Energieversorgung 21. Dez 2022 Von Stephan W. Eder Lesezeit: ca. 2 Minuten

Erste Terminals für LNG starten Tests – Einspeisung in Wilhelmshaven

LNG-Premieren in Deutschland: Im mecklenburg-vorpommerischen Lubmin ist der LNG-Tanker „Seapeak Hispania“ und damit erstes Flüssigerdgas (LNG: Liquefied Natural Gas) eingetroffen. In Wilhelmshafen speiste Uniper erstmals Gas ins Netz ein.

Die „Neptune“, ein Spezialschiff der norwegischen Reederei Hoegh, läuft am Freitag, den 16. 12. 2022, in den Industriehafen von Lubmin bei Greifswald ein. Das Schiff ist die erste sogenannte FSRU (Floating Storage & Regasification Unit) im Nordosten Deutschlands. Sie wandelt das flüssige LNG wieder um in den gasförmigen Zustand. Am Mittwochmorgen (21.12.2022) wurde von dort das erste Gas ins deutscher Erdgasnetz eingespeist.
Foto: imago images/BildFunkMV

Für die Versorgung mit Flüssigerdgas (LNG: Liquefied Natural Gas) ist nach Angaben der Deutschen Regas der spanische LNG-Tanker „Seapeak Hispania“ im Hafen von Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern eingetroffen. Und damit auch erstes Flüssigerdgas. Die Hispania werde zukünftig das Flüssigerdgas für das LNG-Terminal der Deutschen Regas von Tankern übernehmen und zwischenlagern, dient also als Floating Storage Unit (FSU), als schwimmendes LNG-Lager, heißt es in einer Mitteilung. Abends erhielt das Terminal die Genehmigung für einen Testbetrieb.

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Kleine Shuttle-Schiffe (SLNGC: Small LNG-Carrier) werden das LNG – rund 140 000 m3 LNG aus Ägypten hat die Hispania geladen – dann von der FSU aufnehmen und es zur „Neptune“ bringen. Das Regasifizierungsspezialschiff (FSRU: Floating Storage & Regasification Unit) hat die deutsche Regas vom französischen Öl- und Gaskonzern Totalenergies gechartert. Es liegt seit dem 16. 12. im Greifswalder Industriehafen von Lubmin vor Anker (s. Foto). Dort wird das LNG regasifiziert und in das deutsche Ferngasleitungsnetz Eugal/NEL eingespeist.

Die LNG-Infrastruktur in Deutschland wächst und nimmt den Betrieb auf

Erst am 17. 12. hatten Vertreter der Bundesregierung – allen voran Bundeskanzler Olaf Scholz – in Wilhelmshaven im Jade Weser Port ein neues LNG-Terminal eröffnet. Als FSRU liegt dort die norwegische „Hoegh Esperanza“, betrieben wird das LNG-Terminal dort von Uniper. Auch die Neptune in Lubmin gehört der norwegischen Reederei Hoegh. An Bord der Neptune sind 165 000 m3 LNG. Am Mittwochmorgen ist nach Information der deutschen Presseagentur erstmals angelandetes LNG nach der Regasifizierung ins Netz eingespeist worden. Entsprechend der Informationen, die Uniper im Ad-hoc-Ticker der Leipziger Handelsplattform EEX veröffentlichte, werde das Schiff in der Testphase zwischen 15 GWh und 155 GWh Erdgas pro Tag einspeisen; ab Mitte Januar soll der Regelbetrieb mit mindestens 155 GWh Erdgas pro Tag folgen.

Woher unser Gas kommt

Das LNG-Terminal in Lubmin wird von der Deutschen Regas privat betreiben. Es soll in einer ersten Betriebsphase (seit Monatsanfang) bis zu 5,2 Mrd. m³ Erdgas jährlich in das deutsche Gasfernleitungsnetz einspeisen können. In einer zweiten Phase soll im kommenden Jahr kommt eine weitere FSRU mit 7,0 Mrd. m³ Erdgas hinzukommen. Ab Sommer 2024 soll dann insgesamt eine Jahreskapazität von 14,2 Mrd. m³ Erdgas verfügbar sein.

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