Trendstudie von Tata Consultancy Services und Bitkom Research 03. Dez 2019 Von Jens D. Billerbeck

Wie digital ist die deutsche Wirtschaft?

Wie steht es um die Digitalisierung der deutschen Industrie im Jahr 2019? Cloud-Computing, Big Data, Analytics und Plattformen sind weiter verbreitet denn je. Doch es gibt auch noch Baustellen.


Foto: panthermedia.net/ Kittipong Jirasukhanont

Bereits zum vierten Mal untersuchten das Beratungsunternehmen Tata Cansultancy Services (TCS) und Bitkom Research den Status quo der digitalen Transformation in Deutschland. Sie befragten dazu im Sommer Führungskräfte von knapp 1000 Unternehmen unterschiedlicher Größen und aus verschiedenen Branchen.

Im Vergleich seit dem Jahr 2016 ist die Zahl der digitalaffinen Unternehmen stetig gestiegen. 2019 waren 78% offen für die Digitalisierung, 2016 waren es nur 70%. Dagegen wird der Anteil derer, die sich der Digitalisierung verschließen und damit in den Augen der Studienautoren Marktanteile riskieren, geringer: Nur noch 18% sind unentschieden, rund 3% skeptisch.

Unternehmen werden agil

Auch der Anteil des Jahresumsatzes, die die Unternehmen in die Digitalisierung investieren, ist im Jahresvergleich 2017/2018 um satte 12% gestiegen, von 4,9% auf 5,5%. Und die Unternehmen werden beweglicher. Der Anteil derjenigen, die manchmal, immer oder größtenteils agile Methoden einsetzen, wuchs im Jahresvergleich von 35% in 2018 auf 43% im Jahr 2019.

Befragt zur Digitalkompetenz ihrer Mitarbeiter zeigen sich 65% der Befragten damit zufrieden. Der Löwenanteil der Firmen (81%) fördert diese Kompetenz aktiv. Doch fehlende Mitarbeiter sind auch eine Hürde auf dem Weg in die digitale Zukunft. So sucht gut die Hälfte der befragten Unternehmen IT-Sicherheitsberater, ein gutes Drittel Cloud-Experten und ein knappes Drittel Social-Media-Manager.

Hürden Datenschutz und Datensicherheit

Beim Geld dagegen scheint derzeit kein Mangel zu herrschen, denn ein verschwindend kleiner Anteil (1%) sieht die finanziellen Mittel als Hürde bei der Digitalisierung. Dagegen stehen Unsicherheiten bezüglich der Anforderungen an die IT-Sicherheit und den Datenschutz bei gut der Hälfte einer erfolgreichen Digitalisierung im Weg.

In jedem zweiten der befragten Unternehmen koordiniert eine Person die Digitalisierung bereichsübergreifend. Dieser Anteil stieg laut Studie in den letzten zwei Jahren bei den Unternehmen ab 100 Mitarbeitern um durchschnittlich acht Prozentpunkte. Doch der Blick auf die Unternehmensgrößen offenbart hier deutliche Unterschiede: Zwei Drittel (64%) der Großunternehmen verfügen über einen Digitalisierungsverantwortlichen, jedoch nur jedes zweite der eher mittelständisch geprägten Unternehmen (48% bzw. 50%).

Changemanagement auf dem Vormarsch

„Um die Digitalisierung erfolgreich zu gestalten, genügt es nicht, neue Geräte anzuschaffen oder Technologien einzusetzen. Digitalisierung im Unternehmen bedeutet die Veränderung von Prozessen und Strukturen, und so eine Veränderung muss aktiv gestaltet und begleitet werden. Change Management bedeutet, notwendige Veränderungen zu kommunizieren und jeden Einzelnen mitzunehmen“, sagt Kay Müller-Jones, Leiter Consulting und Services Integration bei TCS.

Die Zahlen der Studie geben ihm recht: Setzte 2017 nur etwas über ein Drittel der Unternehmen auf Changemanagement, ist es 2019 immerhin schon knapp die Hälfte (47%). Die Verantwortung für dieses Changemanagement verortet die Studie vor allem in drei Bereichen: 3% Prozent der Unternehmen, die Changemanagementmethoden einsetzen, verankern diese in ihrer Digitalisierungseinheit, beim CDO oder einer ähnlichen digitalen Leitungsfunktion. In rund jedem vierten Unternehmen gehören die Verantwortlichen zur Geschäftsführung bzw. dem Vorstand oder zur internen Unternehmenskommunikation (23%).

Cloud ist faktisch Standard

Bei den digitalen Technologien, die in den Unternehmen bereits zum Einsatz kommen, steht das Cloud-Computing einsam an der Spitze. Im Schnitt nutzen 78% der Befragten die Cloud, wobei die Großunternehmen mit 86% führen. Damit sehen die Autoren der Studie die Cloud als faktischen Standard im Unternehmen.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen Big Data und Analytics (44%) sowie das Internet der Dinge (23%), danach die Bereiche 3-D-Druck, Virtual bzw. Augmented Reality, Robotik, künstliche Intelligenz und als Schlusslicht mit nur 5% die Blockchain-Technologie. Erstmals wurde in der 2019er-Studie nach dem Drohneneinsatz gefragt. Er kam mit 15% der Nennungen noch vor der Robotik auf Platz sechs.

Die gesamte Studie mit weiteren Ergebnissen zu einzelnen Branchen ist im Internet unter www.studie-digitalisierung.de abrufbar.

Tags: Industrie 4.0

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