Arbeitsmarkt 09. Jan 2015 Harald Weiss

Gute Aussichten für Ingenieure in den USA

Die US-Wirtschaft hat sich erholt, der Arbeitsmarkt bietet viele neue Jobs und allen Ingenieuren werden beste Berufsaussichten prophezeit – wenn auch mit deutlichen Unterschieden in den einzelnen Branchen.

Ein Ingenieur prüft im Reinraum bei der Nasa ein spezielles Segment für das Webb Teleskop.
Foto: action press

Die US-Wirtschaft hat sich im vorigen Jahr deutlich erholt. So gab es im dritten Quartal ein Plus von 5 % beim Bruttoinlandsprodukt. Auch der Arbeitsmarkt entwickelte sich zum Jahresende gut, die Zahl der Erwerbslosen ging im November um 1,7 Mio. Personen zurück. Laut dem Arbeitsministerium war das Jahr 2014 bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze das beste Jahr seit 1999, und das war die Blütezeit des Dotcom-Booms. In seinem Bericht hebt das Arbeitsministerium hervor, dass im Segment der unteren Lohngruppen überdurchschnittlich viele neue Stellen geschaffen wurden (Gastronomie und Handel).

Aber auch aus für Ingenieure wichtigen Branchen gab es sehr Erfreuliches zu berichten. So stieg die Zahl der Arbeitsplätze im Baugewerbe um 231 000 und in der Fertigungsindustrie um 186 000 an. Bis 2016 erwartet das Ministerium bei den Ingenieur-Berufen eine Zunahme der Arbeitsplätze um 11 %. Auf den obersten Plätzen stehen dabei die Branchen Umwelt-Technologien, Biomedizin, Anlagenbau und Bauwesen, wo es ein Plus von 18 % bis 25 % geben soll. Die Bereiche Elektrotechnik, Computer und Elektronik müssen sich dagegen mit einer Zunahme der Arbeitsplätze von 4 % bis 6 % begnügen. Hauptursache dafür sehen die Arbeitsmarktexperten in den geringeren Verteidigungsausgaben, von denen vor allem die militärische Forschung und Entwicklung betroffen ist.

Für die College-Absolventen, die in diesem Jahr ein Studium in einer der Ingenieur-Wissenschaften mit einem Bachelor abschließen, gibt es auch gute Chancen auf einen Job mit einem höheren Anfangsgehalt. So erwartet eine Studie der National Association of Colleges and Employers ein Plus von 8,3 % bei der Anzahl der Einstellungen von Absolventen und ein Plus von 3,6 % bei den Anfangsgehältern. Die Untersuchung der Michigan State University prognostiziert sogar ein Plus von 16 % bei den Einstellungen – das wäre mehr als zur Dotcom-Zeit. Auch die langfristigen Aussichten sind für die US-Ingenieure positiv. „Innerhalb der nächsten zehn Jahre werden mindestens 250 000 zusätzliche Ingenieure benötigt“, heißt es im Engineering Employment Outlook der Personalberatung Kelly Services. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigerung von 11 % pro Jahr. Demnach wird es die meisten neuen Arbeitsplätze im Bauwesen, in der wiedererstarkten Luft- und Raumfahrt sowie bei den erneuerbaren Energien geben. Laut dem Bericht werden die großen US-Metropolen in dieser Zeit 46 000 neue Stellen für Architekten und Bauingenieure schaffen, um Verbesserungen und Erneuerungen der Infrastruktur umzusetzen.

Die Petroindustrie ist der Wermutstropfen im Ausblick: Hier hat der fallende Ölpreis zu vielen Entlassungen geführt. Die Federal Reserve Bank von Texas geht davon aus, dass bis zu 128 000 Arbeitsplätze allein in Texas wegfallen werden. Der Zulieferer Haliburton hat schon Entlassungen vorgenommen und deren CEO Dave Lesar warnte seine Mitarbeiter in einer E-Mail: „2015 wird ein ganz schwieriges Jahr.“

Noch sind von diesen Personalplänen überwiegend das Backoffice und andere Support-Funktionen betroffen, aber die weitere Entwicklung hängt davon ab, wie lange der Ölpreis niedrig bleibt. „Noch sehe ich keinen Rückgang bei den Förder- und Explorations-Aktivitäten“, sagt Bill Herbert, Analyst bei Simmons & Co. Doch er sieht die dunklen Wolken am Horizont heraufziehen. „Sollte sich der Ölpreis nicht bald wieder erholen, wird das zu drastischen Einsparungen bei unprofitablen Förderstätten führen“, so Herbert weiter. Das sind dann vor allem die Tiefsee-Bohrungen im Golf von Mexiko und die Fracking-Bohrungen im Norden und Nordosten der USA.

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