Asteroid Bennu 23. Jan 2024 Von Iestyn Hartbrich Lesezeit: ca. 2 Minuten

Nasa im Glück: Probenbehälter nach vier Monaten geöffnet

Monatelang ließ sich der Probenbehälter, der Material vom Asteroiden Bennu beinhaltet, nicht öffnen. Jetzt hat die Nasa ihre eigene Box aufbekommen.

Spezialisten des Raumfahrtkonzerns Lockheed Martin beim Entfernen des Deckels. Der Behälter enthält Material vom Asteroiden Bennu.
Foto: Nasa/Robert Markowiz

Die Nasa hat seit ihrer Gründung im Jahr 1958 viel geleistet. Sie hat Menschen auf den Mond gebracht und Satelliten an den Rand des Sonnensystems. Sie hat die Planeten besucht und viel kleinere Himmelskörper, die Asteroiden. Auf einem dieser Objekte, Bennu, ist es der Weltraumagentur gelungen Materialproben zu nehmen. Sie hat – eigentlich unglaublich – den Probenbehälter sogar zurück zur Erde gebracht und ihn – ein echtes Kunststück – unfallfrei geborgen.

Und dann hat sie sich ein bisschen blamiert.

Vier Monate hat es gedauert, ehe die versammelten Spezialteams der bestfinanzierten Weltraumagentur und des weltgrößten Raumfahrtkonzerns, Lockheed Martin, den Deckel ihres eigenen Behälters abbekommen haben. Zwei Schrauben saßen offenbar fest.

Lesen Sie auch: Warum es so schwierig ist, nutzbare Asteroiden zu finden

Frickelei mit klobigen Handschuhen

Ein Wort der Verteidigung: Es handelt sich beim Inhalt um unvergleichlich seltenes Material; es zu zerstören, zu zerbröseln, zu zermeißeln, wäre keine Option. Die Nasa hat deshalb nach eigenen Angaben eigens Werkzeuge aus kontaminationsresistenten Materialien entwickelt, um dem Deckel beizukommen. Dafür haben Agenturen auch schon länger gebraucht als ein paar Monate.

Dass die gesamte Frickelei in einem stickstoffgefüllten Handschuhkasten erfolgen musste, hat die Operation nicht leichter gemacht.

Spuren von Wasser und Kohlenstoff

Zudem war es der Nasa bereits gelungen, den Deckel ein ganz kleines bisschen zu öffnen. Immerhin so weit, dass mit einer Pinzette Geröllbrocken herausgeholt werden konnten. Auch außerhalb des Probenhälters hatte sich Material befunden, sodass insgesamt 70 g Bennu-Steinchen und -Staub an Labore verteilt werden konnte. Erste Untersuchungen haben ergeben: Das Material enthält Wasser und Kohlenstoff.

Bennu hat einen Durchmesser von 550 m und gilt als Relikt aus der Phase, in der das Sonnensystem entstanden ist; der tiefschwarze Brocken soll mindestens 4,5 Mrd. Jahre alt sein. Er zählt zu einer Gruppe von Asteroiden, die der Erde gefährlich werden können, weil sie sich periodisch der Sonne so weit nähern, dass sie die Bahn der Erde kreuzen. Im Fall Bennu steht zum Beispiel ein naher Vorbeiflug in 150 Jahren an.

Wenn Asteroiden zur Gefahr werden

Annähernd 1 Mrd. $ hat die Nasa für die Probenbeschaffung ausgegeben. Nun will die Nasa das Material ganz genau erforschen: 200 Fachleute beackern das Geröll mit 60 verschiedenen Messmethoden. Damit wir Menschen wissen, womit wir es zu tun haben, wenn einst ein Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde ist.

Was dann zu tun ist, erforscht die Nasa übrigens auch, indem sie das Dart-Projektil in einen Asteroiden gerammt hat. In ein paar Jahren soll eine ESA-Sonde nachschauen, wie groß der Krater ist. Die große Frage ist, mit welchen Mitteln sich Asteroiden ablenken lassen.

So gesehen: Sollen doch heute ein paar Schrauben klemmen, solange im Ernstfall das Projektil den Asteroiden trifft.

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