Arbeitsmarkt 15. Jul 2022 Von Claudia Burger

Tech-Start-ups schaffen trotz Krise mehr Arbeitsplätze

Rund acht von zehn Tech-Start-ups in der Digitalwirtschaft planen Neueinstellungen. Im Schnitt haben Start-ups fünf offene Stellen.

Start-ups in der Digitalbranche suchen laut Branchenverband Bitkom nach Fachkräften. Der Bitkom bringt jetzt eine Green Card für IT-Fachleute aus Russland und Belarus ins Spiel.
Foto: panthermedia.net / Karsten Ehlers

Trotz Krisen sind Start-ups auf der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Acht von zehn Tech-Start-ups planen Neueinstellungen, 12 % erwarten keine Veränderung und praktisch kein Start-up plant einen Stellenabbau. Im Schnitt haben Start-ups 20 Beschäftigte und fünf offene Stellen. Das sind Ergebnisse aus einer Befragung von rund 150 Tech-Start-ups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind schwieriger geworden – auch für Gründerinnen und Gründer“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die offensive Personalplanung zeigt aber, dass Tech-Start-ups optimistisch in die Zukunft blicken.“ Zuletzt hatten Start-ups laut Bitkom Personal an etablierte Unternehmen und Mittelständler verloren. Auch ausreisewillige IT-Fachkräfte aus Russland und Belarus können nach Bitkom-Ansicht helfen, den hohen Bedarf zu decken. Berg: „Jede fünfte Stelle bei Start-ups ist derzeit vakant, das ist dramatisch.“

Erst kürzlich forderte der Bitkom ein „Sofortprogramm #greencard22“, um russische und belarussische IT-Expertinnen und -Experten anzuwerben. Voraussetzung für eine erfolgreiche Einwanderung müssen das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung und eine erfolgreich durchlaufene, behördliche Sicherheitsüberprüfung sein. Berg: „Viele IT-Fachkräfte in Russland und Belarus gehören zur globalen digitalen Gesellschaft. Freiheitliche und pluralistische Werte, für die das Internet geradezu symbolhaft steht, sind ihnen wichtig. Dass sie unsere Werte teilen, muss auch die Voraussetzung sein, um nach Deutschland kommen und hier arbeiten zu können. In der deutschen Wirtschaft sind 96 000 Stellen für IT-Fachkräfte vakant. Es wäre für alle Seiten ein Gewinn, wenn wir das exzellente IT-Know-how aus Russland und Belarus abziehen.“

Praktikum oder direkter Jobeinstieg? Eine Entscheidung fürs Leben

Bitkom möchte eine Neuauflage der Green Card, um Bedarf bei Start-ups zu decken

So stellt sich der Bitkom das Sofortprogramm #greencard22 vor: IT-Fachkräfte aus Russland und Belarus sollten innerhalb einer Woche eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, sofern ihnen ein Jobangebot vorliegt. Zudem sollen das Visa-Verfahren zur Arbeitsplatzsuche und das Berufsanerkennungsverfahren beschleunigt werden. Die Antragsverfahren sollen komplett digitalisiert und es sollen verbindliche Bearbeitungsfristen gesetzt werden.

Auf den Nachweis von Deutschkenntnissen soll nach dem Wunsch von Bitkom vollständig verzichtet werden. Berg: „Sehr gute Deutschkenntnisse sind unabdingbar, um Teil der deutschen Gesellschaft werden zu können, und es muss verpflichtende Angebote geben, diese Deutschkenntnisse zu entwickeln. In vielen IT-Jobs braucht man solche Deutschkenntnisse nicht, und so sollten sie auch nicht zur Voraussetzung einer Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis gemacht werden.“

Die Kampagne #greencard22 hat ein Vorbild: Sie knüpft an das Green-Card-Programm an, in dessen Rahmen in den Nullerjahren mehr als 13 000 IT-Spezialistinnen und -Spezialisten aus Drittstaaten außerhalb der EU nach Deutschland kamen.

Data Scientists sind wie die seltenen Orchideen des Arbeitsmarkts

Rund die Hälfte der Start-ups (53 %) hat neun Beschäftigte oder weniger, ein Viertel (24 %) zählt 20 oder mehr. Dazu kommen noch durchschnittlich drei Gründerinnen und Gründer, die für das Unternehmen tätig sind. Zwei Drittel (66 %) der Start-ups geben an, dass sie aktuell offene Stellen haben (2021: 62 %). Im Durchschnitt sind bei jedem Start-up fünf Stellen zu besetzen, das ist deutlich mehr als noch vor einem Jahr mit durchschnittlich drei offenen Stellen. Berg: „Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften entwickelt sich zum Wachstumshemmnis Nummer eins.“

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