Seriennähere E-Mobilität 18. Aug 2021 Von Peter Kellerhoff Lesezeit: ca. 1 Minute

Schaeffler: Tschüss Formel E, hallo E-DTM

Automobilzulieferer Schaeffler steigt in die vollelektrische Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft ein.


Foto: Schaeffler

In der Formel E, dem vollelektrischen Pendant der Formel 1, war Gründungsmitglied Schaeffler als „Audi Sport ABT Schaeffler“ durchaus erfolgreich: Zwei Titelgewinne und 47 Trophäen belegen erfolgreiches Engagement als Technologiepartner. Beim Abschlussrennen in Berlin am 15. August feierten das Team Audi Sport ABT Schaeffler mit Fahrer Lucas di Grassi noch einen Sieg. Doch nun ist Schluss mit der Formel E – zumindest für Schaeffler. Das Team aus Herzogenaurach engagiert sich nun in der vollelektrischen Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM), die 2023 starten könnte. Das Ziel: Know-how aus dem Motorsport direkt in die Entwicklung innovativer Serienlösungen im Bereich E-Mobilität zu übertragen – vor allem im Bereich der Antriebssysteme.

Fortschritte, die die Welt bewegen

Als Serien- und Innovationspartner der DTM möchte Schaeffler nun die wichtigste Tourenwagenserie der Welt vorantreiben und entwickelt ein vollelektrisches Konzeptfahrzeug mit 880 kW, aktiver Fahrdynamikregelung (Torque Vectoring) und mit der bereits im Motorsport erprobten Steer-by-Wire-Technologie Space Drive. „Motorsport war und ist ein wichtiges Element der Schaeffler-DNA“, sagt Matthias Zink, Vorstand Automotive Technologies der Schaeffler AG. „Unsere Engagements in der Formel E und nun in der DTM unterstreichen unseren Anspruch, als Technologiepartner Fortschritt zu gestalten, der die Welt bewegt.“

Testlabor Motorsport

Schaeffler erkannte früh das Potenzial eines Engagements in der Formel E. Von 2014 bis heute sind vollelektrische und Hybridantriebe im Automobilsektor tatsächlich zur neuen und nachhaltigen Alternative geworden. Das Engagement in der Formel E hat Schaeffler auf vielfältige Weise genutzt. Compact Dynamics – Lieferant für den ersten Formel-E-Motor – ist inzwischen ein Tochterunternehmen von Schaeffler und eine Hightechschmiede für kompakte und leistungsstarke E-Motoren. Speziell Erkenntnisse bei der Auslegung der komplexen Leistungselektroniken für die anspruchsvollen Stromverbrauchsvorgaben in der Formel E nutzen Schaeffler-Ingenieure heute für die Auslegung in der Serie, genauso wie Erfahrungen beim Thermomanagement. Jochen Schröder, Leiter des Unternehmensbereichs E-Mobilität bei Schaeffler, sagt: „Motorsport ist für Schaeffler kein Selbstzweck. Jedes Engagement bringt uns auch bei der Serienentwicklung voran. Im Motorsport muss man effizient und kreativ sein, unkonventionell denken und immer nach der nächsten Innovation streben – das macht einen Pionier aus.“

Ab 2023 könnte die E-DTM starten

Schaeffler hat im Herbst 2020 mit der DTM-Dachorganisation ITR (Internationale Tourenwagen Rennen e. V.) ein erstes Demofahrzeug auf der Rennstrecke präsentiert. Ab 2023 könnte die DTM als vollelektrische Serie starten. Für die dort vorgesehenen neuen, vollelektrischen Renntourenwagen entwickelt Schaeffler die E-Antriebssysteme. Das Entwicklungsfahrzeug verfügt über Space Drive und eine integrierte Fahrdynamikregelung zur Ansteuerung der vier Motoren. In seiner Funktion als Entwicklungsträger für die E-DTM sind noch in diesem Jahr Auftritte im Rahmenprogramm der DTM geplant.

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