Ressourceneffizienz 08. Mrz 2024 Von Bettina Reckter Lesezeit: ca. 2 Minuten

Studie: Baubranche hat erhebliches Einsparpotenzial bei Klimagasen

Die Baubranche verursacht weltweit einen erheblichen Anteil der Treibhausgasemissionen. Doch dieser ließe sich zügig reduzieren, heißt es in einer Studie des VDI Zentrums Ressourceneffizienz.

Die Digitalisierung der Bauausführung könnte künftig eine zentrale Rolle spielen – auch bei der Ressourceneffizienz von Bauprojekten.
Foto: panthermedia.net/ paulistano

Der Gebäude- und Bausektor trägt erheblich zum Klimawandel bei, ihm werden etwa 21 % der globalen Treibhausgasemissionen zugeschrieben. Im Jahr 2022 waren Gebäude für gut ein Drittel des weltweiten Energiebedarfs sowie für 37 % der energie- und prozessbedingten CO2-Emissionen verantwortlich. Diese Zahlen stammen vom Global Status Report for Buildings and Construction (Buildings-GSR), ein vom UN-Umweltprogramm (Unep) und der Global Alliance for Buildings and Construction (GlobalABC) veröffentlichter Bericht.

Auch die großen Rohstoffmengen, die vor allem im Neubau eingesetzt werden, haben Anteil an der Klimawirkung. Denn für die Errichtung und Instandhaltung der gebauten Umwelt werden laut Hauptverband der Deutschen Bauindustrie zwischen 550 Mio. t und 600 Mio. t Gesteinskörnungen verwendet. Der Einsatz von Recyclingmaterial sowie ein grundsätzlich schonenderer Umgang mit Ressourcen könnten somit den Treibhausgasausstoß des Baugewerbes drastisch senken.

Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) hat nun untersucht, wie vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des Bauhauptgewerbes den damit verbundenen Herausforderungen begegnen können und welche Potenziale sich konkret ergeben. Die Studie „Ressourceneffizienzpotenziale des Bauhauptgewerbes im Hochbau“ kommt zu dem Ergebnis: Die größten Ressourcenverbräuche im Bauhauptgewerbe resultieren aus der Durchführung von Transporten mit fossilen Energieträgern, dem Einsatz von schweren Baumaschinen sowie den geringen Wiederverwendungs- und Recyclingraten.

Recyclingraten im Baugewerbe ließen sich erheblich steigern

In Zukunft sollte deshalb der Fokus der Bautätigkeiten auf dem zirkulären Bauen bzw. Bauen im Bestand liegen. Die Studie empfiehlt Bauunternehmen, schon jetzt ihre Kompetenzen in diesem Bereich auszuweiten. Nötig sei zudem eine branchenweite integrierte Kreislauflogistik, um die Wiederverwendungs- und Recyclingraten im Baubereich zu erhöhen. Dafür braucht es allerdings eine transparente und effektive Infrastruktur. Hilfreich wäre auch die Einrichtung von innerstädtischen Konsolidierungszentren, in denen Sammellieferungen zwischengelagert und von denen aus Waren zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Menge an die jeweiligen Baustellen transportiert werden können. Weitere Vorteile könnte ein Netzwerk von Annahmestellen für Baustellenreststoffe zur Verringerung von Reststofftransporten bringen.

Lesetipp: Wiederverwendetes Material macht die Baustelle flott

Den Energieausstoß verringern und Abfälle vermeiden könnte zudem das modulare Bauen, also das Vorfertigen von Bauteilen in Fabriken anstelle von Bautätigkeit der verschiedenen Gewerke auf der Baustelle vor Ort. Dies würde auch den Baufortschritt an sich beschleunigen.

Methode des Building Information Modeling (BIM) sollten auch KMU nutzen

Die Digitalisierung der Bauausführung wird wohl künftig eine zentrale Rolle spielen. Hier sollten vor allem KMU die Methode des Building Information Modeling (BIM) perspektivisch nutzen, um sich mit Planenden zu vernetzen und kollaborativ an einem digitalen Gebäudemodell zu arbeiten. Darüber hinaus stehen weitere digitale Methoden und Werkzeuge zur Verfügung, um ressourcenschonend zu bauen.

Lesetipp: Was die Methode BIM in der Praxis bringt bei Bau und Betrieb von Straßen, Schienen und Tunneln

Als kritischen Punkt identifizierten die Fachleute vom VDI ZRE zudem die mit fossilen Kraftstoffen betriebenen Baufahrzeuge. Sie mahnen deshalb einen zügigen Umstieg auf elektrische oder hybride Baumaschinen und -geräte an.

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