„Zertrümmert und zerstört“ 25. März 2024 Von Dominik Hochwarth Lesezeit: ca. 2 Minuten

Neuseelands Gletscher am Schmelzpunkt: Wenig Hoffnung auf Rettung

Neuseelands Gletscher schmelzen dahin. Die Erderwärmung hat große Teile der Pracht zerstört und der Schaden ist kaum mehr wiedergutzumachen, sagen Experten.

Gletscher
Die Gletscher in Neuseeland schmelzen und es besteht wenig Hoffnung, dass sie sich noch einmal erholen.
Foto: PantherMedia / sunsinger

Neueste Untersuchungen des Nationalen Instituts für Wasser- und Atmosphärenforschung (Niwa) zeichnen ein düsteres Bild für die Zukunft der neuseeländischen Gletscherlandschaft. Jahrzehntelange Beobachtungen haben einen beschleunigten Rückgang der Gletschermasse dokumentiert, der durch die jüngsten Erhebungen eindrucksvoll bestätigt wird. Experten des Instituts, die seit den 1970er-Jahren die Gletscher aus der Luft beobachten, berichten von einer alarmierenden Beschleunigung des Eisverlustes.

Besonderes Augenmerk auf die südlichsten Gletscher

Seit 2018 wurden die südlichsten Gletscher Neuseelands nicht mehr untersucht. Bei der Rückkehr zu diesen entlegenen Eismassen stellte das Forschungsteam fest, dass einer der Gletscher nur noch zwei Drittel seiner ursprünglichen Größe aufwies. Die Beschreibungen des Teams von Gletschern, die „zerschmettert und zerstört“ aussahen, vermitteln ein klares Bild von der Zerstörung, die sich in diesen entlegenen Teilen der Welt abspielt.

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Diese Beobachtungen werden durch Temperaturdaten aus der Region untermauert. Neuseeland erlebte im letzten Jahrzehnt sieben der zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen. Das Jahr 2023 war das zweitwärmste Jahr. Dieser Trend zu wärmeren Temperaturen trägt wesentlich zum Rückgang der Gletscher bei und lässt die Hoffnung schwinden, dass kürzere Phasen kühlerer Jahre den Trend umkehren könnten. Andrew Lorrey, Programmleiter bei Niwa, betont, dass selbst gelegentliche kühlere Jahre nicht ausreichen würden, um den bereits angerichteten Schaden wieder gutzumachen.

Ökologische Bedeutung von Gletschern

Gletscher spielen im globalen Ökosystem eine entscheidende Rolle. Sie dienen als riesige Süßwasserspeicher, die in den wärmeren Monaten langsam abschmelzen und kontinuierlich Flüsse, Seen und Grundwasservorkommen speisen. Dieser stetige Wasserfluss ist lebenswichtig für die Trinkwasserversorgung, die Landwirtschaft und die natürlichen Lebensräume.

Darüber hinaus regulieren Gletscher das Klima, indem sie Sonnenstrahlen reflektieren und zur Abkühlung der Erdatmosphäre beitragen. Der Verlust von Gletschereis bedeutet nicht nur einen Rückgang der Süßwasserreserven, sondern auch eine Beschleunigung des globalen Klimawandels durch verringerte Albedo-Effekte und einen Anstieg des Meeresspiegels.

Folgen für Wirtschaft und Tourismus

In Neuseeland ist der Gletschertourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig, der Besucher aus aller Welt anzieht. Der Gletscherschwund zwingt die Tourismusunternehmen jedoch, ihre Aktivitäten anzupassen und weiter in die Berge vorzudringen, was mit höheren Risiken und Kosten verbunden ist.

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Diese Entwicklung könnte langfristig nicht nur den Tourismussektor, sondern auch die lokale Wirtschaft und Arbeitsplätze gefährden. Andrew Lorrey befürchtet, dass die nächste Generation die Gletscher Neuseelands nicht mehr erleben werde. (mit Material der dpa)

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