Arbeitsmarkt 26. Apr. 2022 Von André Weikard Lesezeit: ca. 1 Minute

Mehr Frauen in Männerberufen – und umgekehrt

Beinahe jeder dritte Azubi im Friseurberuf ist mittlerweile ein Mann. Auch der Anteil der weiblichen Berufskraftfahrerinnen hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht. Das Geschlecht spielt bei der Wahl des Berufs noch immer eine große Rolle. Aber in vielen Berufszweigen nimmt die Bedeutung ab.

In der Berufsausbildung weichen Rollenklischees langsam auf. Hier eine angehende Elektronikerin.
Foto: panthermedia.net/Fabrice Michaudeau

2256 Männer haben im Jahr 2020 einen Ausbildungsvertrag zum Friseur abgeschlossen. Das entspricht einem Anteil von immerhin 31 %. Zehn Jahre zuvor wollten nur 1611 Männer ihr Einkommen mit Schere und Haarbürste bestreiten. Ihr Anteil an den Auszubildenden im Friseurberuf lag bei gerade einmal 12 %, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Die Entwicklung ist kein Einzelfall. Auch in vielen anderen Ausbildungsberufen vollzieht sich ein Wandel hin zu einem ausgewogeneren Geschlechterverhältnis. Einzelhandelskaufmänner (48 %) und -kauffrauen (52 %) waren 2020 in etwa gleich stark vertreten. Auch das war vor zehn Jahren noch anders. Damals überwog der Anteil von Frauen mit 56 % zu 44 % noch. Bei den Auszubildenden zur Fachkraft im Gastgewerbe hat sich das Männer-Frauen-Verhältnis sogar umgekehrt: 58 % betrug der Männeranteil bei den neu geschlossenen Ausbildungsverträgen 2020. Im Jahr 2010 lag er noch bei 37 %.

Insgesamt streben mehr Männer eine Ausbildung an als Frauen

Auch in einigen Berufen, die als Männerdomäne gelten, setzte ein Wandel ein. 783 Frauen entschieden sich 2020 dazu, sich zur Landwirtin ausbilden zu lassen. Das entspricht 21 % der Jahrgangsstärke. 2010 waren es nur 417 Frauen bzw. 11 % gewesen. Berufskraftfahrerinnen sind ebenfalls nicht mehr so selten wie zehn Jahre zuvor: Von 3057 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen gingen 10 % an Frauen. Zehn Jahre zuvor betrug der Frauenanteil 3 %. Unter den Auszubildenden im Tischlerhandwerk steigt der Frauenanteil auf 15 %. 2010 waren es hier noch 10 %.

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Diese Anstiege fallen stärker ins Gewicht, wenn man berücksichtigt, dass deutlich mehr Männer als Frauen Berufsausbildungen im dualen System absolvieren. Von den 465 700 Personen, die im Jahr 2020 in Deutschland einen neuen Ausbildungsvertrag in der dualen Berufsausbildung abschlossen, waren 64 % Männer, 36 % Frauen.

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