Digitale Gesundheit 27. Apr 2023 Von Elke von Rekowski Lesezeit: ca. 2 Minuten

KI in Medizin: Gesundheitsminister Lauterbach warnt vor Missbrauch

Künstliche Intelligenz (KI) wird auch im Bereich der Gesundheit immer wichtiger. Sie könnte Leben retten, aber der Schutz der Patientendaten kollidiert immer häufiger mit dem möglichen Nutzen der smarten Algorithmen. Auf der Fachmesse für digitale Gesundheitslösungen DMEA in Berlin musste sich auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mit diesem Thema öffentlich auseinandersetzen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sprach auf der DMEA auch über KI.
Foto: Messe Berlin GmbH

Dürften deutsche oder europäische Polizeibehörden bei der Überwachung krimineller Vereinigungen alle technischen Möglichkeiten voll ausschöpfen, wäre die Verbrechensbekämpfung wahrscheinlich effektiver. Doch der Schutz der Persönlichkeitsrechte ist ein hohes Gut und er gilt auch für verdächtige Schwerkriminelle. Vor ganz ähnlichen Kontroversen steht heute das deutsche Gesundheitswesen: Der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) könnte in Kombination mit der Auswertung von Patientendaten in vielen Fällen die Arbeit von Ärzten und Pflegekräften in den Krankenhäusern vereinfachen.

KI könnte sogar Leben retten, weil die Algorithmen – mit den richtigen Informationen möglichst umfangreich gefüttert – medizinisch bedrohliche Entwicklungen bei einem schwerst kranken Patienten schneller erkennen als ein erfahrener Chefarzt. Aber auch hier ist zumindest in Deutschland noch kein konkreter Lösungsweg in Sicht, wie man den fraglos wichtigen Datenschutz und eine möglichst optimale individuelle Therapie unter einen Hut bekommt.

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Forschende Unternehmen wie Biontech, die hier vorwärtskommen wollen, kehren Deutschland bereits den Rücken und verlagern wichtige Forschungs- und Entwicklungsbereiche etwa nach Großbritannien. Diese Fehlentwicklung musste auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach einräumen. Hohe Investitionen in die Digitalisierung machten sie nicht automatisch zu einem Selbstläufer, so Lauterbach diese Woche auf der Fachmesse für digitale Gesundheitslösungen DMEA in Berlin.

Der Gesundheitsminister wies darauf hin, dass der Rückzug wichtiger Player aus Deutschland ihn durchaus nachdenklich stimmte, genauso wie das im internationalen Vergleich recht geringe Forschungsvolumen auf diesem Gebiet in Deutschland. Gegenüber führenden Nationen wie den USA, China, Kanada oder Israel sei Deutschland ein Stück weit abgeschlagen, unter anderem aufgrund von Versäumnissen in der Forschungsförderung. Der Minister zeigte sich davon überzeugt, dass in diesem Zusammenhang ein Neustart auf drei Ebenen nötig sei. Er sprach damit explizit die Digitalstrategie sowie die Bereiche Versorgung und Forschung an.

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