Medien 24. Aug 2023 Von Wolfgang Schmitz/idw Lesezeit: ca. 3 Minuten

Roboter „Pepper“ soll im Auftrag des NDR Plattdeutsch schnacken

Um die norddeutsche Sprachkultur zu pflegen, ist „Pepper“ künftig für den NDR unterwegs. Programmiert wird der Roboter an der Universität zu Lübeck.

Wissenschaftler Thomas Sievers von der Universität zu Lübeck bringt Roboter „Pepper“ Plattdeutsch bei.
Foto: Olaf Malzahn / Uni Lübeck

Die Universität zu Lübeck und der NDR Schleswig-Holstein bringen dem humanoiden Roboter „Pepper“ gemeinsam die plattdeutsche Sprache bei. Künstliche Intelligenz und das große plattdeutsche Archiv des NDR werden dabei eine wesentliche Rolle spielen. Ziel ist es, den Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteinern einen Roboter vorzustellen, der buchstäblich ihre Sprache spricht und eine Brücke schlägt zwischen regionaler Tradition und digitalisierter Zukunft. Als Gast wird „Pepper“ ab Herbst beispielsweise regelmäßig Konferenzen und regionale Veranstaltungen besuchen.

Wenn der Roboter dem Arzt den Tupfer reicht

Der humanoide soziale Roboter „Pepper“ wurde ursprünglich bereits 2014 vom französischen Unternehmen Aldebaran Robotics gemeinsam mit dem japanischen Unternehmen Softbank als erster Roboter mit der Fähigkeit zur Erkennung menschlicher Emotionen auf den Markt gebracht. Bisher wird er hauptsächlich in den Bereichen Gesundheitswesen, Erziehung, in Verkaufsräumen oder in Empfangsbereichen eingesetzt. „Pepper“ bringt viele grundsätzliche Anlagen und Fähigkeiten zur sozialen Interaktion mit Menschen bereits mit, muss aber hinsichtlich des gewünschten Einsatzszenarios speziell programmiert werden, um diese Fähigkeiten nutzbar zu machen.

Thomas Sievers, der „Pepper“ für die Aufgaben dieses Projektes programmiert, ist zuversichtlich und erwartet viele spannende Erfahrungen. „Die Aufgabe ist zwar herausfordernd und insofern ergebnisoffen, als dass wir zwar hoffen, am Ende einen des Plattdeutschen mächtigen Roboter zu haben, der auch außerhalb des Labors seine norddeutsche Persönlichkeit präsentieren und mit den Menschen interagieren kann, aber wie genau und in welchem Umfang das funktionieren wird, bleibt abzuwarten.“

Beim „Lernen“ helfen dem Roboter Large Language Models sowie ChatGPT

„Pepper“ soll mit seinen Aktionen und Reaktionen „irgendwie norddeutsch“ wirken, hier soll es auch um die stereotype Integration von Gestik und Sprachmelodie gehen. Dabei helfen Large Language Models wie ChatGPT und die weitgehend digitalisiert vorliegenden plattdeutschen Texte des NDR. „Pepper“ muss zunächst einmal das Vokabular lernen. „Hör mal’n beten to.“ Je mehr Plattdeutsch Pepper trainiert, desto besser kann er damit umgehen.

Die Universität zu Lübeck bringt ihre Expertise im Bereich der KI-Forschung ein und entwickelt maßgeschneiderte Algorithmen, um Pepper dabei zu helfen, die feinen Nuancen und regionalen Variationen des Plattdeutschen zu verstehen. Das Projekt ist auf eine Dauer von rund eineinhalb Jahren ausgerichtet und wird seitens der Universität von Thomas Sievers umgesetzt, der es als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Informationssysteme zum Thema seiner Promotion gemacht hat.

Föderales Lernen trainiert Roboter ohne Übergabe sensibler Daten

Volker Schulz, Leiter der Redaktion „Heimat, Kultur, Sprachen“ von NDR Schleswig-Holstein, betont die Bedeutung des Projekts für die regionale Kultur: „Wir lieben Plattdeutsch und fördern es seit Jahrzehnten. Mit ,Pepper‘ wollen wir sicherstellen, dass diese wertvolle Sprache auch in Zukunft lebendig bleibt.“ Denkbar ist ein Einsatz des Roboters in Schulen und Kindergärten, beim plattdeutschen Poetry Slam, beim Erzählwettbewerb „Vertell doch mal“ oder anderen plattdeutschen Veranstaltungen.

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