Arbeitsmarkt 06. Jan. 2023 Von Claudia Burger Lesezeit: ca. 2 Minuten

Abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren laut VDMA im Maschinenbau besonders verbreitet

Laut Branchenverband VDMA würden im Maschinen- und Anlagenbau „wegen der durchweg hohen Arbeitsplatzsicherheit und der damit verbundenen Erwerbsbiografien“ viele Beschäftigte die Voraussetzung erfüllen, nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in den Ruhestand zu gehen.

Der Branchenverband VDMA beklagt den Fachkräftemangel und sieht auch einen Ursprung in der Möglichkeit, mit 63 Jahren nach 45 Jahren versicherungspflichtiger beruflicher Tätigkeit abschlagsfrei in Rente zu gehen.
Foto: imago images/Westend61

Die meisten Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland wollen trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds auch 2023 mehr Beschäftigte einstellen, wie eine Blitzumfrage des VDMA unter seinen Mitgliedern zum Jahreswechsel ergab. Allerdings sei der Fachkräftemangel in der Branche ein großes Problem. VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann fordert deshalb eine Kehrtwende in der Arbeits- und Sozialpolitik. „Statt durch Fehlanreize und Überregulierung Beschäftigung zu erschweren, brauchen wir eine Politik, die Beschäftigung erleichtert. Dazu gehört vor allem eine Arbeitszeitregelung, die mit den Anforderungen einer sich rapide verändernden Arbeitswelt Schritt hält.“ Der VDMA-Hauptgeschäftsführer mahnt im Zusammenhang mit der geplanten Neufassung des Arbeitszeitgesetzes davor, Flexibilität einseitig zugunsten der Beschäftigten auszulegen. „Mit mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung auch für die Unternehmen kann das vorhandene Arbeitskräftepotenzial besser den konjunkturellen Erfordernissen angepasst werden. Das erleichtert und sichert dauerhaft Beschäftigung.“ Brodtmann betont, dass betriebliche Arbeitszeitregelungen Vorrang vor gesetzlichen Eingriffen haben müssten. Damit würde auch der Gesundheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor Ort am besten gedient.

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„Rente mit 63“ als eine Ursache für den Fachkräftemangel

Nach Auffassung des VDMA ist eine Ursache des Fachkräftemangels die sogenannte „Rente mit 63“. „Wegen der durchweg hohen Arbeitsplatzsicherheit und der damit verbundenen Erwerbsbiografien erfüllen gerade im Maschinen- und Anlagenbau viele Beschäftigte die Voraussetzung, nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in den Ruhestand zu gehen. Viele besonders qualifizierte Beschäftigte sind deshalb vorzeitig aus den Unternehmen ausgeschieden“, heißt es in einer Mitteilung. Für Thilo Brodtmann ist die „Rente mit 63“ daher eine „glatte politische Fehlentscheidung, an deren Folgen der Maschinenbau auf absehbare Zeit zu knacken hat“.

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Berufliche Weiterbildung ja, aber keine pauschalen gesetzlichen Ansprüche

Zu den Maßnahmen, mit denen Fachkräftemangel wirksam bekämpft werden kann, zählt für den VDMA-Hauptgeschäftsführer die berufliche Weiterbildung. „Pauschale gesetzliche Ansprüche auf Weiterbildung, wie sie in der Koalition gefordert werden, wären aber kontraproduktiv, da sie zu einer Trennung von Qualifikation und den Anforderungen der Betriebe führen“, heißt es in der Mitteilung.

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