Arbeitsmarkt 20. Mai 2022 Von Claudia Burger

Gehaltsniveau steigt bei Neueinstellungen

56 % der Unternehmen zahlen für die Neubesetzung höhere Gehälter als für vergleichbare bestehende Positionen. Das hat eine Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half ergeben.

Der Fachkräftemangel und die Inflation sorgen dafür, dass in den Unternehmen bei Neueinstellungen mehr bezahlt wird als für vergleichbare bei Bestandspositionen. Eine Angleichung erfolgt meistens nicht immer sofort.
Foto: panthermedia.net / Karsten Ehlers

Laut Umfrage planen 50 % der Unternehmen, die Gehälter ihrer Mitarbeitenden mit der nächsten Gehaltsrunde auf das Niveau der neuen Mitarbeiter anzuheben. 37 % ziehen eine unmittelbare Angleichung der Gehaltsbänder in Betracht. Die Studie wurde im März 2022 im Auftrag von Robert Half durchgeführt. In Deutschland wurden 300 Personen mit Personalverantwortung (General Manager, CIOs, CFOs) in kleinen (50 bis 249 Mitarbeiter), mittelgroßen (250 bis 499 Mitarbeiter) und großen (500+ Mitarbeiter) Unternehmen befragt.

Steigende Gehälter als Ausdruck des Fachkräftemangels

Dass es sich dabei um kein länderspezifisches Phänomen handelt, spiegeln die Umfragewerte auch im europäischen Durchschnitt wider. 59 % der Unternehmen zahlen bei vergleichbaren Positionen neuen Mitarbeitenden höhere Gehälter. Eine Gehaltsanpassung für bestehende Mitarbeitende streben 55 % der befragten Unternehmen an. Bei 34 % der Unternehmen soll das Anheben der Gehaltsbänder direkt erfolgen.

Reizvolle Jobs für Ingenieurinnen und Ingenieure in der „Nische“

„Das steigende Gehaltsgefüge ist ein Trend, den wir bereits seit einigen Jahren beobachten“, sagt Emine Yilmaz, Vice President Permanent Placements für Deutschland bei Robert Half. „Mitunter ist diese Entwicklung auch Konsequenz eines anhaltenden Arbeitnehmermarkts. In vielen europäischen Ländern fehlen nach wie vor ausreichend gut ausgebildete Fachkräfte.“

Inflationsrate befeuert den Anstieg der Gehälter bei Neubesetzungen

Ein weiterer Faktor, der diesen Trend aktuell vorantreibt, ist die hohe Inflationsrate. Kandidaten und Kandidatinnen wollen bei einem Jobwechsel nicht nur sicherstellen, dass sie ihren derzeitigen Lebensstandard halten, sondern verbessern. Das wirke sich zusätzlich auf die Gehaltsvorstellungen aus. Hinzu komme, dass in den vergangenen Jahren auch Zusatzleistungen an Bedeutung gewonnen hätten wie flexibles Arbeiten, aber auch Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten. „Im aktuellen Arbeitsmarktumfeld sehen sich Unternehmen nunmehr mit der Ausgestaltung facettenreicher Vergütungsmodelle konfrontiert, um sich als attraktiver Arbeitgeber gegenüber dem Wettbewerb zu behaupten“, so Yilmaz.

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