Trägerraketen 23. Jan 2023 von Iestyn Hartbrich Lesezeit: ca. 2 Minuten

ESA: Ärger mit Vega C und Ariane 6

Pannen, zerstörtes Vertrauen und der Wegfall der russischen Sojus: Der europäische Trägerraketensektor kriselt.

Vega-C-Rakete am Launchpad: Der Erstflug verlief erfolgreich, die zweite Rakete ging verloren.
Foto: ESA/Manuel Pedoussaut

Die Ariane 6 – der europäische Hoffnungsträger im Segment der Schwerlastraketen – sollte eigentlich 2020 zum ersten Mal fliegen. Aktuell ist ein Start Ende 2023 vorgesehen. Die kleinere neue Rakete – Vega C – legte zwar einen erfolgreichen Erstflug hin, aber der zweite Flug endete im Verlust der Rakete mitsamt der geladenen Satelliten. „Wir sind in einer ernsthaften Krise des europäischen Trägerraketen-Sektors“, teilte die ESA der deutschen Presseagentur mit.

Lesetipp: Künftige Ariane-Raketen sollen mit Oberstufen aus Carbon fliegen

Vega C: Expertenkommission soll Absturzursache ermitteln

Wie genau es zum Absturz der Vega C im Dezember 2022 kam, soll nun eine Expertenkommission ergründen. Der Startdienstleister hatte einen Druckabfall im Zweitstufentriebwerk – Zefiro 40 – gemeldet, der wenige Minuten nach dem Start aufgetreten sei. An Bord waren zwei Pleiades-Neo-Satelliten. Ergebnisse will die Kommission im Februar vorstellen.

Laut dem europäischen Dienstleister für Raketenstarts, Arianespace, sind für 2023 drei bis vier Vega-C-Starts geplant. Man werde diese je nach Untersuchungsergebnis verwalten. In Einzelfällen sei es theoretisch möglich, auf das Vorgängermodell der Rakete auszuweichen, die Vega.

Russische Sojus bricht weg

Hinzu kommt: Die von Arianespace letzthin am häufigsten gestartete Rakete, die mittelgroße russische Sojus, steht seit Beginn des Ukrainekriegs nicht mehr zur Verfügung. Das ist zum Beispiel für den Oneweb-Konzern ein Problem, der hunderte Satelliten mit Sojus-Raketen starten wollte. Aktuell lagern einige OneWeb-Satelliten im Kosmodrom Baikonur ein, von wo der nächste Start durchgeführt werden sollte.

Trotz der Probleme steht für die ESA fest: „Der Zugang zum All steht nicht auf dem Spiel.“ Sobald Ariane 6 und Vega C flögen, seien sie perfekt auf die Bedürfnisse der europäischen Institutionen abgestimmt. „Die kurzfristige Priorität ist es, den Jungfernflug der Ariane 6 und eine sichere, zügige und robuste Rückkehr der Vega C zum Fliegen schnell und verlässlich abzusichern.“

Gedankenspiele über Ersatzraketen

Notwendig ist das für die ESA auch, weil etwa der Erdbeobachtungssatellit Sentinel-1C, der mit Radartechnik Tag und Nacht Bilder von der Erdoberfläche liefern soll, im Mai oder Juni an Bord einer Vega C in den Weltraum gebracht werden soll. Andere Missionen sind noch mit der Ariane 5 geplant.

Wie die ESA mit satellitengestützten Solarkraftwerken Kernkraftwerke ersetzen will

Die Sonde Euclid hingegen, die ursprünglich mit einer Sojus-Rakete ins All fliegen sollte und eine 3D-Karte des Universums erstellen soll, wird diesen Sommer mit einer Falcon 9 des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX abheben. Mit der russischen Sojus hätten ebenso Satelliten für das Satellitennavigationssystem Galileo ins All transportiert werden sollen. Laut ESA wird dafür zwar die Ariane 6 als Trägerrakete bevorzugt, aber auch nicht-europäische Raketen würden in Betracht gezogen.

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