IW-Konjunkturampel 28. Dez 2023 Von Michael Grömling Lesezeit: ca. 2 Minuten

Konjunkturdaten des IW zeichnen ein miserables Bild der deutschen Wirtschaft

Die Unternehmen blicken mit Pessimismus auf das Jahr 2024, zeigt die IW-Verbandsumfrage.

Kriege und Krisen belasten weiterhin die deutsche Exportwirtschaft. Hier warten Lkw im Hafen auf die Fähre nach Dover.
Foto: Steinmüller

Die IW-Konjunkturampel liefert für den Zustand der deutschen Wirtschaft zum Jahresende 2023 ein miserables Bild. Kein einziger der dort abgebildeten Konjunkturindikatoren ist grün eingefärbt – was eine Verbesserung in den letzten drei Monaten signalisieren würde.

Mehrheit der Wirtschaftsverbände bewertet Lage schlechter als vor einem Jahr

Die Zeichen stehen mehrheitlich auf Rot. Dieser Befund wird auch von der IW-Verbandsumfrage zum Jahreswechsel 2023/2024 bekräftigt. 30 der 47 teilnehmenden Wirtschaftsverbände bewerten die aktuelle Lage schlechter als vor einem Jahr. Das ist insofern bedenklich, da auch damals aufgrund der Energiekrise und der Ängste vor einer Gasmangellage keine gute Stimmung in der deutschen Wirtschaft zu beobachten war.

Die Industrieproduktion sank ebenso wie das Konsumentenvertrauen. Alle Indikatoren weisen darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft im neuen Jahr schweren Zeiten entgegengeht. Grafik: IW

Nur in sechs Branchen wird die aktuelle Situation besser bewertet, die verbleibenden elf Verbände sprechen immerhin von einer unveränderten Wirtschaftslage. Trotz der rückläufigen Inflation konnte sich die Volkswirtschaft im laufenden Jahr nicht aus ihrer Schockstarre lösen.

Der Welthandel leidet unter den Kriegen und geopolitischen Verwerfungen, das belastet die deutsche Exportwirtschaft. Die hohen Zinsen und Kostenhandicaps wirken negativ auf die Investitionstätigkeit der Industrie.

Zinserhöhungen der EZB verschärfen die schlechten Aussichten für die Unternehmen

Die trüben Aussichten für die deutsche Wirtschaft werden verstärkt durch die Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank als Reaktion auf Kostenschocks und hohe Inflationsraten sowie die Verunsicherung von Unternehmen und Haushalten infolge der Unklarheiten beim Bundeshaushalt.

Als Ergebnis der IW-Verbandsumfrage erwarten nur neun der 47 Wirtschaftsverbände ein höheres Produktionsniveau im neuen Jahr. Dagegen sprechen 23 Verbände von einem Produktions- oder Geschäftsrückgang. Gleichbleibende Wirtschaftsaktivitäten sehen immerhin 15 Verbände.

Aus diesem pessimistischen Gesamteindruck lässt sich kein wirtschaftlicher Fortschritt für 2024 ableiten. Nachdem die Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 voraussichtlich um fast 0,5 % sinken wird, ist ein Schrumpfen in ähnlicher Größenordnung auch für das neue Jahr zu erwarten. In den vergangenen sieben Jahrzehnten war die deutsche Wirtschaft nur 2002 und 2003 in zwei aufeinanderfolgenden Jahren in einer Rezession.

Die IW-Verbandsumfrage signalisiert auch niedrige Investitionen im neuen Jahr. Nicht mehr die Verbände mit stabilen Investitionsaussichten haben in der Umfrage die Oberhand, sondern die pessimistischen. Nur acht Verbände rechnen im Jahr mit höheren Investitionen in ihrer Branche. Dazu gehören die Energie- und Wasserwirtschaft und die Pharmaindustrie.

Industriebetriebe wollen weniger investieren

Dagegen gehen 22 Verbände von niedrigeren Investitionen aus. Das trifft im Großen und Ganzen auf die meisten Industriebranchen zu. Wegen der Nachfrageschwäche fallen die Investitionspläne entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Bauindustrie schlecht aus. Mit Blick auf die Investitionspläne der Unternehmen steht und fällt vieles mit dem künftigen Lauf der Weltwirtschaft.

Die Verschlechterungen und die Verunsicherungen bei den Rahmenbedingungen und der Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit sind jedoch hausgemachte Belastungen für die Investitionen am Standort Deutschland.

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