Unternehmen 29. Feb. 2024 Von André Weikard Lesezeit: ca. 2 Minuten

Thyssenkrupp dementiert Bericht über Hochofenschließung in Duisburg

Thyssenkrupp weist Berichte vom Vortag zurück, mindestens ein Hochofen in Duisburg sei von der Schließung bedroht.

Der Thyssenkrupp-Hochofen Schwelgern in Duisburg gilt als mögliches Opfer von Sparbemühungen des Konzerns.
Foto: Thyssenkrupp Steel Europe/Rainer Schroeer

Mindestens ein Thyssenkrupp-Hochofen in Duisburg und mehrere Walzwerke seien von einer Schließung bedroht, berichtete das Handelsblatt jüngst unter Berufung auf Konzernkreise. Bis zu 5000 Arbeitsplätze seien gefährdet. Dem widerspricht nun der Stahlkonzern. Man sei „verwundert“ über die Spekulationen. Richtig sei zwar, dass derzeit vom Stahlvorstand Vorschläge für eine Neustrukturierung erarbeitet würden, die würden aber erst Mitte April in der Mitbestimmung und den Gremien beraten.

Ein Projekt namens „Stream“ existiert nicht, so Thyssenkrupp

Das in dem Bericht erwähnte Sparprogramm mit dem Namen „Stream“ sei „ebenso wenig existent wie eine konzernseitige Planungsvorgabe von 6,5 Mio. t“, führt Thyssenkrupp weiter aus. In dem Medienbericht hatte es geheißen, ein Rückbau auf eine Produktionskapazität von 6,5 Mio. t sei im Gespräch gewesen. Dass Thyssenkrupp die Kosten reduzieren will, war dagegen bereits seit einiger Zeit bekannt. Die Kapazitäten für die Stahlerzeugung in Duisburg sind nicht ausgelastet. Statt 11,5 Mio. t jährlich produziert der Standort derzeit nur rund 9 Mio. t. Mit der Schließung eines Hochofens könnten die Kapazitäten auf die derzeit genutzten 9 Mio. t verringert werden.

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Spekulationen über Hochofenschließungen verfrüht

Zum jetzigen Zeitpunkt seien „alle Mutmaßungen über möglicherweise betroffene Aggregate Spekulation und im hohen Maße unseriös“, führt Thyssenkrupp in einer Stellungnahme aus, die auch den VDI nachrichten vorliegt. Die kolportierte Schließung des Hochofens „Schwelgern 1“ schüre „völlig unnötigerweise Ängste und Befürchtungen bei unseren Mitarbeitenden“, äußerte der Konzern sich verärgert.

Die Branche steht unter hohem Transformationsdruck. Nur mit Milliardensubventionen kann die Umstellung auf die Produktion von „grünem Stahl“ gelingen. Mehr dazu lesen Sie hier: Thyssenkrupp: Bau für erste Direktreduktionsanlage darf starten

Thyssenkrupp Steel soll fit gemacht werden für den Verkauf

Unabhängig von der Entscheidung über konkrete Sparmaßnahmen bei Thyssenkrupp Steel bleibt festzuhalten, dass die Branche stark unter Druck steht. Gesunkene Stahlpreise haben eine Konsolidierung befördert. Erst Anfang des Jahres übernahm der japanische Stahlproduzent Nippon Steel den Konkurrenten US Steel. Auch die Stahlsparte von Thyssenkrupp steht schon seit Längerem zum Verkauf. Die Verhandlungen mit dem Interessenten Daniel Kretinsky, einem tschechischen Milliardär, über ein Joint Venture gerieten aber zuletzt ins Stocken. Das Thyssenkrupp-Management setzt offenbar darauf, die defizitäre Tochter aus eigener Kraft zu sanieren.

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