Flexible Bildschirme 12. Mrz 2020, 20:00 Uhr Von Jens D. Billerbeck und Regine Bönsch

Neue Smartphones: Klappen ist angesagt

Das große Schaulaufen der neuen Geräte auf dem Mobile World Congress in Barcelona fiel zwar wegen der Corona-Epidemie aus. Aber die Hersteller haben ihre Neuheiten natürlich nicht in der Schublade gelassen. Wir präsentieren eine Auswahl.

Leicht dank Karbon


Foto: Carbon Mobile

Der Name ist Programm: Die Carbon Mobile GmbH aus Berlin bringt jetzt mit dem Carbon 1 Mark II ihr erstes Produkt auf den Markt. Ein Smartphone, dessen Gehäuse aus karbonbasierten Verbundstoffen besteht. Robustheit, geringes Gewicht und Nachhaltigkeit hat sich der Hersteller damit auf die Fahnen geschrieben. Mit nur 125 g Gewicht zeigt sich das Smartphone mit einem 6-Zoll-Amoled-Display. Im Innern werkeln ein Mediatek-P90-Prozessor und 128 GByte an Flash-Speicher. Die rückwärtige Kamera bietet 16 Megapixel, die Frontkamera deren 20. Derzeit ist das Gerät nur für spezielle Kunden verfügbar, kann aber vorbestellt werden. Der reguläre Verkauf startet im Sommer, der Preis: 799 €.

Stecken statt falten


Foto: LG

Während die Konkurrenz Displays klappt und faltet, um sie zu vergrößern, hat sich LG für einen Ansteckmechanismus entschieden. Die Koreaner bieten auf Wunsch einen Dual Screen, der über ein Scharnier mit dem Hauptgerät verbunden werden kann. Im Bereich der Kamera hat LG deutlich aufgerüstet – vom Ultraweitwinkelobjektiv bis hin zu Videos in 4K. In Sachen Konnektivität wird WLAN 6 und 5G geboten, doch nicht LTE-Band 20 und damit die hierzulande gängigen 800 MHz. Mit dabei: ein 3,5-mm-Klinkenanschluss, ein echter USB 3.1 und Stereolautsprecher. Das V60 ThinQ 5G soll jetzt kommen. Der Preis fürs Smart­phone und Dual Screen steht aber noch nicht fest.

Kultiges Klapphandy


Foto: Motorola

Motorola hat sein Kulthandy Razr aus den Nuller­jahren mit neuester Technologie wiederbelebt. Zusammengeklappt passt es in jede Hosentasche. Die beiden Teile des Geräts sind jedoch mit einem Scharnier so verbunden, dass aufgeklappt ein durchgängiger Bildschirm entsteht. Das macht das Gerät zu einem echten Smartphone mit einem 6,2 Zoll großen flexiblen Display, über das Filme im ultrabreiten 21:9-Kinoformat angeschaut werden können, einem leistungsstarken Snapdragon-710-Prozessor und vielem mehr. Jedoch bezweifeln einige Tester die Langlebigkeit des Klappmechanismus. Preis: 1600 €.

Chinas High-Ender


Foto: Huawei

Nächste Woche kommt es auf den Markt: das mit rund 2500 € teuerste Smartphone von Huawei. Das Mate Xs hat vom Vorgänger gelernt und den Faltmechanismus optimiert. Allerdings mutieren hier zwei Außendisplays zu einem Tablet-artigen großen Ganzen, was die Bildschirme in der täglichen Nutzung empfindlicher machen könnte. Der neue Huawei-Chip Kirin 990, der direkt 5G unterstützt, verfügt über ein integriertes Kühlsystem. Hinzu kommen High-End-Features wie die Kamera von Leica. Doch auf Google – Betriebssystem wie Apps – müssen die Chinesen verzichten. Huawei hat viel Arbeit investiert und u. a. einen eigenen App-Store entwickelt. Gewohntes wie Maps, Youtube & Co. ist aber schwer zu ersetzen.

Ein Bildschirm oder zwei


Foto: Samsung

Galaxy Z Flip nennt Samsung sein neuestes Falthandy. In geschlossenem Zustand ist es ungefähr so groß wie eine Brieftasche, allerdings dann auch ziemlich dick. In geöffnetem Zustand zeigt sich ein 6,7-Zoll-Display. Es besteht aus biegsamem ultradünnen Glas. Die Frontkamera befindet sich zentriert hinter dem Display. In enger Zusammenarbeit mit Google entwickelte Samsung die Flex-Mode-Technologie, mit der sich die obere und untere Hälfte des Displays als zwei separate Bildschirme nutzen lassen. Dank des recht soliden und damit schwergängigen Scharniers erfordert das Aufklappen allerdings beide Hände. Mit 256 GByte Speicher kostet das Z Flip 1480 €.

Für Fotografen


Foto: Sony

Bei der Entwicklung von Sonys neuem Flaggschiff, dem Xperia 1 II, haben Ingenieure der System­kamera-Abteilung deutlich mitgeholfen. Hier finden sich Funktionen, die man so nur von Profikameras und hochwertigen Videogeräten kennt: vom schnellen, genauen Autofokus bis zum 3-D-Tiefensensor für scharfe Bilder bei Dunkelheit. Alles lässt sich manuell steuern. Wohl dem, der schon eine gewisse Vorbildung in Sachen Fotos hat! Das Zeiss-Logo auf den drei Rückenobjektiven spricht für Qualität. Und natürlich punktet das Smart­phone mit 4K und 5G. Preis demnächst: 1200 €.

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