenangebote

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Ingenieur im Teilprojekt "Innerparkverkabelung (IAG)" für Offshore Windparks (w/m/d)

Hamburg
EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Ingenieur der Elektrotechnik für Offshore-Wind (w/m/d)

Hamburg
Hochschule Biberach Biberach University of Applied Sciences

W 2-Professur Projektsteuerung und Projektmanagement Bau

Biberach
FH Aachen

Professur "Mechatronik mit Schwerpunkt Systems Engineering"

Aachen
Landtag Nordrhein-Westfalen

Stellvertretende Referatsleitung in Verbindung mit der Leitung des Sachbereichs "Technische Gebäudeausrüstung (TGA)" (m/w/d)

Düsseldorf
Technische Hochschule Deggendorf

Professur (d/m/w) für das Lehrgebiet "Digitales Baumanagement"

Pfarrkirchen
Hochschule Kempten

Professur (m/w/d) Geoinformatik

Kempten
Technische Universität Darmstadt

Gastprofessuren für Talente aus der Industrie

Darmstadt
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes

W2-Professur für Mechatronische Konstruktionen

Saarbrücken
Hochschule für angewandte Wissenschaften München

Professur für Technische Informatik - Schwerpunkt Hardware (W2)

München
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Top 5 aus der Kategorie Werkstoffe