Arbeitsmarkt 10. Jun 2022 Von Claudia Burger

Porsche braust im Arbeitgeberranking nach vorn

Einen Job bei Porsche, mehr Work-Life-Balance und mehr Gehalt: Das sind die Wünsche von Studierenden, Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern, zeigt das Arbeitgeberranking Universum Student Survey 2022.

Studierende legen bei ihrem zukünftigen Arbeitgeber zunehmend Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance, das hat eine Studie ergeben.
Foto: panthermedia.net / Andriy Popov

Beratungsunternehmen, Banken, Automobilunternehmen sowie führende Impfstoffhersteller gewinnen in den aktuellen Rankings an Attraktivität. Flexible Arbeitsbedingungen und Work-Life-Balance haben für Studierende im Vergleich zum Vorjahr stark an Bedeutung gewonnen. Passend dazu hat sich der Anteil derjenigen, die generell Interesse an Remote Work haben, innerhalb von einem Jahr von knapp der Hälfte auf zwei Drittel erhöht. Insgesamt verlieren Faktoren, die das soziale Umfeld sowie die Eigenschaften des Arbeitsplatzes betreffen, an Attraktivität. Aspekte, die sich auf das Unternehmensimage oder die Karriere beziehen, werden dagegen tendenziell wichtiger. Gleichzeitig steigen die Gehaltserwartungen der Studierenden. Das sind zentrale Ergebnisse des weltweiten Universum Student Survey 2022, auf dem die „Rankings der Attraktivsten Arbeitgeber“ der Studierenden in Deutschland basieren.

Die zur Stepstone Group gehörende Employer-Branding-Beratung Universum hat dafür zwischen September 2021 und März 2022 deutschlandweit fast 39 000 Studierende verschiedener Fachbereiche befragt. „Unsere Daten deuten auf eine beginnende Trendwende hin. Die Veränderungen in den Karrierepräferenzen lassen darauf schließen, dass Studierende in ihren Forderungen wieder mutiger werden. Das zeigt sich unter anderem in ihren Gehaltserwartungen oder dem Wunsch nach Work-Life-Balance und Homeoffice. Es scheint, als wären sich junge Talente ihrer Bedeutung für den Arbeitsmarkt durchaus bewusst. Unternehmen werden sich diesen Forderungen stellen und ein Verständnis für die nächste Generation am Arbeitsmarkt entwickeln müssen, um junge Talente anzuziehen“, kommentiert Tina Smetana, Country-Managerin bei Universum, die Ergebnisse.

Image und schnelle Beförderung stehen im Fokus

Nach wie vor wird die Rangliste der Faktoren, die Unternehmen für Studierende der Wirtschaftswissenschaften, des Ingenieurwesens, der Naturwissenschaften und der IT/Informatik als Arbeitgeber attraktiv machen, von einem attraktiven Grundgehalt und einem hohen Einkommen in der Zukunft angeführt. Erstmals zählen flexible Arbeitsbedingungen in allen vier Fachbereichen zu den Top Ten in dieser Rangliste. Am stärksten an Bedeutung gewonnen haben flexible Arbeitsbedingungen mit einem Anstieg um sieben Plätze auf Rang 5 und 8 unter den Studierenden der Wirtschaftswissenschaften und des Ingenieurwesens. Die Förderung von Work-Life-Balance ist vor allem in den Fachbereichen IT und Ingenieurwesen wichtiger geworden. Sieben und fünf Plätze ging es dort nach oben auf Rang 7 und 13.

Insgesamt legten laut Sudie Studierende tendenziell mehr Wert auf Faktoren, die sich auf das Image oder die Karriere beziehen. Das trifft zum Beispiel auf Prestige, Markterfolg, eine rasche Beförderung, eine gute Referenz für die zukünftige Karriere, transparente Beförderungswege und einen leistungsabhängigen Bonus zu. Gleichzeitig sind Aspekte, die im vergangenen Jahr stark an Bedeutung gewonnen hatten, jetzt weniger wichtig. Beispiele dafür sind ein freundliches Arbeitsumfeld oder Respekt für die Mitarbeitenden.

