Raumfahrt 22. Dez 2022 Von Stephan W. Eder

Begraben im Marsstaub – Nasa gibt Sonde Insight endgültig auf

Gestern Abend verkündete die US-Raumfahrtagentur Nasa das endgültig Aus für ihre Marssonde Insight. Sie lieferte wichtige Erkenntnisse über den roten Planeten, zum Beispiel in Sachen Erdbeben.

Lander der Marssonde Insight in einer künstlerischen Darstellung. Zu sehen sind die beiden großen Solarzellenfelder zur Stromgewinnung; darüber in der Mitte der Roboterarm; links vorne das seismische Messinstrument, mit dem die seismischen Aktivitäten erfasst wurden; rechts vorne der Marsmaulwurf, der allerdings nicht wie erhofft zum Zuge kam, da die an dieser Stelle sehr harte Marsoberfläche ein tiefes Eindringen der Wärmeflusssonde in den Marsboden unmöglich machte.
Foto: NASA/JPL-Caltech

Gestern Abend deutscher Zeit verkündete das Kontrollzentrum für die Marsmission Insight (Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport) beim Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa in Kalifornien, dass sie nach zwei aufeinanderfolgenden Kontaktversuchen nicht in der Lage gewesen wären, eine Verbindung zur Sonde herzustellen.

Vulkanismus: Anzeichen neuerer Aktivitäten auf dem Mars

Bereits Anfang November hatte das JPL darauf hingewiesen, dass es aufgrund der starken Abdeckung der Solarzellen mit Marsstaub bald einfach nicht mehr genügend Energie geben würde, um den Kontakt aufrechtzuerhalten. Einer der verantwortlichen Ingenieure sprach laut Nasa von einer „toten Leitung“ („Dead Bus Mode“). Den letzten bestätigten Funkkontakt hatte das Kontrollzentrum des JPL am 15. Dezember 2022.

Marssonde Insight enthüllte die seismische Aktivität des roten Planeten

Damit gingen vier Jahre geophysikalischer Forschung auf dem Mars zu Ende. Vor allem die Seismik des Mars war Ziel von Insight und den an Bord befindlichen wissenschaftlichen Instrumenten. Das hoch sensitive Seismometer zeichnete 1319 Marsbeben auf, inklusive der Beben aufgrund von Meteoriteneinschläge. Der Nasa zufolge hat der schwerste dieser Einschläge (gegen Ende letzten Jahres) findlinggroße Eisblöcke zutage befördert.

Lesen Sie auch zu Erkenntnissen aus der Insight-Mission: Der Mars bebt und ruckelt

Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) war bei Insight an entscheidender Stelle mit von der Partie. Hauptinstrument sei neben dem Seismometer, das vom französischen Team der CNES (Centre national d‘études spatiales) kam, das Wärmeflussexperiment HP3 (Heatflow and Physical Properties Package) gewesen, so das DLR. „Wir haben so viel über den inneren Aufbau des Mars gelernt und nutzen dies auch für das Verständnis der anderen erdähnlichen Körper im Sonnensystem. Unsere Planetengeophysiker ziehen letztlich viele wichtige Erkenntnisse aus den Messungen“, resümierte Heike Rauer, Direktorin des Berliner DLR-Instituts für Planetenforschung, mit Blick auf die Insight-Mission.

Anflug der Marssonde Insight und Trennung vom Flugmodul in einer künstlerischen Darastellung der Nasa. Der Lander mit Insight setzte am 26. November 2018 auf dem Marsboden auf.

Foto: NASA/JPL-Caltech

Der Roboterarm des Insight-Landers nimmt mit einem kleinen Greifer Marsstaub auf, um damit das Verbindungskabel zum Seismometer (rechts im Bild) abzudecken. Das Insight-Team wollte damit das Kabel vor den starken Temperaturschwankungen auf dem Mars schützen.

Foto: NASA/JPL-Caltech

Eines der letzten Bilder des Insight-Marslanders der Nasa, aufgenommen am 11. Dezember 2022. Vor dem Lander am Marsboden ist das kuppelförmige Seismometer zu erkennen, das vier Jahre lang die Erdbebenaktivitäten auf dem roten Planten erkundete.

Foto: NASA/JPL-Caltech

Dabei kam das DLR-Experiment HP3 allerdings nicht so zum Zuge, wie es sich das DLR-Team vorgestellt hatte. Der sogenannte Marsmaulwurf (s. Bildergalerie) sollte sich vor Ort bis zu 5 m in die Marsoberfläche buddeln, um das Temperaturverhalten mit zunehmender Tiefe mit der HP3-Sonde zu messen. Daraus wurde nichts. Der Marsboden war da, wo der Lander aufsetzte, unter einer Staubschicht knüppelhart. „Das Instrument war schließlich in der Lage, seine 40-cm-Sonde knapp unter der Oberfläche zu vergraben und dabei immerhin wertvolle Daten über die mechanischen und thermischen Eigenschaften des Marsbodens zu sammeln“, resümierte das DLR in einer Mitteilung.

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