27. Mai 2021 Von Gisela Laalej

Hohe Auszeichnungen auf dem DIT vergeben

Ehrungen: Grashof-Denkmünze für Prof. Dr.-Ing. Martin-Christoph Wanner, Ehrenmitgliedschaft für Prof. Dr. phil. Christoph Hubig und Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer

Eine große Ehre: Die Grashof-Denkmünze ist die höchste Auszeichnung des VDI. Sie wurde 1894 zum Andenken an Franz Grashof, dem Mitbegründer und ersten Direktor des VDI (von 1856 bis 1890) gestiftet. Sie wird als Zeichen der Anerkennung und des Dankes für hervorragende wissenschaftliche oder berufliche Leistungen auf technischem Gebiet verliehen. Die Verleihung der Grashof-Denkmünze erfolgt immer im Rahmen des Deutschen Ingenieurtags.
Foto: Haroc Marcard

Zum 30. Deutschen Ingenieurtag (DIT) 2021 am 20. Mai hat der VDI Ingenieurpersönlichkeiten für ihre zukunftsweisenden Leistungen ausgezeichnet.

Pionier in der Robotik: Professor Dr.-Ing. Martin-Christoph Wanner erhielt die Grashof-Denkmünze für sein Lebenswerk.
Foto: privat

Professor Dr.-Ing. Martin-Christoph Wanner erhielt die Grashof-Denkmünze, die höchste Auszeichnung des VDI, für sein berufliches Lebenswerk.

Martin-Christoph Wanner hat mit seinen Entwicklungen auf dem Gebiet der Großrobotik Pionierarbeit geleistet, die sowohl national als auch international hohe Anerkennung gefunden hat. Mit dem erfolgreichen Aufbau des heutigen Fraunhofer-Instituts für Großstrukturen in der Produktionstechnik (IPG) in Rostock hat er die Zusammenarbeit von wissenschaftlichen Einrichtungen mit produzierenden Unternehmen im Land Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus in vorbildlicher Weise vorangetrieben.

Einsatz für die Weiterentwicklung der Ingenieurwissenschaften

Neben seinen Verpflichtungen als Hochschullehrer, Forscher und Fraunhofer-Institutsleiter hat Martin-Christoph Wanner sich immer auch für die Weiterentwicklung der Ingenieurwissenschaften und deren Verankerung in Gesellschaft, Wirtschaft, Forschungsvereinigungen und Fachverbänden persönlich eingesetzt. Sein Rat in Fachausschüssen, als Fachgutachter und als technologiepolitischer Berater war stets hochgeschätzt und wird auch in Zukunft gerne eingeholt werden. Sein Lebenswerk ist durch herausragende wissenschaftliche, technische und wirtschaftsbezogene Ingenieurleistungen gekennzeichnet.

Die Grashof-Denkmünze wurde erstmals 1894 in Erinnerung an Professor Franz Grashof, den Mitbegründer des VDI und von 1856 bis 1890 ersten VDI-Direktor, gestiftet.

Ethikexperte: Prof. Dr. phil. Christoph Hubig erhielt hat nun die VDI-Ehrenmitgliedschaft.
Foto: Klaus Mai 2016

Mit der Ehrenmitgliedschaft, der ältesten Auszeichnung des VDI, wurden Prof. Dr. phil. Christoph Hubig und Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer für besonderes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Christoph Hubig ist Professor für Philosophie, der durch seine Arbeiten zur Klugheits- und anwendungsbezogenen Ethik, zur Technik- und Kulturphilosophie sowie zur Wissenschaftsphilosophie bekannt wurde. Gemeinsame Basis seiner Untersuchungen ist eine Philosophie der Konzeptualisierung und des Umgangs mit dem Möglichen. Er befasst sich auch in praktischer Hinsicht mit Fragen, was die technisch-industrielle Zivilisation für moderne Gesellschaften bedeutet und wie man Wertekonflikte mit einem gezielten Dissensmanagement vermeidet oder ausbalanciert.

Experte für Verantwortung, Ethik und Technikbewertung

In diesem Kontext engagiert er sich bereits seit 1990 intensiv im VDI in den unterschiedlichen berufs- und gesellschaftspolitischen Themenfeldern. Er ist der maßgebliche Experte zu den Themen Ingenieurverantwortung, Ethik neuer Technologien und Technikbewertung. Als Leiter ehrenamtlicher Gremien des Hauptvereins, aber auch durch die Verbreitung der Ergebnisse in den Bezirksvereinen hat er sich seit 30 Jahren um die interdisziplinäre und ethisch fundierte Weiterentwicklung des VDI auf allen Ebenen herausragende Verdienste erworben.

Zwei Amtszeiten als VDI-Präsident: Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer erhielt beim DIT die VDI-Ehrenmitgliedschaft.
Foto: VDI

Udo Ungeheuer hatte stets den Berufsstand des Ingenieurs im Blickfeld und warb für die Ergreifung und Ausübung des seiner ausgesprochenen Meinung nach „besten Berufs der Welt“. Gewissenhaftes und nachhaltiges Handeln war ihm während seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender bei der Schott AG ein wichtiger Unternehmerwert. Er trieb die Entwicklung innovativer und vorausschauender Zukunftstechnologien voran, beispielsweise die Verbreitung von Solartechnologien wie Photovoltaik und Solarthermie, die Entwicklung optischer Technologien und die Entwicklung eines umweltfreundlichen Herstellungsprozesses im Bereich der Glaskeramik.

Engagement für Innovations- und Technikstandort Deutschland

Während seiner zwei Amtszeiten andauernden Präsidentschaft im VDI setzte er seine im Berufsleben entwickelten Handlungsprinzipien fort und engagierte sich im besonderen Maße um den Fortbestand und Ausbau des Innovations- und Technikstandorts Deutschland. Ein wesentliches Ziel seiner Amtszeit war die Versachlichung technisch-wissenschaftlicher Debatten in der Öffentlichkeit. Er sah den VDI als Zusammenschluss interdisziplinär arbeitender Ingenieurinnen und Ingenieure in der Verantwortung, Diskussionen – beispielsweise die rund um den Dieselmotor – mit der Übermittlung und Betreuung von Fakten zu entzerren.

Die Ehrenmitgliedschaft wird seit 1860 an Persönlichkeiten verliehen, die sich um den Verein und um den Berufsstand der Ingenieurinnen und Ingenieure besondere Verdienste erworben haben.

Mit diesen Auszeichnungen werden Martin-Christoph Wanner, Christoph Hubig und Udo Ungeheuer gleichzeitig Mitglieder des 1981 gegründeten Conrad-Matschoß-Kreises, der die Tradition des VDI pflegt und durch Empfehlungen und Vorschläge zur lebendigen Weiterentwicklung der Gemeinschaftsarbeit beiträgt.

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