Arbeitsmarkt 08. Jul 2022 Von Claudia Burger Lesezeit: ca. 2 Minuten

Mittelstand steigert Attraktivität als Arbeitgeber

Der Mittelstand und der öffentliche Dienst legen in der Beliebtheit als Arbeitgeber zu, Start-ups sind weniger begehrt. Das ist das Ergebnis einer Arbeitsmarktstudie.

Bewerberinnen und Bewerber haben die Erwartung, dass sie in einem mittelständischen Unternehmen eine positive Arbeitskultur vorfinden, die auch eine ausgewogene Work-Life-Balance ermöglicht.
Foto: panthermedia.net / Andriy Popov

Der deutsche Mittelstand wird wieder interessanter für Bewerberinnen und Bewerber. Das ist ein Ergebnis des Blue- und Grey-Collar-Reports, für den die Jobplattform www.joblift.de deutschlandweit mehr als 1500 Beschäftigte befragte. Demnach würden derzeit insgesamt 48 % der Befragten am liebsten bei mittelständischen Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitenden arbeiten. Weitere 13 % finden vor allem Unternehmen interessant, die zwischen 500 und 1000 Mitarbeitende beschäftigen. Im öffentliche Dienst würde gern jeder Fünfte (22 %) arbeiten, wenn es um einen Jobwechsel geht. Weniger anziehend wirken dagegen Start-ups, die gerade einmal 2 % der Teilnehmenden interessieren. In Konzerne drängen dagegen vor allem Männer (18 %), während nur 11 % der Frauen in diesen arbeiten möchten.

Ohne Wandel ist der Mittelstand nicht zukunftsfähig

 Öffentlicher Dienst hat in Corona-Krise wegen der Jobsicherheit gewonnen

„Während der Corona-Krise war es vor allem der öffentliche Dienst, der an Arbeitgeberattraktivität gewann. Viele Jobsuchende schreiben öffentlichen Institutionen und Organisationen dabei vor allem eine hohe Jobsicherheit sowie eine starke Sinnperspektive zu. Nun ziehen aber offensichtlich auch mittelständische Unternehmen wieder verstärkt nach, was für den akademischen Arbeitsmarkt genauso gilt wie für den Blue- und Grey-Collar-Bereich, der ja drei Viertel der Beschäftigten insgesamt ausmacht“, so Lukas Erlebach, CEO von Joblift, zu den Ergebnissen der Studie.

Interessant für die Personalabteilungen im Mittelstand: Der Wechselwunsch der Menschen, die sich für den Mittelstand interessieren, ist durchaus akut. Insgesamt können sich aktuell 39 % von ihnen einen Wechsel vorstellen – 10 % sprechen gar von einem sehr ausgeprägten Drang den Arbeitgeber zu wechseln. Mehr als die Hälfte (51 %) möchte dadurch mehr verdienen. 38 % versprechen sich nach eigenem Bekunden mehr Wertschätzung ihres Vorgesetzten und 28 % beklagen eine schlechte Arbeitsatmosphäre bei ihrem aktuellen Arbeitgeber.

Viel Luft nach oben

Work-Life-Balance ausschlaggebender Aspekt bei Bewerbern im Mittelstand

Den Bewerbenden für den Mittelstand ist vor allem das familiäre Miteinander wichtig. 73 % schätzen „faire und menschliche Führungsarbeit“ und 65 % wünschen sich eine optimale Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Weniger wichtig angesehen werden die Weiterbildungsmaßnahmen (19 %), konkrete Aufstiegsmöglichkeiten (24 %) oder das Image des Unternehmens (24 %).

Attraktive Benefits sind indes bezahlte Überstunden sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld. Mehr als drei Viertel nutzen Onlinejobbörsen dazu, 44 % die Karrierewebsites der mittelständischen Arbeitgeber und immerhin noch mehr als ein Drittel erkundigt sich im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis nach offenen Positionen. Für die Arbeitgeberrecherche kommt anschließend erneut die Karrierewebsite ins Spiel (84 %). Allerdings werden auch Arbeitgeberbewertungsportale wie Kununu immer wichtiger. Hier informieren sich immerhin bereits 45 % der potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten immer oder oft über mögliche Arbeitgeber aus dem Mittelstand.

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