Viel Luft nach oben

Mehrheit der Studierenden möchte zwei bis drei Tage Homeoffice

Ein zentraler Aspekt flexibler Arbeitsbedingungen ist die Möglichkeit, remote oder im Homeoffice zu arbeiten. Das spielt auch bei der Auswahl der zukünftigen Arbeitgeber eine Rolle, am meisten für Studierende der IT/Informatik. Mit 59 % ist es für fast zwei Drittel von ihnen wichtig oder sehr wichtig, dass der zukünftige Arbeitgeber Remote Work oder Homeoffice ermöglicht. In den Wirtschaftswissenschaften trifft das auf 55 % und im Ingenieurwesen auf 45 % der Studierenden zu. In den Naturwissenschaften ist der Anteil mit 38 % am geringsten. Danach gefragt, wie viele Tage pro Woche die Studierenden im Homeoffice arbeiten wollen würden, geben mit 48 % (Naturwissenschaften und Ingenieurwesen) und 46 % (Wirtschaftswissenschaften) die meisten Studierenden zwei Tage an. In der IT/Informatik möchten dagegen jeweils 35 % zwei oder drei Tage im Homeoffice arbeiten. Während es bei der Anzahl der Tage kaum Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt, ist es für Frauen insgesamt etwas wichtiger, dass Arbeitgeber Remote Work ermöglichen, als für männliche Studierende. Über alle Fachbereiche hinweg ist das erwartete Jahresgehalt deutlich um durchschnittlich 5 % auf 48 904 € gestiegen. „Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Studierenden die eventuell selbst auferlegte Zurückhaltung während der ersten Pandemiejahre gerade überwinden und die steigenden Preise sowie die globale Inflationsrate bereits einkalkuliert haben“, sagt Smetana.

Der öffentliche Dienst: „Bindeglied zwischen Technik und Gesellschaft“

Big Four gewinnen in den Rankings der Attraktivsten Arbeitgeber – Tesla büßt an Anziehungskraft ein

Anzeichen einer Trendwende lassen sich auch bei den Arbeitgeberrankings sehen: Die für Karriere und Prestige bekannten Branchen Consulting, Banken und Wirtschaftsprüfung schneiden tendenziell besser ab als in den vergangenen Jahren. Ebenfalls zu den großen Gewinnern in den aktuellen Rankings gehören führende Impfstoffhersteller wie Biontech und Pfizer Deutschland. Viele Aufsteiger des vergangenen Jahres fallen dagegen auf die Platzierungen vor der Pandemie zurück. Hierzu zählen unter anderem große Supermarktketten und Automobilzulieferer. Auch die Tourismusbranche verliert weiterhin an Attraktivität. Deutliche Verluste musste auch Tesla hinnehmen. Das Unternehmen stand den Befragten im vergangenen Jahr zum ersten Mal zur Auswahl und schaffte es direkt unter die Spitzenplätze. „Mit der in Deutschland gestarteten Produktion scheint Tesla an Anziehungskraft eingebüßt zu haben. Profitiert haben von den Tesla-Verlusten die deutschen Autobauer. Ganz besonders trifft das auf Porsche zu. Das Automobilunternehmen kann in seinen Spitzenpositionen teilweise mehr als 2 % gewinnen, was für ein solches Ranking beachtlich ist“, sagt Benedikt Strobel, Senior Research Project Manager bei Universum.

Veränderungen an der Spitze der Arbeitgeberrankings – Porsche steht auf Spitzenplatz

Porsche steigt bei den Wirtschaftswissenschaftlern einen Rang nach oben auf den ersten Platz und verweist Daimler/Mercedes-Benz auf Rang 2. Apple und die BMW Group halten sich auf Rang 3 und 4. Google macht einen Platz gut und landet auf Rang 5. Auch im Fachbereich Ingenieurwesen steht Porsche an der Spitze und verteidigt seine Position. Daimler/Mercedes-Benz steigt zwei Plätze nach oben auf Rang 2. Audi hält seinen dritten Platz und positioniert sich vor der BMW Group auf Platz 4 und Siemens auf Rang 5. Beide Unternehmen rücken jeweils einen Platz nach oben. Für die Studierenden der IT/Informatik ist Google weiterhin der attraktivste Arbeitgeber. Apple hält sich auf Rang 2. Microsoft steigt einen Rang auf Platz 3, während Tesla auf Rang 4 fällt und vor Porsche auf Platz 5 landet. In den Naturwissenschaften stand Biontech in dieser Befragung den Studierenden erstmals zur Auswahl und schafft es direkt an die Spitze. Der Impfstoffhersteller verweist die Max-Planck-Gesellschaft, Bayer, die Fraunhofer-Gesellschaft und BASF jeweils einen Platz nach unten auf die Ränge 2 bis 5. „Der aktuelle Arbeitsmarkt stellt Unternehmen vor zwei große Herausforderungen: die Anzahl der verfügbaren Kandidaten geht deutlich zurück – wir nennen es Arbeiterlosigkeit – und die Bedürfnisse der nachwachsenden jungen Talente wandeln sich immer weiter in Richtung Selbstbestimmung. Für das Topmanagement bedeutet dies, passende Herangehensweisen zu entwickeln und die Fachkräfte mit Themen zu adressieren, die sie wirklich bewegen“, sagt Sacha Knorr, Director Strategic Accounts & Solutions bei Stepstone.

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