Konjunkturampel des Instituts der deutschen Wirtschaft 10. Mai 2023 Von Michael Grömling Lesezeit: ca. 2 Minuten

Industrie und Dienstleistungssektor erwarten Wirtschaftswachstum

Die Rezession des vergangenen Jahres setzt sich nicht fort, zeigen die Daten der Konjunkturampel des Instituts der deutschen Wirtschaft: Stattdessen dominieren positive Signale.

Eine Rezession in der Industrie erwarten die Verantwortlichen in dieser Branche für dieses Jahr nicht mehr. Besonders die Investitionsgüterindustrie zeigt sich optimistisch.
Foto: PantherMedia / alex.wolf

Aufgrund der sich entspannenden Materiallage und der gesunkenen Energiepreise startete die deutsche Wirtschaft besser in das Jahr 2023, als noch kurze Zeit zuvor erwartet. Nach ersten Schätzungen stagnierte die Wirtschaftsleistung in Deutschland in den ersten drei Monaten auf dem Niveau des vierten Quartals 2022. Die Rezession vom Jahresende hat sich wider ersten Erwartungen nicht weiter fortgesetzt.

Deutsche Wirtschaft sendet positive Signale im Frühjahr

War das Jahresende 2022 noch von einer tiefen Besorgnis über die kurzfristige Entwicklung in Deutschland bestimmt, so überwiegen nun im Frühjahr die positiven Signale, die Konjunkturperspektiven haben sich aufgehellt.

Industrieproduktion und Auftragseingänge stiegen in den vergangenen drei Monaten an, zeigt die IW-Konjunkturampel. Allerdings gab es Einbrüche bei den Investitionen und im Export. Grafik: IW

Laut Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft hat im März und im April gut ein Drittel der Unternehmen seine Geschäftslage besser bewertet als vor einem Jahr. Dagegen sprechen 29 % von einer schlechteren Situation. Der Lagebericht fällt damit positiver aus als im Spätherbst 2022 und reflektiert die besseren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Besonders im Dienstleistungs- und Investitionsgütersektor dominieren Betriebe mit einer positiveren Lagebewertung.

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Bei Grundstoffen und Energie sowie im Baugewerbe wird mehrheitlich die aktuelle Situation jedoch schlechter eingeschätzt als vor einem Jahr. Die leichte Verbesserung der Lage wird von einer merklich stärker sichtbaren Aufhellung der Geschäftserwartungen für das gesamte laufende Jahr begleitet. Der Anteil der Firmen, die von einer höheren Produktion als im Vorjahr ausgehen, beläuft sich auf 36 %.

Produktionszuwachs wird von den Unternehmen wieder häufiger erwartet

Bei der Befragung im November hielt nur gut ein Viertel der Unternehmen einen Produktionszuwachs in diesem Jahr für möglich. Dagegen hat sich der Anteil der Pessimisten von 39 % auf 26 % merklich vermindert. Ein namhafter Aufschwung ist daraus jedoch nicht abzuleiten. Von der Schwungkraft früherer Erholungsphasen sind die gegenwärtigen Einschätzungen der Unternehmen noch deutlich entfernt.

Ein erfreulicher Lichtblick zeigt sich im Dienstleistungssektor trotz der hohen Inflation. Gingen in der Herbstbefragung nur drei von zehn der Servicebetriebe von einem besseren Geschäft in diesem Jahr aus, so sind es aktuell vier von zehn. Spiegelbildlich ist der Anteil der Pessimisten von 32 % auf 19 % gefallen. Dagegen geht die Bauwirtschaft von einer fortgesetzten Rezession aus, die aber nicht mehr so stark ausfallen dürfte, wie noch im Spätjahr 2022 vorhergesehen.

Industrie erwartet keine Rezession mehr

Eine Rezession in der Industrie wird für dieses Jahr nicht erwartet. Während bei den industriellen Herstellern von Konsum- und Grundstoffgütern eine anhaltend rezessive Stimmung herrscht, ist bei der Investitionsgüterindustrie wieder mehrheitlich eine positive Stimmung zu erkennen.

Denn auch die Investitionserwartungen der Unternehmen fallen wieder höher aus. Allerdings war die Investitionstätigkeit in den vergangenen drei Jahren von Pandemie und dem Krieg gegen die Ukraine stark vermindert.

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Damit haben sich große Investitionsbedarfe aufgebaut – vor allem aufgrund des demografischen Wandels, der Digitalisierung und der ökologisch begründeten Transformation der Wirtschaft. 37 % der befragten Firmen erwarten höhere Investitionsausgaben als im Vorjahr und nur noch 24 % rechnen mit knapperen Investitionsbudgets.

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