Maschinenbau 20. Dez 2019, 09:00 Uhr Von Martin Ciupek

Werkzeugmaschinen: Hersteller setzen auf Weiterentwicklungen

Deutsche Hersteller von Werkzeugmaschinen erleben 2019 einen deutlichen Auftragsrückgang. Dennoch schaut die Branche positiv in die Zukunft und will ihre Lösungskompetenz Anfang 2020 auf den Messen Metav und Nortec unter Beweis stellen.

Messe Düsseldorf / ctillmann

Die deutschen Hersteller von Werkzeugmaschinen setzten in Zeiten schwächelnder Nachfrage auf Digitalisierung und Vernetzung. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Branchenverbands VDW, drückt es so aus: „Industrie 4.0 nimmt in der Metallbearbeitung Fahrt auf.“ Mit Blick auf das kommende Jahr und die im März anstehende Branchen Messe Metav in Düsseldorf, beschreibt er die Trends von der vernetzten Fertigung bis zu Cloud-Anwendungen. Damit eng zusammenhängend sind Themen wie der neue Mobilfunkstandard 5G sowie die künstliche Intelligenz und das maschinelle Lernen.

Gerade die Digitalisierung kann den Abnehmerbranchen wie der Automobilindustrie helfen, sich schneller auf neue Marktbedürfnisse einzurichten. Denn der verstärkte Fokus auf die Elektromobilität erfordert andere Spezifikationen der Maschinen. Vor allem sinkt der Bedarf an Maschinen zur spanenden Bearbeitung der Motorblöcke für die Verbrenner signifikant. Gleichzeitig ist das Wachstum der Elektromobilität noch sehr fragil. Dass die E-Mobilförderung auf dem wichtigen Absatzmarkt China zurückgefahren wird, dürfte zusätzlich für Verunsicherung in der Branche führen. Das Land will künftig verstärkt in Wasserstofftechnik investieren.

Flexibilität als Antwort auf Unsicherheiten auf den Weltmärkten

Wirtschaftlich trifft den Werkzeugmaschinenbau aktuell nicht nur die Investitionszurückhaltung seitens der Automobilindustrie, auch internationale Handelskonflikte fallen diesmal mit dem für die exportstarke Branche typischen zyklischen Abschwung zusammen. Bereits im November hatte der VDW seine ursprüngliche Produktionsprognose für 2019 zurückgenommen und auf einen Rückgang um 4 % korrigiert. „Das eigentliche Problem ist wegen abschmelzender Bestandsorders für das Jahr 2020 absehbar“, schildert VDW-Geschäftsführer Schäfer. Im September 2019 waren die Aufträge im Werkzeugmaschinenbau gegenüber dem Vorjahresmonat um 25 % zurückgegangen. Nach der Messe EMO vergangenen September in Hannover hatte sich das Volumen bei zerspanenden Werkzeugmaschinen laut VDW etwas stabilisiert. Für 2020 wird mit einer moderaten Nachfrageerholung gerechnet.

Für die Branchenvereinigung ist das eine gute Gelegenheit, um Neuentwicklungen rund um die Vernetzung der Maschinen voranzutreiben und den potenziellen Anwendern zu präsentieren. Das gilt insbesondere für die Kommunikationsschnittstelle Umati (Universal Machine Tool Interface), die der VDW zusammen mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und Maschinenherstellern kontinuierlich weiterentwickelt. Nachdem bereits auf der Messe EMO konkrete Anwendungsbeispiele dazu gezeigt wurden, werden auch auf der Metav in Düsseldorf Beispiele für den herstellerübergreifenden Datenaustausch präsentiert.

Messeschwerpunkte im Norden und in der Mitte Deutschlands

Was für die Mitte Deutschlands die Metav ist, das ist für den Norden die Messe Nortec. Auch dort stehen Lösungen für die Produktion im Mittelpunkt – und zwar bereits vom 21. bis 24 Januar 2020. Mit einem neuen Konzept will die Messe Hamburg dabei gleichzeitig zum Campus für den Mittelstand werden und sich stärker auf die Bedürfnisse kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) ausrichten. Neben der Ausstellung des technischen Fortschrittes soll es dabei auch stärker um Lerneffekte gehen und das Know-how, das für einen erfolgreichen technologischen Wandel – Stichwort: Industrie 4.0 – benötigt wird.

Gezeigt werden in Hamburg unter anderem auch Technologien für den industriellen 3-D-Druck sowie Automatisierungslösungen für Werkzeugmaschinen. Maschinenbauer Hurco belädt seine Bearbeitungsmaschinen beispielsweise mit kleinen Robotern, sogenannten Cobots. „In der Lohnfertigung werden Automatisierungslösungen gebraucht, die nicht die Welt kosten, aber den Handlungsspielraum vergrößern und die Bearbeitung kurzfristiger Aufträge vereinfachen“, begründet Sebastian Herr, Leiter der Hurco-Anwendungstechnik, diesen Schritt. Maschinenhersteller WFL zeigt dagegen, wie sich verschiedenste Technologien, Messaufgaben, Finish-Bearbeitungen und Verzahnungen in die Millturn-Komplettbearbeitungszentren integrieren lassen. Ziel ist eine Komplettbearbeitung in einer Aufspannung.

Tags: Forschung, Klima, Umwelt

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