Ökologischer Gewässerumbau 05. Jul 2021 Von Bettina Reckter

Spatenstich: Renaturierung der Erft im Stadtgebiet Euskirchen beginnt

Am Freitag fand in der Stadt Euskirchen der symbolische Spatenstich zur Renaturierung der Erft statt. Der im Stadtgebiet stark kanalisierte Flusslauf soll in nur wenigen Monaten sein enges Korsett verlassen und im Bereich Erftpark künftig eigendynamisch durchs Gelände mäandrieren dürfen.

Feierlicher Spatenstich: Christian Gattke (v.l.n.r.), Dietmar Jansen, Erftverbandsvorstand Bernd Bucher, Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt, Bernd Kuballa und Jürgen Nonn.
Foto: Bettina Reckter

Die naturnahe Gestaltung der Erft liegt Sacha Reichelt sehr am Herzen. „Es wird ein Mehr, kein Weniger“, ist Euskirchens Bürgermeister überzeugt. Die bisherigen zahlreichen Möglichkeiten der Naherholung in den Erftauen würden künftig durch die Aspekte Ästhetik und Ökologie sowie Hochwasserschutz noch erheblich aufgewertet.

Im Bereich des Erftparks, wo heute schon Sand- und Wasserspielplätze, Beachvolleyballfelder, eine Outdoorspielanlage und Trödelmärkte den Euskirchener Bürgerinnen und Bürgern einen hohen Freizeitwert bieten, soll sich der Fluss bei Bedarf demnächst eigendynamisch ausbreiten können. Die nötigen Renaturierungsarbeiten hat der Erftverband geplant. Am Freitag trafen sich Vertreter der Stadt Euskirchen und des Erftverbands zum symbolischen Spatenstich.

Neuer Lebensraum für Flora und Fauna

„Die Erft hat hier eine gute Wasserqualität“, versichert Bernd Bucher, Vorstand des Erftverbands. Man habe viel in die Abwasserreinigung investiert, nicht aber in einen ökogischen Gewässerlauf. Deswegen biete das Gewässer viel zu wenig Lebensraum für Flora und Fauna. Aufgrund der hohen Fließgeschwindigkeit fehle es an ruhigen Zonen für die Fischbrut, im Ufer- und Böschungsbereich gebe es keine Verstecke aus Totholz und auch keine Kiesbänke.

Das soll sich ändern. Normalerweise ist ein Gewässerumbau im urbanen Raum aufgrund der engen Bebauung kein einfaches Unterfangen. Der Vorteil hier: Der innenstadtnahe Erftpark bietet auch heute schon weite Grünflächen, auf denen sich der Fluss bei Hochwasser ausbreitet. Damit steht der in diesem Bereich geplanten Verlängerung des Gewässerlaufs von 1 km auf 1,6 km nichts mehr im Wege. Die Kosten für das Projekt sind mit 1,8 Mio. € veranschlagt, wovon das Land NRW 80 % und der Erftverband rund 20 % übernehmen. Baubeginn wird kommende Woche sein.

Aus ihrem engen Bett befreit werden soll die Erft durch die kommende Woche beginnenden Renaturierungsarbeiten.
Foto: Bettina Reckter

Vom Kanal zum naturnahen Gewässer

Die Umgestaltung der Erft in ein naturnahes Gewässer bedeutet vor allem erhebliche Erdarbeiten. „Wir werden bis zu 30 000 m³ Erde bewegen“, schätzt Christian Gattke, Abteilungsleiter Flussgebietsbewirtschaftung beim Erftverband. Asphaltierte Wege werden aufgebrochen, der Erftradweg aber bleibt bestehen. Zum Teil müssen die vorhandenen Spielplätze umziehen. Auch hat man einige größere Uferbäume im Zuge der Maßnahme fällen müssen, ihre Stämme aber bleiben vor Ort und gehen in die künftige Landschaftsgestaltung mit ein. Zudem werden entsprechend neue Bäume gepflanzt.

Eine der bestehenden Fußgängerbrücken muss im Zuge der Baumaßnahmen weichen. Zum Ausgleich baut der Erftverband ein Stück weiter einen neuen barrierefreien Übergang über die Erft. Das Grüne Klassenzimmer, das jetzt schon ein reiches Bildungsangebot in Sachen Ökologie vor Ort bietet, wird künftig von einem flachen Nebenarm der Erft umspielt. „Hier können Kinder dann nach Herzenslust keschern und Steine umdrehen“, freut sich Verbandschef Bucher.

Aus der Not eine Tugend gemacht

Das gesamte Projekt orientiert sich an den Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Die Mitgliedstaaten der EU sind demnach verpflichtet, bis spätestens 2027 alle Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu bringen und für eine nachhaltige und umweltverträgliche Wassernutzung zu sorgen.

Zudem geht es natürlich um die Sicherstellung des Hochwasserschutzes. Auch wenn die Erftauen an dieser Stelle in Euskirchen schon vorher reichlich Überschwemmungsraum in Hochwassersituationen boten, sollen die Häuser einiger Anwohner durch gezielte Baumaßnahmen künftig noch besser geschützt werden. „Anfangs war die Akzeptanz in der Bevölkerung nicht so berühmt“, gibt Bürgermeister Reichelt zu. Das aber habe sich inzwischen geändert. „Am Ende wird es ein echtes Vorzeigeprojekt sein.“

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