Recycling von Textilien 10. Aug 2022 Von Patrick Schroeder

Start-up gewinnt Fasern für hochwertige Kleidung aus alten Klamotten

Was bisher kaum möglich ist, soll mit einem chemischen Verfahren gelingen – Baumwollfasern auch aus einem Stoffgemisch herauszulösen. Erfinder ist das Start-up Eeden aus Mönchengladbach.

Die Geschäftsführer von Eeden Steffen Gerlach (li.) und Reiner Mantsch vergleichen verschiedene Recyclingergebnisse.
Foto: EEDEN

Deutschland ist bei der Wiederverwendung von Alttextilien im internationalen Vergleich vorbildlich. 62 % der alten T-Shirts, Hosen und Röcke leben als Secondhandkleidung weiter. 14 % als Putzlappen und Dämmstoffe. 12 % gehen ins Faserrecycling. Und nur 12 % in die Verbrennung, zeigt eine Studie des Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse). Das sieht international anders aus. „73 % der alten Textilien werden weltweit deponiert oder verbrannt. Weniger als 1 % wird zu neuer Kleidung recycelt“, sagt Reiner Mantsch, CEO & Co-Founder des Start-ups Eeden aus Mönchengladbach. Das Resultat sei ein jährlicher Ressourcenverlust im Wert von über 80 Mrd. €. Und ein ökologischer Fußabdruck, der immer größer werde. „Bis 2050 wird sich die Bekleidungsproduktion verdreifachen. Und Baumwolle zur Mangelware. Deshalb müssen Produkte durch Recycling dringend kreislauffähig werden.“

Mechanisches Recycling zerstört Fasern und ist nur zum Downcycling geeignet

Aus alten Hosen Garn für neue Hosen herzustellen ist allerdings schwierig. Denn in den meisten Fällen erschöpft sich das Recycling in einem mechanischen Prozess: Maschinen zerreißen die Textilien. Und beschädigen die Fasern. Sie verlieren dabei einen Großteil ihres Werts und eignen sich in der Regel nur noch für Produkte wie Putzlappen und Malervlies. Downcycling par excellence. „Das ist ein großes Problem, weil dabei Zellulose als wertvolles Material verloren geht“, sagt Mantsch. „Unser Ziel ist es daher, aus alter Kleidung hochreinen Zellstoff für neue Zellulosefasern zu gewinnen.“

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Ein Vorhaben, an dem sich schon viele Forscher die Zähne ausgebissen haben. Denn die meiste Kleidung besteht aus Materialgemischen – etwa aus Baumwolle und Polyester. Eine Kombination, die es im Recycling zu lösen gilt, um Faserproduzenten reinen Zellstoff zur Verfügung zu stellen. „Für diesen komplexen Prozess haben wir ein neuartiges, chemisches Verfahren entwickelt.“

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