Verkehr 02. Mrz 2022 Von Peter Kellerhoff Lesezeit: ca. 2 Minuten

Zulieferprobleme bei den Autobauern

Durch den Ukraine-Krieg können produktionswichtige Teile nicht geliefert werden. Den Autoherstellern drohen Kurzarbeit und Produktionsausfälle

Bei mehreren deutschen Autoherstellern droht der Stillstand der Bänder. Mitarbeitende bei VW wurden in einem Brief auf Kurzarbeit vorbereitet. Der Grund: Durch den Ukraine-Krieg und Sanktionsmaßnahmen der EU fehlen wichtige Lieferungen aus den Regionen.
Foto: PantherMedia / phonlamai

Ein Brief an die Belegschaft des Volkswagen-Konzerns ließ am Dienstag aufhorchen: In ihm teilten Einkaufsvorstand Murat Aksel, Personalvorstand Gunnar Kilian und Betriebsratschefin Daniela Cavallo den Mitarbeitenden mit, dass „nach den Werken in Sachsen in dieser Woche nun auch auf andere Standorte entsprechende Einschränkungen zukommen“. Der Grund: Lieferengpässe durch den Krieg in der Ukraine.

Ukraine-Krieg: „erhebliche direkte und indirekte Folgen“ für deutsche Automobilindustrie

Konkret geht es etwa in den Werken in Sachen E-Auto-Fertigung um ausbleibende Lieferungen von Kabeln aus der Ukraine. Die VW-Spitze dazu: „Unsere Taskforce arbeitet weiterhin bereichs- und markenübergreifend an Lösungen.“

Sanktionen gegen Russland und die Folgen: Kurzarbeit für Tausende

Auch der Stammsitz in Wolfsburg ist betroffen. Dort wird demnach voraussichtlich ab der kommenden Woche die Fertigung „gestuft auf verschiedenen Linien“ verringert werden. Ein weiteres Eingeständnis an die Belegschaft: „In der Kalenderwoche 11 werden wir in Wolfsburg – Stand heute – nicht fertigen können.“ In Hannover ist die Lage sogar noch etwas dramatischer. Dort könne es bereits von der zehnten Kalenderwoche an einen Stillstand der Autoproduktion geben. Auch die konzerninternen Zulieferwerke seien betroffen. In der Konsequenz heißt das: Kurzarbeit für mehrere Tausend Mitarbeitende.

Auch BMW und Mercedes müssen die Produktion drosseln, weil Zulieferer einzelne Teile nicht rechtzeitig liefern können. Nach einem Bericht des „Spiegel“ sind auch die VW-Markentöchter Audi, Porsche, Seat und Škoda betroffen.

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