Studie zur Elektromobilität 25. Feb 2021 Von Stephan W. Eder

Elektroauto: Mehr Menschen wollen Umstieg wagen

Die Studie „Elektrofahrzeuge und Nachhaltigkeit“ im Auftrag des Flottendienstleisters Leaseplan zeigt, dass in Europa und auch in Übersee das Interesse an Elektrofahrzeugen gestiegen ist. Immer mehr Befragte ziehen den Umstieg auf die E-Mobilität in Betracht.


Foto: panthermedia.net / Christian Pauschert

Es sind ermutigende Ergebnisse für die Elektromobilität in Deutschland: 18 % der Fahrerinnen und Fahrer hierzulande würden sich „wahrscheinlich/(so gut wie) sicher“ ein E-Auto als nächsten Wagen zulegen, bei weiteren 24 % ist dies „vielleicht“ der Fall. Ein Resultat aus der Studie „Elektrofahrzeuge und Nachhaltigkeit“, deren Ergebnisse der niederländische Flottendienstleister Leaseplan veröffentlicht hat.

Obwohl Elektrofahrzeuge immer beliebter werden, verdeutliche die Umfrage aber auch, dass sich Autofahrer in Deutschland immer noch über die Reichweite und unzureichende Ladeinfrastruktur Sorgen machten, berichtet Leaseplan. In einem Punkt seien sich die Befragten aus 19 europäischen Ländern (hinzu kommen Australien, Neuseeland und die USA) einig. 2030 werden die meisten neuen Autos elektrisch oder in anderer Form emissionsfrei unterwegs sein.

Elektromobilität in Deutschland: Einstellung verbessert, international noch Aufholbedarf

Die Einstellung gegenüber Elektrofahrzeugen hat sich in Deutschland dem Bericht zufolge verbessert: Ein Anteil von 40 % der Befragten (alle teilnehmenden Länder: 65 %) gab an, die emissionsfreie E-Mobilität positiv zu bewerten. Aber bei allen teilnehmenden Ländern sind es im Schnitt 65 %.

Mit 28 % sagte fast ein Drittel der Befragten, dass sich ihre Meinung zum Thema Elektroantrieb in den letzten drei Jahren positiv entwickelt habe. Auch hier liegt Deutschland deutlich hinter dem Schnitt von 44 %. Und auch wenn 42 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Deutschland sagen, dass ein Elektrofahrzeug für sie infrage komme – im Vergleich zu den anderen Ländern scheint das sehr zurückhaltend. Spitzenreiter ist die Türkei, wo 61 % (so gut wie) sicher sind: Mein nächstes Auto wird ein E-Auto.

Grafik zum Mobility Insights Report des Flottendienstleisters Leaseplan. Die Umfrage wird in 22 Ländern durchgeführt: Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Finnland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien, Türkei und USA. Grafik: Leaseplan

Preisschere sinkt zugunsten der Elektromobilität

Autofahrer seien sich zunehmend bewusst, dass „grünes Fahren“ nicht zwangsläufig mehr kosten müsse als ein Diesel oder Benziner, so ein weiteres Ergebnis der Studie: 42 % der deutschen Befragten meinten, dass Elektrofahrzeuge insgesamt mit geringeren laufenden Kosten verbunden seien.

Gefragt nach den Hinderungsgründen, ein Elektroauto zu kaufen oder zu leasen, gab die Hälfte der Befragten in Deutschland die mangelnde Reichweite an. „Auf der einen Seite müssen Hersteller ihr Angebot kontinuierlich erweitern und innovative, erschwingliche Fahrzeuge auf den Markt bringen. Auf der anderen Seite braucht es Investitionen in universelle und nachhaltige Ladeinfrastruktur“, benennt Roland Meyer, Geschäftsführer von Leaseplan Deutschland, die Hausaufgaben für Branche und Politik, um hierzulande die Elektromobilität weiter voranzubringen.

Deutsche Autobranche ringt um Zukunftsmarkt Elektromobilität

Wie bedacht die deutschen Automobilhersteller darauf sind, die in Sachen Elektromobilität offenbar recht fragilen deutschen Fahrerinnen und Fahrer nicht zu verschrecken, verdeutlicht der gegenwärtige Streit um die sogenannte Spitzenkappung. Hierbei sollen in Zukunft Elektroautos vom Verteilnetzbetreiber als steuerbare Lasten behandelt werden dürfen – falls die Halterinnen und Halter der Wagen das nicht wollen, müssten sie einen etwas höheren Strombezugspreis zahlen. So sah das mal ein Gesetzentwurf aus dem Haus von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vor.

„Was Spitzenglättung genannt wird, bedeutet für die Kunden leider Abschalten“, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller dazu gegenüber der „Welt am Sonntag“ Mitte Januar. Hierdurch werde der Markthochlauf der E-Mobilität massiv gefährdet. Auch andere Interessenverbände äußerten sich kritisch. Um eine Zwangsabschalten ging es nicht, aber eben darum, dass, wer sich nicht abschalten lassen will, mehr zahlen muss als diejenigen, die sich netzdienlich verhalten.

Wogen bei der Spitzenglättung haben sich etwas gelegt

In einem ersten Spitzengespräch nach der öffentlichen Eskalation am Freitag letzter Woche arbeiten die Beteiligten mit dem zuständigen Bundeswirtschaftsministerium jetzt offenbar konstruktiv an einer Lösung. „Die gemeinsame Verantwortung aller Beteiligten für ein sicheres, nachhaltiges und bezahlbares Energiesystem ist ebenso deutlich geworden wie die klare Unterstützung für den zwingend notwendigen Hochlauf der Elektromobilität“, sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Energiebranchenverbands BDEW.

„Wichtig ist, dass wir die guten Impulse jetzt aufnehmen und noch bis Ostern zu einer Lösung kommen. Denn die Spitzenglättung bzw. Lastverschiebung ist das sinnvollste Instrument, um flexible Verbraucher wie Elektromobilität, Wärmepumpen und Speicher schnell und sicher zu integrieren“, betonte Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung. Auch VDA-Chefin Müller sah, dass es gelungen sei, ein Fenster für einen vernünftigen und verbrauchernahen Kompromiss zu öffnen. Zumindest waren sich auch alle Beteiligten nach Berichten einig, dass der schnelle Netzausbau samt Ladeinfrastruktur die Grundvoraussetzung sei, um die Mobilität der Zukunft zu ermöglichen. Daher, so Müller, müsse der Netzausbau jetzt energisch vorangebracht werden. „Abschaltungen darf es nur im absoluten Notfall geben“, betonte sie.

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