VERGLEICHSTEST 26. Jun 2019 I. Reuss

Kompakt-Vans im Vergleich: Citroën Grand C4 Picasso und Opel Zafira Tourer

Das Segment der kompakten Vans wächst langsam, aber stetig. Viele Kunden ziehen diese Fahrzeuggattung wegen ihres noch einmal üppigeren Platzangebots den Kombis vor. Daneben spricht auch der Vielseitigkeitsfaktor für die Vans. Im direkten Vergleich profitiert der Citroën Grand C4 Picasso Blue HDi 150 von seiner Federung und guten Ausstattung, während sich der Opel Zafira Tourer 1.6 CDTI besonders bei Komfort und Agilität als ausgewogen erweist.

Reisefreudig: Der Citroën Grand C4 Picasso bietet auf Überlandfahrten viel Komfort. In puncto Fahrdynamik ist ihm der Opel Zafira Tourer aber überlegen.
Foto: Citroën

Kompakt-Vans müssen nicht langweilig sein. Citroën hat der 4,60 m langen Neuauflage seines Multitalents eine gefällige Optik verpasst. Der getestete Fünfsitzer lässt sich für Großfamilien oder die Schulkameraden der Kinder mit wenigen Handgriffen zum Siebensitzer umfunktionieren – zu Mehrkosten von 700 €. Dasselbe gilt für den Zafira Tourer.

Test-Stenogramm

Citroën Grand C4 Picasso BlueHDi 150: 4,60-m-Van, großzügiges Raumangebot, variabler Innenraum (optional bis zu sieben Sitze); durchzugsstarker 2,0-l-Turbodiesel, SCR-Katalysator, erfüllt Euro 6, niedriger Praxisverbrauch, etwas brummiger Motor, leichtgängige Sechsgang­schaltung; wenig fahrdynamischer Fronttriebler, komfortbetonte Fahrwerksabstimmung, leises Abrollen, erschwerte Bremsdosierung; gewöhnungsbedürftige Bedienung (zwei Displays), hohes Ausstattungsniveau und günstiger Preis.

Opel Zafira Tourer 1.6 CDTI: 4,66-m-Van, ausgezeichnete Raumausnutzung (optional als Siebensitzer), sehr großes und ausgesprochen variables Gepäckabteil; leistungsstarker und sparsamer 1,6-l-Turbodiesel, erfüllt Euro 6, etwas rauer Motorlauf, leichte Anfahrschwäche, exakte Sechsgang­schaltung; fahrdynamischer und komfortabler Fronttriebler, präzise und agile Lenkung, herkömmliche Bedienungsgestaltung; ausgewogener Gesamteindruck, gute Verarbeitung. IR

Innen präsentiert der Franzose sich mit großzügigem Raumgefühl und lichtdurchflutet dank Glasdach und riesiger Panoramascheibe. Vorn wie hinten finden Erwachsene viel Platz, der nur im Fond seitlich geringfügig eingeschränkt ist. Ins Gepäckabteil passen 645 l (bei fünfköpfiger Belegung) bis maximal 1843 l.

Noch etwas mehr verpackt der Opel Zafira Tourer, dessen Stauraum bei fünf Passagieren 710 l bis 1860 l fasst. Den Insassen mangelt es auch im Rüsselsheimer nicht an Platz, das gilt uneingeschränkt auch für die zweite Reihe. Sitzen dort nur zwei Personen, dann kann der Mittelplatz zur Armlehne umfunktioniert werden. Die Sitzpolsterung fühlt sich für die Fondpassagiere im Opel kommoder an, die Sitze sind zudem besser positioniert als im Citroën.

Besonders leicht lassen sich die drei einzelnen Fondsitze im Zafira zusammenklappen. Als Zugang zur dritten Reihe gibt es im Citroën eine klappbare Beifahrersitzlehne serienmäßig, im Opel kostet sie 155 € extra. Die dritte Reihe, die sich im Kofferraumboden versenken lässt, kann aber bei beiden Vans für Erwachsene nur als Notlösung gesehen werden.

Beide Vans werden von Turbodieselmotoren angetrieben, im Grand C4 Picasso ist es ein 2,0-l-Vierzylinder mit 110 kW, im Zafira Tourer ein neu entwickelter 1,6-l-Selbstzünder mit 100 kW. Der nominell kleinere Opel-Motor macht seine Sache in der Praxis recht gut, allerdings muss er beim Beschleunigen erst ein kleines Turboloch überwinden. Insgesamt bietet er ein völlig ausreichendes Temperament und eine akzeptable Laufkultur.

Die Fahrleistungen liegen nur geringfügig unter denen des etwas brummigen Picasso Blue HDi 150. Im genormten, aber unrealistischen Mix sowie im Praxisverbrauch schneiden sie fast identisch ab. Im Test lagen die Werte bei 6,6 l Diesel/100 km beim Citroën und 6,7 l Diesel/100 km beim Opel. Bei zurückhaltender Fahrweise sind durchaus Verbrauchswerte knapp über 5 l/100 km in beiden Fällen zu erreichen. Beide haben ein Start-Stopp-System und erfüllen die Euro-6-Norm, beide unter Zuhilfenahme des Prinzips der selektiven katalytischen Reduktion (SCR) und der Verwendung des harnstoffhaltigen Additivs „AdBlue“.

Im Test standen die beiden Fahrzeuge mit Sechsgangschaltung parat. Wird beim Citroën die ansonsten gut arbeitenden Automatik (optional für 1200 €) gewählt, dann muss sich der Fahrer zunächst an die Bedienung gewöhnen. Der Wahlhebel am Lenkrad fällt eindeutig zu kurz aus und versehentlich betätigt so mancher, zum Beispiel beim Rangieren, den Scheibenwischer.

Die beiden Monitore in der Armaturentafel des Grand Picasso sind gewiss weiterführend, weil sie die vielen Tasten reduzieren, aber auch gewöhnungsbedürftig. Dagegen präsentiert sich der Zafira Tourer etwas funktionaler, er hat herkömmliche Tasten und Schalter in ziemlich großer Zahl.

Unterschiedlich fällt die Fahrwerksabstimmung aus. Der große C4 Picasso rollt über längere Bodenwellen sanft ab, Querfugen mag er weniger. Während der Citroën in Kurven so gut wie keine Ambitionen zum dynamischen Fahren zeigt, überzeugt der Opel Zafira Tourer durch eine gekonnte Mischung aus Komfort und Agilität. Nicht zuletzt wegen seiner präzisen Lenkung macht das Fahren auf Landstraßen mehr Spaß, der Grand C4 Picasso dagegen verwöhnt seine Insassen eher als Gleiter auf gut ausgebauten Autobahnen.

Beim Preisvergleich spricht die gute Komfort- und Sicherheitsausstattung für den Citroën Grand C4 Picasso BlueHDi 150. Mit einem Grundpreis von 27 940 € liegt er zudem etwas günstiger als der Opel Zafira Tourer 1.6 CDTI ab 28 250 €.

 

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