Secure Connectivity Initiative 16. Feb 2022 von Thomas A. Friedrich

EU will eigene Megakonstellation für Satelliteninternet

Die EU-Kommission will 6,4 Mrd. € in Weltraumprojekte investieren. Herzstück ist eine Satellitenflotte, mit der Europa eine unabhängige Kommunikationsinfrastruktur erhalten würde.

Europa bei Nacht: Die EU will für den Kontinent eine unabhängige Kommunikationsinfrastruktur. Geplant ist eine Flotte aus Hunderten oder sogar Tausenden Satelliten.
Foto: ESA/NASA

Für den langjährigen französischen Manager Thierry Breton galt stets die Devise „Think Big”. Als EU-Binnenmarktskommissar legte er am Dienstagnachmittag in Straßburg das lang diskutierte EU-Weltraumpaket vor. Auf die beiden Flaggschiffprojekte „Galileo“ (Navigation) und „Copernicus“ (Erdbeobachtung) soll nun ein drittes folgen: die „Secure Connectivity Initiative“, eine eigene Satellitenkonstellation.

Die EU will ihr eigenes Satelliteninternet und damit die Unabhängigkeit von den USA. Zusätzlich sollen Anbindungslücken in ländlichen Gebieten geschlossen werden. Bisher sind über 200 Mio. Menschen in der EU nicht an das Breitbandinternet angebunden. „Mit dem heute beschlossenen Paket stoßen wir das Himmelstor für das Galileo der Konnektivität auf“, sagte Breton nach der Verabschiedung des Weltraumpakets.

Dafür stellt die EU-Kommission 2,4 Mrd. € aus dem EU-Haushalt bereit. Jeweils weitere 2 Mrd. € sollen von den EU-Mitgliedstaaten und der Privatwirtschaft aufgebracht werden.

EU-Satellitenkonstellation bis 2027

Die Satelliten der Secure Connectivity Initiative sollen in 450 km bis 500 km Höhe fliegen; bis 2027 soll die Konstellation den Betrieb aufnehmen. Nach der Ausschreibung für den Bau der Satelliten – ausdrücklich sollen sich auch kleine und mittlere Unternehmen bewerben können – sind die ersten Starts in den erdnahen Orbit für 2024 geplant.

Die Secure Connectivity Initiative soll laut Plänen der EU ab 2030 auch die Staaten der Afrikanischen Union (AU) mit Internet verbinden. Schon am Donnerstag und Freitag dieser Woche sollen beim turnusgemäßen zweitägigen AU/EU-Treffen dazu konkrete Beschlüsse gefasst werden.

Treffen mit den 27 Wirtschaftsministern

Ein zweiter Teil des Weltraumpakets ist eine Initiative zum Schutz von Satelliten durch die zunehmende Bedrohung von Weltraumschrott. Mit dem als „Space Traffic Management“ bezeichneten Vorhaben – einer Art Regelwerk für das bislang weitgehend unregulierte Weltall – will die EU ihre Eigenständigkeit in der Weltraumpolitik unterstreichen.

Am Donnerstag trifft Breton in Toulouse mit den 27 EU-Wirtschafts- und Weltraumministern zusammen, um die Durchdringung des Weltraums basierend auf dem vorgelegten Weltraumpaket zu diskutieren.

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