ADDITIVE FERTIGUNG 24. Jun 2019 Stefan Asche

Schnelle Wege in den 3-D-Druck

Wer die neue Technologie ausprobieren möchte, muss nicht gleich Experten einstellen und seine Fabrik umbauen. Es geht einfacher.

Ein gutes Beispiel für die Vorteile der additiven Fertigung ist dieser Kerosinleitungsverbinder. Gedruckt (re.) ist er leichter und billiger als das konventionelle Teil (li.). Außerdem fällt weniger Montageaufwand an.
Foto: [M] Airbus (links)/Fraunhofer IAPT (rechts)

Als das Hänschen zur Uni ging, stand „3-D-Druck“ nicht auf seinem Lehrplan. Damals waren einschlägige Maschinen – zumindest für Metalle – noch gar nicht erfunden. Heute hat der Hans deshalb ein Problem: Ihm ist die additive Denke völlig fremd. Und damit ist er nicht allein: „Noch immer kleben die meisten Konstrukteure in Deutschland an konventionellen Designvorgaben“, sagt Claus Emmelmann, Leiter des Fraunhofer-Instituts für additive Produktionstechnologien (IAPT). Viele Firmen liefen deshalb Gefahr, Innovationspotenziale zu vergeuden und von der Zukunft überholt zu werden.

Um das zu verhindern, macht das IAPT nun ein interessantes Angebot für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). „Wir schauen uns bis zu zehn Teile aus deren Produktion genau an“, so Emmelmann. „Dabei prüfen wir, wie hoch die Stückkosten in Abhängigkeit vom Produktionsverfahren sind. Der Zerspanung bzw. dem Metallguss halten wir den 3-D-Druck gegenüber.“ Kostenpunkt für diesen Service: 0 €.

„Alles, was wir zur Analyse brauchen, sind die Konstruktionsdaten im STL- oder Step-Format sowie Angaben zum bisherigen Material, dem Einsatzgebiet des Teils und der geforderten Stückzahl.“ Diese Informationen können Interessierte per Mail an das IAPT schicken. Die entsprechende Adresse lautet: feasibilityscreening@iapt.fraunhofer.de.

„Bei größeren, kostspieligen Teilen überlegen wir zudem, ob ein Re-Engineering sinnvoll wäre“, so der Hamburger.

Hinter diesem Angebot, das nur befristet gratis ist und ansonsten mit 5000 € zu Buche schlägt, stehen neben dem IAPT noch die Bionic Production AG aus Lüneburg sowie das Institut für Laser- und Anlagensystemtechnik (iLAS) der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH). Das Trio hat extra eine Cloud-basierte, automatisierte Screeningplattform entwickelt. Auf Wunsch können Nutzer dort online einen Druckauftrag abgeben und sich die fertigen Teile anschließend senden lassen. Das ist dann aber natürlich kostenpflichtig.

Für alle, die auf diesem Weg Geschmack an der neuen Technologie gefunden haben, bieten die norddeutschen Experten einen weiteren Service: Sie planen Smart Factories. „Je nach Bedarf des Kunden richten wir einen Maschinenpark ein und kümmern uns um eine weitestgehende Automatisierung“, so Emmelmann.

Plug & Play: Die Hensoldt AM Suite ist in einen Standardcontainer integriert und kann auf jedem Parkplatz abgestellt werden. Die Einrichtung ist flexibel konfigurierbar. Käufer können ohne Fabrikumbauten direkt in den 3-D-Druck einsteigen.
Foto: Hensoldt

Wer direkt eine schlüsselfertige Plug-&-Play-Lösung kaufen will, kann bei der Hensoldt Holding GmbH fündig werden. Das Unternehmen, das vor allem im Rüstungsbereich tätig ist, hat auf der jüngsten Messe Metav seine „AM Suite“ vorgestellt. „Zur Zielgruppe zählen Mittelständler, die sich mit der Technologie anfreunden wollen“, so Michael Grytz, Leiter des Business Inkubators. „Denen stellen wir auf Wunsch ein Rund-um-Sorglos-Paket auf den Hof.“

Dieses Paket hat die Form eines Standardcontainers. Es lässt sich also schnell transportieren. Im Inneren steht genau das, was der Kunde braucht: „Neben dem eigentlichen Drucker bauen wir beispielsweise einen Wärmeofen, das Pulvermanagement, eine Schutzgaszuführung und eine Klimaanlage ein“, so Grytz. „Wir integrieren die Komponenten stets so, dass sie unabhängig von äußeren Gegebenheiten robust laufen.“

Das Angebot des multinationalen Konzerns mit Hauptsitz in Bayern besteht aber nicht nur aus der Hardware. „Unsere Experten unterstützen die Kunden auf Wunsch auch beim Produktdesign, der Simulation, der Bauraumvorbereitung, der Objektorientierung, dem Datenmanagement, der Nachbearbeitung und der Qualitätskontrolle.“ Selbst Anfänger könnten nach wenigen Tagen erste Teile in der Hand halten.

Zu den Kosten verrät Grytz: „Eine grobe Richtlinie ist das Doppelte des Druckerpreises.“ Zur Info: Marktübliche Maschinen für Metalle kosten ab 200 000 € aufwärts.

Bei der Auswahl der Hardware ist Hensoldt unabhängig. Selbst Kunststoffdrucker bauen die Taufkirchner auf Wunsch ein.

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