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Freitag, 22. Februar 2019

Speicher

Stromspeicher für Industrie noch zu teuer

Von Stephan W. Eder | 17. Mai 2018 | Ausgabe 20

Nach Einschätzungen der Industrie wird künftig der Bedarf an stationären Energiespeichersystemen zunehmen. Eine Studie des VDI Zentrum Ressourceneffizienz zeigt am Beispiel der Lastspitzenkappung, dass sich das noch nicht rechnet.

Inwieweit sich Energiespeichersysteme für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zur Kappung von Lastspitzen wirtschaftlich lohnen, analysiert und bewertet eine neue Studie, die das Berliner VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) am Montag vorstellte. Zudem wurde ermittelt, welche ökologischen Auswirkungen zu erwarten sind.

Die Studie, erstellt vom Öko-Institut und vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), zeigt, dass unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen die Investition in stationäre Energiespeichertechnologien für KMU noch nicht wirtschaftlich ist, wenn die Speicher zur Minimierung von Spitzenlasten im Stromnetz eingesetzt werden sollen.

Es werde, so das VDI ZRE, „erst dann ein wirtschaftlicher Mehrwert für KMU erzielt, wenn das Investitionsvolumen für diese Technologien sinkt“. Vor dem Hintergrund steigender Stückzahlen sei aber davon auszugehen, dass die Kosten für Energiespeichersysteme in absehbarer Zeit zurückgehen werden.

Für eine Lastspitzenkappung kommen unterschiedliche Typen von Energiespeichersystemen infrage. Die Studie untersucht und vergleicht dazu – bezogen auf ein reales Lastszenario eines KMU – drei dezentrale stationäre Energiespeichersysteme: Lithium-Eisenphosphat-Batterien, Blei-Säure-Batterien und Schwungradspeicher.

Die Schwungradspeicher kamen für die Studie vor allem daher ins Spiel, weil sie bereits seit Langem als Zwischenspeicherung für mechanische Energie auf Maschinenebene dienen. Im elektrischen Bereich sind sie Teil gängiger Szenarien für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung bei Stromnetzausfall, ob in Produktionsbetrieben oder Rechenzentren. Auf die Betrachtung von Superkondensatoren hingegen verzichtete die Studie, weil „deren Speicherverhalten zur Minimierung von Spitzenlasten in KMU unter den im Anwendungsszenario definierten Voraussetzungen nicht geeignet“ sei.

Die Studie bewertet die ausgewählten Energiespeicher auch aus ökologischer Sicht auf Basis einer Lebenszyklus-Kostenrechnung. Hinsichtlich der Energie- und Ressourceneffizienz haben die Energiespeicher im hier betrachteten Einsatzzweck „keine Vorteile gegenüber dem direkten Energiebezug aus dem öffentlichen Versorgungsnetz“, so die Kurzfassung der Studie.

Aufgrund der hohen Umwandlungsverluste sei die Einbindung von Stromspeichern auf Ebene des betrieblichen Niederspannungsnetzes „nicht sinnvoll“. Erst die technische Weiterentwicklung werde die nötigen ökologischen und ökonomischen Effekte bringen. Hierzu führt die Studie unter anderem die Nutzung von Bremsenergie an.