Wirtschaft 24. Feb 2023 Von André Weikard Lesezeit: ca. 5 Minuten

So setzt der Krieg Bau, Energiewirtschaft und Chemiebranche zu

Einzelne Industriesparten sind besonders intensiv von Energiepreisschock und Versorgungsengpässen betroffen. Ein Stimmungsbild.

Windkraftanlagen stehen auf einem Feld bei Erkelenz nahe des Braunkohletagebaus Garzweiler II, dahinter das Kohlekraftwerk Neurath von RWE. Die Ampelkoalition hat den Ausbau erneuerbarer Energien beschlossen. Demnach sollen bis 2030 mindestens 11,5 Gigawatt aus Windenergie produziert werden.Nicht zuletzt, um unabhängiger von Energieimporten zu werden.
Foto:
Foto: ddp images/Panama Pictures

Der Krieg mache alle ärmer, lautete das einhellige Mantra der Volkswirte – vom Ex-Ifo-Chef Hans-Werner Sinn bis zum Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup – bereits kurz nach Russlands Einmarsch in die Ukraine. Nun liegen erste Berechnungen vor, wie groß die finanziellen Einbußen für die Weltwirtschaft und jeden einzelnen Bundesbürger bereits waren. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) beziffert den Schaden für die deutsche Wirtschaft beispielsweise auf 160 Mrd. €. Das entspräche immerhin 2000 € pro Kopf oder 4 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts.

Industriesektor besonders stark betroffen

„Die deutschen Unternehmen sind besonders stark von den wirtschaftlichen Folgen des russischen Kriegs betroffen“, glaubt DIHK-Chef Peter Adrian. Denn in Deutschland habe die Industrie einen höheren Anteil an der Gesamtwirtschaft als in vielen anderen Ländern. Gerade dieser Sektor leide aber in erster Linie unter gestörten Lieferketten und stark gestiegenen Energiepreisen. Das könne mittelfristig weitere Belastungen mit sich bringen. „Der Gaspreis hat sich hierzulande auf einem drei- bis fünfmal so hohen Niveau eingepegelt wie in den USA“, führt Adrian aus. Doch auch im europäischen Vergleich ergeben sich erhebliche Wettbewerbsverzerrungen. Für Mittelständler sei Strom etwa viermal so teuer wie im Nachbarland Frankreich. Das werde zum Standortnachteil.

Der Krieg in der Ukraine und die Zeitenwende – Diese Bücher helfen beim Verständnis

Energiepreise für Unternehmen 40 % höher

Milo Bogaerts, Geschäftsführer vom Kreditversicherer Allianz Trade, teilt zwar die Beobachtung, dass sich die Energiepreise für Unternehmen in Deutschland binnen Jahresfrist etwa um 40 % verteuert haben, schränkt aber ein, dass die Energiekosten in den meisten Branchen nur einen vergleichsweise geringen Anteil an den gesamten Produktionskosten hätten. Im verarbeitenden Gewerbe seien das nur 1 % bis 1,5 %. Wechselkursschwankungen oder höhere Arbeitskosten hätten hingegen größere Auswirkungen.

Billionenschaden für die Weltwirtschaft

Angebot wählen und sofort weiterlesen

  • Alle Beiträge auf vdi-nachrichten.com
  • Monatlich kündbar

Oder werden Sie VDI-Mitglied und lesen im Rahmen der Mitgliedschaft Vn+.

Jetzt Mitglied werden
Ein Beitrag von:

Stellenangebote

Hensoldt Sensors GmbH

Systemingenieur*in Sekundärradar / IFF (m/w/d)

München/Taufkirchen
HENSOLDT Sensors GmbH

Head of N&G Radar Planning & Cables (w/m/d)

Ulm
HENSOLDT Sensors GmbH

Junior Systemingenieur*in Produktentwicklung (w/m/d)

Ulm
HENSOLDT Optronics GmbH

SAP Consultant EWM / Logistics / TM (w/m/d)

Oberkochen, Ulm
HENSOLDT AG

Corporate Finance und Treasury Risk Manager*in (w/m/d)

Ulm, München/Taufkirchen
HENSOLDT Sensors GmbH

Governmental Business Development Manager Naval Solutions Germany (w/m/d)

verschiedene Standorte
Hensoldt Sensors GmbH

Technische*r Projektleiter*in für Airborne Electronic Warfare Solutions (w/m/d)

Ulm
Hensoldt Sensors GmbH

Produktmanager*in Radarwarner und R-ESM / ELINT im Bereich Spectrum Dominance (w/m/d)

Ulm
Hensoldt Sensors GmbH

Technische*r Projektleiter*in für Airborne Electronic Warfare Solutions (w/m/d)

Ulm
Hensoldt Sensors GmbH

Head of Digital Electronics Excellence (w/m/d)

Ulm
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Meistgelesen aus der Kategorie Politik