Bundeswehr 05. Jul 2022 Von Wolfgang Heumer

FCAS: Dem Kampfflugzeug droht der Abschuss durch die Bundesregierung

Das Future Combat Air System (FCAS) soll das neue Kampfflugzeug der Luftwaffe werden. Doch wegen Streitigkeiten zwischen Dassault und Airbus könnte die Bundesregierung das Projekt einstellen.

Noch ist es nur ein Modell: Beim Pariser Aérosalon im Jahr 2019 war ein 1:1-Modell des Dassault-Airbus FCAS zu sehen. Dass das Original möglicherweise erst in drei Jahrzehnten einsatzfähig sein wird, sorgt für Zoff zwischen Bundesregierung und den Herstellern.
Foto: dpa picture alliance/Hans Lucas/Arthur Nicholas Orchard.

Die deutsche Luftwaffe beginnt in einer neuen Dimension zu denken. Innerhalb des Sondervermögens von 100 Mrd. € für die Bundeswehr (in dem die Teilstreitkräfte als Dimension bezeichnet werden) sollen die Flieger mit der„Dimension Luft“ mit rund 40,9 Mrd. € den größten Brocken bekommen und dafür unter anderem neue Flugzeuge, Hubschrauber und weiteres Gerät bis hin zur israelischen Kampfdrohne Heron TP kaufen. Allein 4,5 Mrd. € sind für das bereits 2019 von der damaligen Bundesregierung mit Frankreich verabredete Future Combat Air System (FCAS) vorgesehen, in dem Jets, Drohnen und Satelliten in Echtzeit aus einer sogenannten Combat Cloud über und unter den Wolken kämpfen sollen.

Die Bundesregierung verliert die Geduld mit Airbus und Dassault

Doch nun droht dem Projekt das Aus, weil die Bundesregierung die Geduld mit den verantwortlichen Flugzeugbauern Airbus und Dassault verliert, die seit Langem im Streit liegen. Die Vorbehalte der Politik zeigten sich schon bei der Verabschiedung des Sondervermögens: Die Haushaltspolitiker des Bundestags zogen die Bremsfallschirme für FCAS und begrenzten die Planungsmittel zunächst bis 2027. Ursprünglich sollte in dem Jahr schon der erste Demonstrator fliegen.

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