Deutsche Bahn 11. Jan 2023 Von Peter Kellerhoff

Sitzplatzsuche leicht gemacht

Die Deutsche Bahn führt Echtzeit-Auslastungsanzeigen auf ersten Strecken im Regionalverkehr ein. Auf den Anzeigen im Bahnhof wird die Auslastung der einzelnen Waggons mit einem Ampelsystem ersichtlich.

Gewohntes Bild auf deutschen Bahnhöfen: Der Zug hält und die Bahnreisenden wissen nie, ob der Waggon, der vor ihrer Nase hält, einen Sitzplatz für sie bereithält. Damit soll laut Deutscher Bahn bald Schluss sein.
Foto: Rainer Weisflog

Jeder Bahnreisende kennt das Problem: Es ist reine Glücksache, ob man in dem Waggon, der gerade vor einem hält, einen Sitzplatz bekommt. Mit Pech ist der Waggon gerammelt voll, während Nachbarwaggons womöglich nur zur Hälfte gefüllt sind. Zudem führen die Staus vor manchen Waggons zu Verzögerungen beim Ein- und Aussteigen und sind laut Bahn der Hauptgrund für Haltezeitüberschreitungen und damit für Verspätungen.

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Waggonauslastungsanzeige soll zu Sitzplätzen führen

Damit soll jetzt Schluss sein: Die Deutsche Bahn (DB) führt Echtzeit-Auslastungsanzeigen auf ersten Strecken im Regionalverkehr ein. Dabei werden Informationen zur Auslastung der Waggons ermittelt und auf dem Bahnsteig, am Fahrzeug und per App direkt an die Fahrgäste weitergegeben. Die Auslastungsanzeige am Bahnsteig erfolgt in dreistufiger Ampellogik oder in Personenpiktogrammen für die jeweiligen Wagen. So sehen Bahnfahrende, wo sie sich positionieren können, um besser einen Waggon mit freien Sitzplätzen zu finden.

Leichter einen Sitzplatz finden: Kurz vor Einfahrt des Zuges zeigt die Anzeigetafel in Rot, Gelb und Grün, wie voll die einzelnen Wagen sind.
Foto: Deutsche Bahn AG

Die Deutsche Bahn bezeichnet ihre neuen Auslastungsanzeigen als ein umfassendes System zum Kapazitätsmanagement. Bahnfahrende finden schneller einen Sitzplatz und der Bahnbetrieb wird effizienter. Wenn Reisende nämlich gezielt in wenig besetzte Wagen einsteigen, können Züge pünktlicher abfahren. Das wiederum ermögliche eine bessere Nutzung der Kapazitäten im Schienennetz.

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Deutsche Bahn: sensoriküberwachte Auslastung der einzelnen Waggons

Die Anzahl der Fahrgäste wird abhängig vom Fahrzeugtyp über verschiedene technische Ansätze gemessen. Eingesetzt werden beispielsweise Zähler im Türbereich oder Lichtsensoren, die die Auslastung in den vorbeifahrenden Wagen scannen. In Sekundenschnelle verarbeitet das System die Daten und gibt sie dann als Auslastungsinformationen an Reisende weiter.

Durch das neue System verteilen sich laut Bahn Fahrgäste besser am Bahnsteig und Züge können pünktlicher abfahren. Es bringe auch Vorteile für den Betrieb: Durch die Transparenz über Reisendenströme und die Auslastung von Zügen können Disponenten und Disponentinnen in Zukunft den Zugverkehr besser koordinieren.

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Start des Waggon-Auslastungssystems 2023 zuerst in Hamburg, Stuttgart, Berlin und im Rhein-Main-Gebiet

Das gesamte System sei fertiggestellt und soll in den nächsten Monaten schrittweise live geschaltet werden. Die Anzeigen sollen zuerst auf Pilotstrecken der S-Bahn Hamburg und im Stuttgarter S-Bahn-Netz eingesetzt werden. Im Februar sei der Start für den Regionalverkehr zwischen Hamburg und Lübeck geplant. Die S-Bahn im Rhein-Main-Gebiet komme dann im April und Teile der Berliner S-Bahn ab Mai hinzu. Deutschlandweit sollen bis Ende 2024 mehr als 1500 Wagen von DB Regio, ein Viertel aller DB-Züge im Regionalverkehr, zur Auslastungsanzeige fähig sein.

Daniela Gerd tom Markotten, DB-Vorständin für Digitalisierung und Technik: „Mit der intelligenten Auslastungsanzeige machen wir den Alltag unserer Fahrgäste spürbar besser. Nur, wenn der Nahverkehr bequem und zuverlässig ist, können wir noch mehr Menschen für die klimafreundliche Bahn begeistern.“

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