Black Friday 2023 22. Nov 2023 Lesezeit: ca. 2 Minuten

Beschert die Krise den Verbrauchern besonders gute Deals?

Black Friday ist üblicherweise der Tag der attraktiven Rabatte für die Käufer und der des saftigen Umsatzes für den Handel. Im Krisenjahr sind die Voraussetzungen allerdings schlecht. Denn noch sind die Verbraucher nicht in Kauflaune.

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Bei Elektronikartikeln purzeln am Black Friday die Preise besonders stark.
Foto: PantherMedia / Goodluz

Der Countdown läuft. Internetseiten zählen schon die Stunden herunter bis zu dem großen Tag. Der Handel inszeniert den Black Friday (24. November) zu einem rauschenden Fest des Konsums, aber die Vorzeichen sind in diesem Jahr nicht gut. Der Name des Aktionstages, der an den Zusammenbruch der New Yorker Börse im Jahr 1929 erinnert, ist unfreiwillig aktuell. Pandemie, Kriege, Inflation: Die Händler sind nach den schwierigen Jahren besonders auf hohe Umsätze angewiesen, aber viele Menschen sind nicht in Kauflaune. Kann die Aktion trotzdem ein Erfolg werden?

Männer wollen mehr ausgeben als Frauen

Das Potenzial ist groß. 70 % der Deutschen wollen an den Tagen rund um den Black Friday laut einer repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung PwC gezielt nach Angeboten suchen. Sie wollen demnach im Durchschnitt 281 € ausgeben, das sind 8 € weniger als im vergangenen Jahr. Männer sind dabei mit 331 € deutlich kauffreudiger als Frauen (234 €). Laut den Marktforschern von NielsenIQ haben Konsumenten in Deutschland im vergangenen Jahr mehr Geld ausgegeben als in Frankreich, Großbritannien, Italien oder Spanien.

So lief Black Friday im Jahr 2022

Seinen Ursprung hat der Black Friday in den USA. Dort markiert der Brückentag nach Thanksgiving, dem vierten Donnerstag im November, den Beginn des Weihnachtsgeschäftes. Im Jahr 2013 ist die Marke Black Friday in Deutschland markenrechtlich geschützt worden, kontinuierlich gewachsen und ist nun fest etabliert. Für die Händler ist der Black Friday neben dem Weihnachtsgeschäft das wichtigste Verkaufsevent des Jahres, das vierte Quartal ist das umsatzstärkste.

Händler müssen Überzeugungsarbeit leisten

Der Handelsexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU sieht den Druck in diesem Jahr besonders auf der Seite der Händler. Er erwartet besonders große Preisreduzierungen. „Die Händler müssen mehr Überzeugungsarbeit leisten, weil die Menschen gerade etwas geizig sind. Deshalb müssen die Rabatte besonders gut sein.“

Laut einer Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH Köln will jeder Dritte in diesem Jahr weniger ausgeben als im Vorjahr. Der Handelsverband Deutschland rechnet an den Tagen rund um den Black Friday mit Umsätzen in Höhe von 5,8 Mrd. € – das wäre ein Plus von 3 %. 2022 waren die Umsätze im Vergleich mit dem Vorjahr noch um 20 % gestiegen. „Der Handel kann nicht auf den Tag verzichten. Aber der Black Friday wird dieses Jahr nicht mehr retten können. Dafür ist das Konsumklima zu schlecht“, sagt Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein.

Für viele Menschen ist die Aussicht dennoch verlockend, mindestens einen Teil der Weihnachtsgeschenke schon vier Wochen vor dem Fest zu besorgen. 71 % der Deutschen wollen die Schnäppchentage der PwC-Umfrage dazu nutzen. Besonders beliebt sind demnach vor allem elektronische Geräte (40 %) und Kleidung (33 %). Den Befragten zufolge muss der Rabatt bei mindestens 38 % liegen, um besonders gut zu sein.

74 % wollen online kaufen

Kurz vor dem 24. November ist es kaum möglich, den Black Friday zu übersehen. Die großen Videotafeln an den Hauptverkehrsstraßen der Städte bewerben seit Tagen die Schnäppchen. Der Onlinehandel hat auch in diesem Jahr wieder die Nase vorn. Laut der PwC-Studie wollen 74 % online auf Einkaufstour gehen, nur 24 % offline und stationär. Dennoch hat der klassische Einzelhandel seine Vorzüge. So warnt die Verbraucherzentrale vor einem erhöhten Risiko, an den Aktionstagen auf einen unseriösen Onlineshop hereinzufallen.

Experten sehen wegen der Vielzahl an Angeboten die Gefahr eines Kaufrauscheffektes. Onlinehändler nutzten demnach etwa rote Balken, die angeblich dahinschmelzende Lagerbestände anzeigen, oder ablaufende Uhren, um Käufer unter Druck zu setzen. Die Verbraucherzentrale rät dazu, sich Preisgrenzen zu setzen, Portale zum Preisvergleich zu nutzen und einen kühlen Kopf zu bewahren.

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Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben am Black Friday aber zumindest einen Vorteil. Sie können den Schnäppchentag und seinen Rummel bei Bedarf einfach ignorieren. Für die Händler ist das deutlich schwieriger. Die könnten es sich kaum leisten, die Aktion zu boykottieren, sagt Experte Fassnacht. (dpa)

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