DBU-Umweltpreis 2021 für Ökologin und Moorforscher 11. Okt 2021 Von Bettina Reckter

Bundespräsident Steinmeier: Mehr Lebensqualität durch ökologischen Wandel

Am Sonntag hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Verleihung des Deutschen Umweltpreises der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zu einem Umsteuern aufgerufen. Es gelte, die biologische Vielfalt zu erhalten und die Erderwärmung zu stoppen.

Bundespräsident Steinmeier (Mitte) überreichte den Deutschen Umweltpreis der DBU an Katrin Böhning-Gaese (vorne li.) und Hans Joosten (vorne re.).
Foto: Peter Himsel / DBU

Der diesjährige DBU-Umweltpreis in Höhe von 500 000 € geht zu gleichen Teilen an die Ökologin Katrin Böhning-Gaese und den Moorforscher Hans Joosten. Böhning-Gaese ist Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) und Vizepräsidentin der Leibniz-Gemeinschaft, der Niederländer Joosten ist Professor für Moorkunde und Paläoökologie an der Universität Greifswald.

Bei der Preisverleihung am Sonntag in Darmstadt sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, seine Konsumgewohnheiten zu ändern sei unbequem und anstrengend. Dennoch hätten Klima-, Arten- und Umweltschutz nichts mit Verzicht und Freudlosigkeit gemein. Im Gegenteil: Der ökologische Wandel „erspart uns Umweltkrankheiten und lässt uns gesünder und länger leben; er öffnet uns und denen, die nach uns kommen, eine gute Zukunft“, meint Steinmeier. Er freue sich, dass beide Preisträger ein Bewusstsein dafür weckten, „was alles nötig ist, um die biologische Vielfalt zu erhalten und die Erderwärmung zu stoppen“.

DBU-Umweltpreisträgerin 2021: die Ökologin Katrin Böhning-Gaese (re.).
Foto: Peter Himsel / DBU

Ursachen des Artensterbens besser verstehen

Ökologin Böhning-Gaese habe laut Steinmeier zu mehr Verständnis für die Ursachen des Artensterbens beigetragen. Etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten seien vom Aussterben bedroht, „weil wir Menschen Raubbau an der Natur betreiben. Wir roden Wälder im Übermaß, beuten Böden aus, setzen giftige Pflanzenschutzmittel ein, fangen zu viele Fische, verschmutzen die Meere mit Plastikmüll“, so der Bundespräsident.

Joosten wiederum sei „ein großartiger Moorforscher“, der schon früh darauf hingewiesen habe, „wie wichtig gesunde, nasse Moore für den Klimaschutz sind, weil sie der Atmosphäre Kohlendioxid entziehen und es dauerhaft im Boden binden“. Er habe erkannt, wie schädlich die Entwässerung der Moore etwa durch land- und forstwirtschaftliche Nutzung für Klima und Biodiversität sei. Und er habe wegweisende Ideen für die landwirtschaftliche Nutzung von Mooren entwickelt, ohne deren Schutz aufs Spiel zu setzen.

DBU-Umweltpreisträger 2021: der Moorforscher Hans Joosten.
Foto: Peter Himsel / DBU

Große Transformation aller Lebensbereiche

Der Bundespräsident forderte bei der Laudatio, Veränderungen gemeinsam in Angriff zu nehmen. „Was wir vor uns haben, ist ein gesamtgesellschaftlicher Wandel, eine große Transformationsaufgabe, die alle Bereiche unseres Lebens betrifft: die Art, wie wir Energie erzeugen, Mobilität gestalten, Landwirtschaft betreiben, industrielle Güter produzieren, Wohnungen bauen, Abfall entsorgen, wie wir reisen, einkaufen und uns ernähren.“

Sich als Gesellschaft gemeinsam auf den Weg in eine klimaneutrale Zukunft zu machen, „ohne Zusammenhalt als Voraussetzung für Freiheit und Demokratie zu gefährden“, sei „eine der größten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre“. Es gelte, sich dabei besonders denen zuzuwenden, „die mit dem Wandel nicht so leicht Schritt halten können“.

Eine Lebensversicherung für unseren Planeten

Mit Blick auf die Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow im November sagte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: „Kampf gegen Erderwärmung und verstärkter Artenschutz müssen Hand in Hand gehen. Das ist eine Zukunfts- und Menschheitsfrage – und eine Lebensversicherung für uns und den Planeten.“ Darauf hätten Böhning-Gaese und Joosten unermüdlich aufmerksam gemacht.

„Diese Impulse der Wissenschaft müssen wir zügig wahr- und vor allem ernst nehmen“, sagte Bonde. „Damit Glasgow gelingt, müssen in Greifswald, Gladbach, Glückstadt und anderswo die angepeilten Gigatonnen an Treibhausgasemissionen eingespart werden.“

Tags: Bioökonomie, Umwelttechnik

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