Digitale Bildung im Ländervergleich 04. Nov 2021 Von Wolfgang Schmitz

Mangelnde Breitbandanbindung bremst Schulen

Eine Befragung von Lehrkräften im Auftrag der Deutschen Telekom Stiftung zeigt: Beim schulischen Lernen mit digitalen Medien hakt es immer noch, in dem einen Bundesland mehr als in dem anderen.


Foto: panthermedia.net/gpointstudio

Die schnelle und erfolgreiche Digitalisierung deutscher Schulen scheitert bislang vor allem an der breitbandigen Anbindung der Schulen ans Internet und an der ausreichenden Professionalisierung der Lehrkräfte. Dies sind zwei Lehren aus den Ergebnissen der Studie „Schule digital – Der Länderindikator 2021“, für die über 1500 Lehrkräfte weiterführender Schulen befragt wurden.

Die Untersuchung zeigt, dass Investitionen aus dem Digitalpakt und auch die Coronapandemie zwar dafür gesorgt haben, dass Lehrkräfte digitale Medien im Unterricht deutlich häufiger nutzen und ihre eigenen medienbezogenen Kompetenzen verbessert haben. Sie zeigt aber auch, dass sich die Bundesländer beim Thema „Digitale Lehr- und Lernmittel im Unterricht“ weiterhin in unterschiedlichen Geschwindigkeiten entwickeln und unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Dies führe dazu, so die Studie, dass die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen – trotz bundesländerübergreifender Strategien und Maßnahmen – nach wie vor stark vom jeweiligen Wohnort abhängen.

Ausbau hinkt Notwendigkeiten hinterher

Durchgeführt wurde die Studie im Auftrag der Deutschen Telekom Stiftung von der TU Dortmund. Grundlage war auch diesmal eine repräsentative Befragung von Lehrkräften der Sekundarstufe I. Im Ländervergleich bewerten die Lehrkräfte in Bayern, Berlin, Bremen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein den Stand der Digitalisierung als vergleichsweise weit fortgeschritten. Großen Handlungsbedarf sehen dagegen die Lehrerinnen und Lehrer in Baden-Württemberg, Brandenburg und Thüringen. Alle übrigen Länder sind in der Mittelgruppe.

 61,1 % der befragten Lehrkräfte geben an, WLAN-Zugang im Klassenraum zu haben. 2017 waren das noch 40,5 %. Anders dagegen sieht es bei der Verfügbarkeit von breitbandigen Internetzugängen aus: Hier sagen nur 53,7 % (2017: 67,3 %), die Anbindung sei ausreichend. Die Autorinnen und Autoren erklären dies damit, dass der Ausbau offenbar nicht mit schulischen Notwendigkeiten und pädagogischen Möglichkeiten Schritt hält.

„Fortschritt ist nicht ausreichend“

Grundsätzlich legt die Studie eine positive Haltung der Lehrkräfte zu digitalen Medien nahe: 83,5 % der Befragten wollen – auch bedingt durch die Erfahrungen während Corona – Medien künftig intensiver und vielfältiger einsetzen.

 „Die neuen Daten verdeutlichen, dass die Investitionen von Bund und Ländern noch nicht dazu führen, dass die deutschen Schulen bei der Digitalisierung so erfolgreich sind wie Schulen in anderen Ländern“, so Thomas de Maizière, Vorsitzender der Telekom Stiftung. „Angesichts der erheblichen Summen aus dem Digitalpakt und trotz der dringenden Notwendigkeit des Einsatzes digitaler Mittel für den Unterricht ist der Fortschritt seit 2017 nicht ausreichend.“

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