Erster Start der Raumfähre Columbia 09. Apr. 2021 Von Iestyn Hartbrich Lesezeit: ca. 2 Minuten

Spaceshuttle: Live-Bericht aus dem Kennedy Space Center

Unter der Überschrift „Pendelverkehr in den Weltraum“ schrieb vor 40 Jahren VDI-nachrichten-Reporter Werner Büdeler.

Start der Cloumbia am 12. April 1981.
Foto: NASA/Public Domain

Es gibt Momente im journalistischen Berufsleben, die bleiben länger im Gedächtnis als die Texte, die daraus entstehen. Das gilt vor allem in der Raumfahrt. Den Start des ersten Spaceshuttles im Kennedy Space Center verfolgen zu können, muss so ein Moment gewesen sein. Ich als Raumfahrtjournalist im Jahr 2021 würde einiges dafür geben, wenn sich mir heute die Chance böte. Werner Büdeler schrieb 1981 vom Ort des Geschehens:

„Nach einem vergeblichen Ansatz am Freitag, dem 10. April, der 9 min vor dem Start des Raumtransporters ‚Columbia‘ zu einem Abbruch des ‚Countdown‘ führte, weil ein Reserve-Computer nicht mit den vier anderen Computern kommunizieren konnte, gelang es am Sonntag, dem 12. April, ‚Columbia‘ in die gewünschte Umlaufbahn zu bringen. Der Start war so fehlerlos wie selten ein Abschuss; pünktlich um 14 Uhr (MEZ). (…) Mit dem Start der ‚Columbia‘ begann die zweite Phase der Raumfahrt in den USA, und das auf den Tag genau 20 Jahre nach dem Kreisflug von Juri Gagarin, der die Erde am 12. April 1961 mit der sowjetischen Raumkapsel des Typs ‚Wostok‘ umflog.“

Spaceshuttle von allen Seiten beleuchtet

Bereits in den beiden Ausgaben zuvor widmete sich der Autor Horst Werner Köhler verschiedenen Aspekten des Spaceshuttle-Programms. Am 3. April 1981 ging es vor allem um den Raumgleiter sowie die Feststoffraketen und den großen Tank, mit denen das Shuttle in den Orbit gebracht werden sollte. Detailliert wird der Ablauf der knapp 55-stündigen ersten Mission beschrieben. Auch der große Laderaum und die Außenluken finden Erwähnung. Beides machte das Spaceshuttle zu einem wahren Arbeitspferd der Nasa, wenn es darum ging, große Nutzlasten ins All zu befördern.

Eine Woche später geht Köhler detailliert auf einen wichtigen Aspekt der Shuttle-Missionen ein: den Schutzschild, der das Shuttle vor der großen Hitze bei Wiedereintritt in die Erdatmosphäre schützen sollte. Schon vor der ersten Mission war geplant, dass die Mannschaft im Orbit die Unversehrtheit des Schutzschildes prüfen und im Falle einer Beschädigung einzelne der vielen Kacheln, aus denen es besteht, auswechseln sollte. Was damals keiner ahnte: Genau eine solche Beschädigung führte im Jahr 2003 zum tragischen Verlust der Columbia und ihrer Besatzung: Heißes Plasma schädigte beim Wiedereintritt die Struktur des Raumgleiters und er brach kurz vor der Landung auseinander.

Challenger-Katastrophe: Rückschlag nach fünf Jahren

Leider nicht die einzige Katastrophe in den 30 Jahren Spaceshuttle: Bereits 1986, also nur fünf Jahre nach dem ersten Start der Columbia, explodierte das Shuttle Challenger kurz nach dem Start, die sieben Besatzungsmitglieder starben. Erst zwei Jahre später wurden die Starts der verbliebenen Shuttle-Flotte wieder aufgenommen.

An diesem Modell eines Spaceshuttles in Originalgröße trainierten die Astronauten in Houston. Gut erkennbar: der große Laderaum. Foto: Jens D. Billerbeck

Bis 2011 wurden insgesamt 135 Missionen durchgeführt. Eine der spektakulärsten und wissenschaftlich ertragreichsten war sicherlich der Transport des Weltraumteleskops Hubble im Jahr 1990. Drei Jahre später reparierten Astronauten einen Fehler im Spiegelsystem des Teleskops. Erst dadurch erreichte es seine volle Leistungsstärke. Insgesamt viermal wurde Hubble in den Folgejahren gewartet und lieferte immer wieder eindrucksvolle Bilder aus bisher nicht beobachtbaren Regionen unseres Universums.

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