Verkehrspolitik 14. Okt 2022 Von André Weikard

Kritik am geplanten 49-€-Ticket: zu teuer für Ärmere und wirkungslos, um Infrastrukturdefizite zu beheben

Der Fahrgastverband Pro Bahn und der Deutsche Städtetag halten das bislang geplante 49-€-Ticket für unzureichend, um den ÖPNV attraktiver zu machen. Statt Ticketsubventionen nach dem Gießkannenprinzip brauche es Investitionen in die Infrastruktur.

Bund und Länder ringen um die Finanzierung des 49-€-Tickets.
Foto: panthermedia.net/ paulprescott

Das geplante 49-€-Ticket ist für einkommensschwache Menschen viel zu teuer, kritisiert der Fahrgastverband Pro Bahn. „Wir bräuchten für diese Menschen ein günstigeres Angebot“, sagt der Pro-Bahn-Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Mit dem derzeit diskutierten Konzept werde „das Prinzip Gießkanne“ nicht durchbrochen. Generell seien die Verkehrsbedürfnisse zu komplex, als dass sie mit einer einzigen Antwort wie dem 49-€-Ticket beantwortet werden könnten, so Naumann.

„Wenn man in Richtung Verkehrswende denkt, dann muss es günstiger sein, von Berlin aus zum stadteigenen Müggelsee zu fahren als an die Nordsee“, führt Naumann aus. „Schließlich hat auch das Fahren mit dem ÖPNV Umweltauswirkungen und die sind bei kürzeren Strecken geringer.“

Zudem hätten Pendlerinnen im Fernverkehr nichts von dem Ticket. Naumann befürchtet auch, dass die Gelder, die zur Finanzierung aufgewendet werden, fehlen, um die sogenannten Regionalisierungsmittel aufzustocken. Über diesen Posten finanziert der Bund den ÖPNV der Länder mit.

Städtetag fordert mehr Infrastrukturausgaben des Bundes

Letztere Kritik teilt der Deutsche Städtetag. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy meint: „Das Ticket darf wichtige Investitionen in den Nahverkehr nicht ausbremsen, etwa weil es zulasten der Grundfinanzierung oder des Angebotsausbaus geht. Wir wollen und brauchen in vielen unserer Städte neue umweltfreundlichere Busse und Bahnen, attraktive Haltepunkte und kürzere Taktzeiten.“

Effiziente Radnetzplanung berücksichtigt auch Sicherheitsbedürfnisse

Die vom Bund zugesagten 1,5 Mrd. € zur Finanzierung des einheitlichen Nahverkehrstickets reichten auf keinen Fall, um die im Verkehrsbereich dringend erforderlichen Ziele für den Klimaschutz zu erreichen.

Die Städte unterstützen zwar grundsätzlich die Schaffung eines „Klimatickets“, denn damit könne man dafür sorgen, dass mehr Menschen Busse und Bahnen nutzen und das Auto stehen lassen, so Dedy. Er gab aber zugleich zu bedenken, dass der ÖPNV „schon lange extrem unterfinanziert“ sei. Die Kosten der Energiekrise und steigende Personalkosten kämen für die Verkehrsunternehmen on top. Der Bund müsse deshalb zusätzlich seine Regionalisierungsmittel für 2022 um mindestens 1,7 Mrd. € aufstocken und für Ausbau und Modernisierung ab 2023 jährlich 1,5 Mrd. € dazugeben.

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