Wirtschaft 24. März 2023 Von Christoph Sackmann Lesezeit: ca. 3 Minuten

Singapur ist erste Anlaufstelle für Robotik und KI

Singapur investiert hohe Summen in die Digitalisierung seiner Wirtschaft. Damit wird der Stadtstaat auch für deutsche Techunternehmen zum interessantesten Standort Südostasiens – und schlägt damit auch den großen Bruder China.

Singapur strebt die Weltmarktführerschaft in Robotik und KI an und investiert gezielt in die entsprechende Bildung und Ausbildung.
Foto: PantherMedia / ramirezom

Als Rolf Knoerzer vor fünf Jahren überlegte, wo er seine Firma Industryapps gründen will, fiel die Wahl schnell auf Singapur. Trotz eines Milliardenmarktes, obwohl er lange Jahre dort gearbeitet hatte und sogar mit einer Chinesin verheiratet ist, „war China keine Option“, sagt der CEO. Der simple Grund: „Wegen der Great Firewall können wir von da aus nicht international operieren.“

Die Lücke, die China hinterlässt, füllt Singapur nur allzu gerne. Der Stadtstaat an der Südspitze der malaysischen Halbinsel hat sich zum Silicon Valley Südostasiens gemausert. Allein in der Medizintechnik haben mittlerweile 60 multinationale Konzerne und 220 Start-ups hier ihren Sitz. Unternehmen, die zu künstlicher Intelligenz oder Robotik arbeiten, bekommen von der Regierung großzügige Fördermittel. Unterstützung gibt es auch für alle Unternehmen, die ihre Prozesse digitalisieren wollen. Hier setzt Knoerzer mit Industryapps an. Er hat eine App-Plattform entwickelt, mit der Industrieunternehmen Daten ihrer Maschinen und Anlagen ebenso sammeln und auswerten können wie Rechnungswesen und Buchhaltung integrieren.

Singapur gilt als unbürokratisch und unternehmerfreundlich

Bei der Unternehmensgründung in Südostasien hat ihn vor allem begeistert, wie einfach es ging. „Singapur hat eine sehr unternehmerfreundliche Struktur“, sagt er und gibt Beispiele: Die Gründung erfolgt online und dauert nur wenige Minuten. Deutsche Bürokratie, bei der schon fehlende Kommata zu Problemen führen können, gibt es hier nicht. Formale Probleme werden lockerer gehandhabt. Die Finanzregeln sind einfach: „Den Jahresabschluss kann ich selbst in zwei Tagen machen, dafür brauche ich hier nicht extra jemanden einstellen.“

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